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„Ich brauche Abstand“ Noch-FC-Boss Alexander Wehrle: Köln-Abgang vor April

Alexander Wehrle steht im Stadion

Alexander Wehrle sah im Top-Spiel der Bundesliga einen 1:0-Heimerfolg seines 1. FC Köln gegen Eintracht Frankfurt. Der langjährige Geschäftsführer sprach am Samstagabend (19. Februar 2022) auch über seinen Köln-Abschied.

Nach mehr als neun Jahren als Geschäftsführer wird Alexander Wehrle den 1. FC Köln zeitnah verlassen. Am Rande des Top-Spiels gegen Eintracht Frankfurt sprach er über seinen Abschied.

Im Januar 2013 heuerte Alexander Wehrle (47) als Geschäftsführer beim 1. FC Köln an, etwas mehr als neun Jahre später wird er den Klub verlassen. Wehrle wechselt in einigen Wochen in seine Heimat, wird neuer Vorstandsvorsitzender beim VfB Stuttgart. Am Rande des Kölner Top-Spiels gegen Eintracht Frankfurt (1:0) sprach der Finanzboss am Samstagabend (19. Februar 2022) ausführlich über seinen Abschied.

„Wir haben alles mitgemacht, Höhen und Tiefen“, ließ Alexander Wehrle am Sky-Mikrofon seine Amtszeit noch einmal Revue passieren. Der scheidende FC-Boss erklärte: „Ich habe jetzt aber ein gutes Gefühl. Ich glaube, ich kann mit einer gewissen inneren Ruhe gehen.“ Dass sein Noch-Klub das umkämpfte Heimspiel gegen Frankfurt dann auch noch mit 1:0 für sich entschied und nur zwei Punkte Rückstand auf die Champions League hat, dürfte Wehrle dann natürlich besonders gefreut haben.

Alexander Wehrle spricht über Abschied vom 1. FC Köln

Deutlich angespannter ist die Lage bei seinem Bald-Arbeitgeber. Stuttgart kassierte am Samstag im Heimspiel gegen den VfL Bochum durch einen späten Elfmeter noch das 1:1, hängt weiter auf Abstiegsrang 17 fest. Wehrle jedoch glaubt an den VfB: „Es sind noch elf Spiele, und Stuttgart spielt noch gegen viele Gegner auf Augenhöhe. Von daher bin ich da sehr zuversichtlich“, sagte er. „Ich freue mich darauf, dass es losgeht. Und dann schauen wir mal, wohin die Reise hingeht. Ich liebe die Herausforderung.“

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Wann genau Wehrle seinen Wechsel vollzieht, ist derweil noch nicht offiziell. Sky-Moderator Sebastian Hellmann (54) mutmaßte: „Irgendwann im April, oder?“ So hatten es die Klubs eigentlich verkündet. Wehrle entgegnete: „Vielleicht ein bisschen früher.“ Experte Lothar Matthäus (60) legte sich fest: „In der Länderspielpause. Ende März ist eine Länderspielpause.“ Wehrle daraufhin grinsend: „Lothar ist einfach Experte...“

Gut möglich, dass er beim FC-Heimspiel gegen Borussia Dortmund am Sonntag, 20. März, wenn endlich wieder volle Ränge erlaubt sind, gar nicht mehr dabei ist. Das Wochenende darauf pausiert die Liga für Länderspiel-Begegnungen...

Dass sein Abgang emotional natürlich kein einfacher wird, machte Wehrle ebenfalls deutlich: „Ich versuche schon, jetzt ein bisschen emotionale Distanz aufzubauen. Das muss ich auch irgendwo, klar. Du kannst jetzt nicht samstags im einen Klub-Anzug, dann am nächsten Samstag im anderen Klub-Anzug dastehen. Das passt nicht. Ich brauche für mich da ein Stück weit auch in den nächsten Wochen den Abstand.“

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Alexander Wehrle: Besondere Beziehung zu Anthony Modeste

Gehörigen Abstand hat auch der FC zu den Abstiegsrängen – und zwar dank Matchwinner Anthony Modeste (33). Wehrle: „Ich habe ein ganz besonderes Verhältnis zu ihm. Deswegen freut es mich jetzt für ihn und die Mannschaft, dass er wieder trifft.“ Bei Tonys Rückhol-Aktion aus China sei der Klub „ein bisschen Risiko“ eingegangen. Doch dass der Franzose unter Coach Steffen Baumgart (50) nun wieder aufblüht (15 Liga-Tore), „ist sicherlich verrückt und wird es auch im europäischen Fußball, glaube ich, nicht mehr so oft geben“, meinte der Noch-FC-Boss.

Armin Veh und Alexander Wehrle sind auf einem FC-Plakat Susi und Strolch.

Beim Heimspiel des 1. FC Köln gegen die TSG Hoffenheim am 8. November 2019 waren Alexander Wehrle (l.) und Armin Veh auf einem Banner als Susi und Strolch dargestellt.

Sky zeigte viele Bilder aus Wehrles Köln-Karriere – unter anderem auch ein Banner der Südkurve, auf dem er und Ex-Geschäftsführer-Kollege Armin Veh (61) als Disney-Paar zu sehen waren. „Armin und ich waren Susi und Strolch, das war legendär hier in der Kurve, eine homoerotische Liebesbeziehung. Danach lagen wir uns auch besonders in den Armen“, so Wehrle, der heute darüber schmunzeln kann.

Damals war die sportliche Not riesig, in seiner Abschieds-Saison wird der FC mit dem Abstieg aber nichts mehr zu tun haben. Das glaubt auch der scheidende Finanzchef: „Wir haben noch elf Spiele. Wir brauchen noch ein, zwei Siege, dann sind wir auch bei der magischen Grenze angekommen. Und ich glaube, jetzt können wir auch nach oben schauen.“ Wehrle selbst nur bis zu seinem VfB-Wechsel...

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