Stuttgart gerettet Medizinische Notfälle, verletzter Spieler: VfB-Platzsturm gegen Köln mit Folgen

Zahlreiche Fans stehen nach dem Platzsturm vor dem inzwischen gebrochenen Tor auf dem Rasen des VfB Stuttgart. Im Hintergrund zahlreiche Polizeikräfte.

Gebrochene Tore, die Polizei im Einsatz: Rund um den Platzsturm beim VfB Stuttgart herrschte am Samstag (14. Mai 2022) Ausnahmezustand in der Mercedes-Benz-Arena.

Spannung pur im Duell zwischen dem VfB Stuttgart und dem 1. FC Köln am 34. Bundesliga-Spieltag. Nachdem die Schwaben die Rettung spät perfekt gemacht hatten, brachen in der Mercedes-Benz-Arena alle Dämme.

Rettungs-Ekstase im Ländle! 90 Minuten lang mussten die Fans des VfB Stuttgart um die Rettung bangen, mit dem 2:1-Siegtreffer in der Nachspielzeit brachen in der Arena dann alle Dämme. Während der FC den Rasen zügig verließ, fluteten die VfB-Fans den Innenraum nach Schlusspfiff in Sekundenschnelle.

Dort spielten sich dann noch einmal deutlich wildere Szenen als vergangene Woche im Rhein-Energie-Stadion bei der Kölner Europa-Party ab. Tore gingen zu Bruch, Teile des Inventars sowie der Stadion-Rasen wurden verwüstet, später zog die Reiterstaffel der Polizei auf dem Platz auf.

Die Polizei zog am späten Abend Bilanz, berichtete von mehreren nicht näher erläuterten „medizinischen Notfällen“ und der brutalen Attacke eines 48-Jährigen auf einen anderen Mann, der nach einem Schlag bewusstlos liegenblieb und ins Krankenhaus gebracht wurde. Probleme hatte es zuvor bereits beim Einlass der Gästefans gegeben, wo schließlich ein Fluchttor geöffnet wurde, um das Gedränge am Eingang aufzulösen.

VfB Stuttgart: Wilde Rettungs-Party nach Sieg gegen 1. FC Köln

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Gleich nach Abpiff waren auf den Rängen alle Dämme gebrochen. Als Kapitän Wataru Endo (29) in der zweiten Minute der Nachspielzeit nach einer Ecke per Kopf zur Stelle war, schwenkte das verzweifelte Bangen des VfB-Anhangs in grenzenlosen Jubel um.

Auch die Mannschaft und Trainer Pelegrino Matarzzo (44) kannten kein Halten mehr, im Jubel-Knäuel hinter dem Tor fiel eine LED-Bande, Stürmer Sasa Kalajdzic (24) zog sich blutige Schnittwunden am Bein zu und musste behandelt werden. Nach Abpfiff konnte der Österreicher dann aber problemlos mit Fans und Mitspielern feiern.

Sasa Kalajdzic wird nach seiner Verletzung durch den Fall einer LED-Bande beim Jubel behandelt.

Sasa Kalajdzic wird nach seiner Verletzung durch den Fall einer LED-Bande beim Jubel behandelt.

Als Erstes schnappten sich die Feierwütigen die Auswechsel-Tafel des Vierten Offiziellen, tippten dort feierlich die 1893 ein – das Geburtsjahr ihres Herzensklubs, der seinen dritten Abstieg binnen sechs Jahren soeben noch abgewendet hatte.

In den Minuten zuvor hatte sich bereits eine Polizei-Staffel hinter der Werbebande in Stellung gebracht, war gegen die Fan-Flut dann aber machtlos. Dutzende Anhängerinnen und Anhänger enterten die beiden Tore, die kurz hintereinander dem Druck nachgaben und zu Bruch gingen.

Fans des VfB Stuttgart feiern den Bundesliga-Klassenerhalt nach dem Sieg gegen den 1. FC Köln am Samstag mit einem Platzsturm.

Fans des VfB Stuttgart feiern den Bundesliga-Klassenerhalt nach dem Sieg gegen den 1. FC Köln am Samstag (14. Mai 2022) mit einem Platzsturm.

Rund um die Trainerbänke kam es zu kleineren Verwüstungen im Überschwang des Jubels, im Innenraum blieb dennoch alles weitgehend friedlich. Eine Dreiviertelstunde nach Abpfiff waren schließlich alle Fans zurück hinter den Banden, um 18.26 Uhr kam dann auch noch einmal die Stuttgarter Mannschaft unter tosendem Applaus für eine Ehrenrunde auf den sichtlich ramponierten Rasen zurück.

VfB Stuttgart: Platzsturm nach Sieg gegen den 1. FC Köln

Gemischte Gefühle dagegen im Gästeblock. Nach der beschwerlichen Anreise für Hunderte FC-Fans mit der Deutschen Bahn hatte zwischenzeitlich auch die Europa League gewunken. Vor dem späten 3:2 von Union Berlin gegen den VfL Bochum hätte dem FC ein Treffer für Platz sechs gefehlt. Letztlich überwog dennoch der Stolz über Platz sieben zum Abschluss einer herausragenden Saison.

Wie schon vergangene Woche konnte der Kölner Anhang den Europa-Einzug allerdings nicht mit den eigenen Helden feiern: Trainer Steffen Baumgart (50) wurde von Security aus dem Innenraum begleitet, auch die Spieler machten schnell Platz für den Stuttgarter Rettungs-Jubel, der rund eine halbe Stunde lang anhielt. In dieser Zeit wurde der Kabinentrakt mit starkem Security-Aufgebot abgeriegelt.

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Dann drängte die Reiterstaffel der Polizei die Fan-Ströme langsam aber sicher zurück aus dem Innenraum. Mehrere Appelle von Stadionsprecher Holger Laser (51) waren zuvor auf begrenzten Anklang gestoßen. Nur, wenn der Anhang auf die Tribünen zurückkehren würde, sollte die Mannschaft zum Feiern noch einmal auf den Rasen kommen, so die Ansage.

Bis es dazu kommen konnte, vergingen dann aber turbulente Minuten. In den Katakomben jubelte derweil Alexander Wehrle im Sky-Interview: „So stellt man sich Fußball vor, dafür machen wir das. Das sind Emotionen, es ist in Worte kaum zu fassen“, sagte der langjährige Kölner Finanz-Boss, der damit Zehntausenden Stuttgartern aus der Seele sprach.

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