Abo

Wut auf Schiris & VARFans springen Köln-Sprecher Trippel zur Seite

Kölns Stadionsprecher Michael Trippel mit Mikrofon im Stadion.

Copyright: IMAGO/Chai v.d. Laage

Michael Trippel, Stadionsprecher des 1. FC Köln, ließ seinen Emotionen freien Lauf und sprach vielen Fans aus der Seele. 

Aktualisiert

Es sind die meistdiskutierten Szenen des 25. Bundesligaspieltags und im Mittelpunkt stehen nicht die Fußballer oder Trainer, sondern ein Stadionsprecher und der VAR. Nach einer DFB-Mitteilung springen zahlreiche Köln-Fans jetzt im Dreieck!

Darf er das? Oder darf er das nicht? Auf diese Fragen gibt es eine Antwort: Eigentlich nicht, aber …

Kölns Stadionsprecher Michael Trippel (71) hatte am Samstag (7. März 2026) beim Spiel des 1. FC Köln gegen Borussia Dortmund (1:2) zwei VAR-Szenen via Stadionmikrofon beißend kommentiert.

Fans finden Trippels Aussagen okay: „Ausgesprochen, was alle gedacht haben“

Trippel schimpfte: „Pfui! Widerlich!“ als Jahmai Simpson-Pusey satt Gelb doch noch Rot sah. Und später noch einmal bei einem nicht überprüften Handspiel: „Ich werde Ärger kriegen, aber ich sage es: In der Nachspielzeit gab es ein klares Handspiel eines Dortmunder und das guckt sich noch nicht mal einer an.“ 

Am Sonntag meldete sich die Sportliche Leitung der DFB-Schiedsrichter GmbH, teilte auf Anfrage von EXPRESS.de mit: „Wir missbilligen die Äußerungen des Stadionsprechers des 1. FC Köln entschieden und halten sie für inakzeptabel. Unabhängig davon, ob eine Entscheidung des Schiedsrichters richtig, strittig oder falsch ist, kann und darf es nicht sein, dass ein Stadionsprecher sie negativ kommentiert und das Publikum so gegen den Unparteiischen aufbringt. Bei allem Verständnis für Emotionalität wurde hier eindeutig eine Grenze überschritten. Wir begrüßen es, dass der 1. FC Köln in Person seines Geschäftsführers Sport, Thomas Keßler, dazu deutliche Worte gefunden hat.“

Die Stellungnahme bringt etliche Fans auf die Palme, sie springen Trippel zur Seite. EXPRESS.de hat einige Reaktionen aus den sozialen Netzwerken wie Facebook, X oder Instagram zusammengestellt:

  1. „War nicht gut von Trippel, okay, aber wer diese emotionale Reaktion nicht versteht, tut mir leid.“
  2. „Wer die Wahrheit sagt, soll bestraft werden. Man stelle sich vor, das wäre den Bayern passiert.“
  3. „Ich sehe auch eine Grenze überschritten, wenn der Hauptschiedsrichter bei allen drei strittigen Situationen im Spiel falschliegt. Und der Videoschiedsrichter bereits seit drei Jahren aus Leistungsgründen nicht mehr im Profifußball pfeift. Aber für den gut dotierten VAR soll es reichen. Saftladen.“
  4. „Der DFB sollte mal lieber gegen die VARs und gegen seine eigenen Schiedsrichter ermitteln, da haben sie genug zu tun.“
  5. „Die sollen das Spiel wiederholen, das ist absolute Wettbewerbsverzerrung. Sollte der FC absteigen, lag es auch an Fehlentscheidungen des VAR!“
  6. „Diesen VAR braucht niemand. Sofort ersatzlos abschaffen.“
  7. „Er hat das ausgesprochen, was alle gedacht haben. Ich spende gerne 20 Euro, falls er eine Geldstrafe bekommt.“

Ob es eine Anhörung oder ein Verfahren gegen Trippel gibt, wird jetzt der Kontrollausschuss des DFB entscheiden. Bisher wurde Trippel noch nie mit einer Geldstrafe belegt.

Im Gespräch mit EXPRESS.de hatte sich der Stadionsprecher auch entschuldigt: „Es kam aus der Emotion heraus. Mit einer Nacht drüber schlafen möchte ich mich entschuldigen. Ich wollte mit den Aussagen niemanden verletzen. Aber meine Kritik am VAR bleibt.“

Kölns Sportchef Thomas Kessler hatte auch Verständnis für die Emotionen von Trippel, aber er fand nicht gut, dass der Stadionsprecher diese via Mikrofon äußerte. Kessler kündigte ein Gespräch mit Trippel an.

Im Sport1-„Doppelpass“ waren sich Moderator Florian König (58) und Yannick Erkenbrecher (43) von Sky einig. „Das geht gar nicht“, stimmten sie wortgleich überein, fanden die Trippel-Äußerungen trotz aller Emotionen übertrieben.

Beim DFB sollte man sich dennoch ernsthafte Gedanken machen: Im Mittelpunkt der Diskussionen stehen nicht der Sport und die Athleten mit ihren Künsten am Ball, sondern erneut unsägliche Diskussionen über nicht nachvollziehbare VAR-Entscheidungen. 

Im Doppelpass auf Sport1 spricht Stefan Effenberg über die Bundesliga.

Lauter Jubel im „Doppelpass“

Effenberg mit Niederlagen-Ansage an den 1. FC Köln