Auch die Bundesliga-Schiedsrichter haben sich intensiv auf die Rückrunde vorbereitet. Beim Trainingslager in Portugal wurde dabei auch ein Treffer des 1. FC Köln genau unter die Lupe genommen.
FC-Tor als Lehr-BeispielSchiri-Ansage beim DFB: Darauf sollen Referees jetzt mehr achten

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Schiedsrichter Robert Schröder und FC-Profi Florian Kainz am 7. August 2022 beim Saison-Auftakt gegen Schalke 04 im Gespräch.

Die Bundesliga-Klubs bereiten sich auf eine lange zweite Saison-Hälfte mit 19 Spielen vor, 15 von 18 Erstligisten zog es dabei für ein Trainingslager ins Ausland. Den Weg in den Süden traten vor Beginn der Rückrunde auch die deutschen Schiedsrichter an.
Im Trainingslager in Lagos an der portugiesischen Algarve versammelten sich die Referees für sechs Tage, um nach der langen Auszeit wieder Schwung aufzunehmen und Erkenntnisse aus den Herausforderungen bei der WM 2022 in Katar zu nutzen.
Bundesliga-Schiris für Zeitspiel-Entscheidungen sensibilisiert
Das große Thema in Katar: Die extrem üppigen Nachspielzeiten! Gerade an den ersten Turnier-Tagen rieben sich Spieler und Fans die Augen, als auf den Tafeln der Vierten Offiziellen immer wieder Zahlen im gerade noch einstelligen Bereich angezeigt wurden. Und selbst ein Nachschlag von über zehn Minuten kam selbst in entscheidenden Spielen wie dem WM-Viertelfinale zwischen Argentinien und den Niederlanden vor.
In Portugal hat auch der DFB seinen Schiris eingeschärft, das Thema Zeitspiel ebenso wie Unsportlichkeiten genauer im Auge zu halten und konsequenter zu reagieren. Aber: Mit weit über 100 statt 90 Minuten müssen Fans im neuen Jahr bei den Spielen ihrer Vereine trotzdem nicht rechnen.
Der sportliche Leiter Peter Sippel (53) sagte in einem Video des Verbandes, dass die Rückrunden-Ansage für die Unparteiischen „keinen großen Richtungswechsel“ bedeute. Er sieht die Liga bereits auf einem guten Weg, auch wenn die Nachspielzeiten häufig nur etwa halb so lang ausfielen wie bei den Spielen in Katar.
DFB-Schiris nehmen FC-Tor genau unter die Lupe
Sippel freute sich, dass die in der Hinrunde häufig scharf kritisierten Schiedsrichter erstmals seit Beginn der Corona-Pandemie wieder ein gemeinsames Trainingslager in kompletter Besetzung mit 70 Referees (1. und 2. Bundesliga plus Assistenten) unter „absolut erstklassigen“ Voraussetzungen abhalten konnten. Nehmen Sie hier an der EXPRESS.de-Umfrage teil:
Der zweite große Schwerpunkt im Theorie-Teil: Die Sinne für knappe Abseits-Entscheidungen schärfen. In einem DFB-Video aus dem Trainingslager war zu sehen, dass zu diesem Zweck auch ein Tor des 1. FC Köln aus der laufenden Bundesliga-Saison genau unter die Lupe genommen wurde.Hier sehen Sie das DFB-Video aus dem Schiri-Trainingslager:
Gleich zum Auftakt gegen Schalke 04 (3:1) hatte es zahlreiche knappe Entscheidungen und VAR-Eingriffe gegeben, so auch beim 2:0 durch Florian Kainz (30). Nachdem der Österreicher aus dem Getümmel heraus getroffen hatte, hob Assistent Jan Clemens Neitzel-Petersen (35) die Fahne, weil er Florian Dietz (24) bei einer Verlängerung von Ellyes Skhiri (27) im Abseits gesehen hatte.

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Bei diesem FC-Tor schauten die Bundesliga-Schiedsrichter ganz genau hin: In der Folge eines Einwurfs und dem anschließenden Getümmel traf Florian Kainz (hinten im Bild) zum 2:0 gegen Schalke 04.
Doch der Debütant stand knapp nicht im Abseits, behinderte Schalke-Keeper Alexander Schwolow (30) bei dessen Fehlgriff außerdem nicht aktiv. Referee Robert Schröder (37), der die Szene richtigerweise erst nach dem erfolgreichen Abschluss zurückgepfiffen hatte, gab den Treffer schließlich nach der Rückmeldung aus dem Kölner Keller.
Nach den Einheiten auf dem Rasen, Übungen auf der Gymnastik-Matte und Analyse-Stunden vor der Leinwand sieht Linienrichter-Chef Jan-Hendrik Salver (53) die Unparteiischen „gut vorbereitet“ auf die Rückrunde. Der DFB und auch die Vereine dürften darauf hoffen, dass sich das Verhältnis nach etlichen Hinrunden-Beschwerden dank der Trainingslager-Erkenntnisse wieder entspannt.
