Kommentar zum Ballon d'Or Lewandowskis Tore gegen Bielefeld beeindrucken international nicht

Robert Lewandowski steht auf der Bühne bei der Ballon d'Or-Gala.

Robert Lewandowski bekam bei der Ballon d'Or-Verleihung am 29. November 2021 sozusagen als Trostpreis die Auszeichung „bester Stürmer“.

Liebend gern hätte sich Bayern-Torjäger Robert Lewandowski erstmals den Ballon d'Or geholt. Doch am Ende triumphiert wieder Lionel Messi – zum siebten Mal. Ein Kommentar zur Preisverleihung.

Robert Lewandowski (33) hat im Jahr 2021 schon 53 Pflichtspiel-Tore für seinen Verein erzielt, Lionel Messi (34) nur 32. Der Pole trifft alle 67 Minuten, der Argentinier braucht 109 Minuten pro Tor. Es gibt noch zahlreiche weitere Daten, die belegen, dass der Bayern-Stürmer erfolgreicher war als der neue PSG-Star. Dennoch ist die Empörung über die Ballon d’Or-Wahl übertrieben. Ein Kommentar.

Schiebung! Frechheit! Skandal! Das Entsetzen bei deutschen Fans, Experten und Medien war am Montagabend (29. November 2021) groß. Auch aus Teilen Europas kamen Meinungen, dass Lewandowski den goldenen Ball eher verdient gehabt hätte, vor allem aufgrund seiner Erfolge in 2020, wo kein Preis vergeben wurde.

Aber: Erstens hat der Bayern-Stürmer nur eine persönliche Trophäe verpasst, nicht etwa den Champions-League-Sieg. Zweitens gibt es im Land derzeit sicher größere Probleme als die Vergabe eines Magazin-Preises.

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Ballon d'Or: 180 internationale Journalisten stimmten über Messi ab

Und drittens hält die Lionel Messi-Wahl der Bundesliga schlicht den Spiegel vor. 180 internationale Journalisten geben beim „France Football“-Event ihre Stimmen ab. In Deutschland sind die Tor-Rekorde und der unglaubliche Einsatz des Münchner Angreifers jedem Fußball-Fan präsent. Aber auf anderen Kontinenten werden die Lewandowski-Treffer gegen Bielefeld, Augsburg oder Fürth nicht registriert.

Auch wenn die Stadionauslastung vor der Pandemie extrem hoch war und die Einschaltquoten stimmen, bleibt die bittere Wahrheit, dass die Bundesliga global gesehen eben kein Premium-Produkt ist. Viele blasse Vereine ohne spannende Tradition, sehr geringe Star-Dichte, das ist das Bild, das von der Liga ins Ausland strahlt. Während sich hierzulande die Fans begeistert die Hände reiben, wenn die Bayern in Augsburg verlieren, geht der internationale Blick auf die Superstars – und die findet man vor allem in anderen Ligen.

Robert Lewandowski fehlte in der Champions League gegen PSG

Den Ballon d’Or gewinnt man nicht durch Tore gegen Hoffenheim oder Bochum. Da kommt es auf Glanzmomente in der Champions League oder bei Turnieren mit der Nationalmannschaft an. In der Königsklasse fehlte Robert Lewandowski 2021 ausgerechnet beim Viertelfinal-Aus gegen Paris Saint-Germain verletzt. Und mit der polnischen Nationalmannschaft wird der Stürmer bei der WM 2022 auch nicht um den Titel spielen, wenn er das Turnier überhaupt erreicht.

So gesehen wird Lewandowski wahrscheinlich 2022 wieder leer ausgehen, denn das Turnier in Katar dürfte über den nächsten Gewinner des goldenen Balls entscheiden. Auch Sturm-Urgewalt Erling Haaland (21) kommt deshalb nicht als Preisträger infrage. Mit seinen Dortmundern ist er schon raus aus der Champions League, mit Norwegen nicht bei der WM.

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