Ohne Müller-Römer, dafür mit Double-Sieger? FC wählt neuen Mitgliederrat – das sind die Kandidaten

FC-Ikone Harald Konopka freudig auf einer Stadionführung beim 1. FC Köln.

FC-Ikone Harald Konopka kandidiert für den neuen Mitgliederrat des 1. FC Köln. Hier gab er am 8. März 2021 eine Führung durchs Rhein-Energie-Stadion.

Am 6. November 2021 wählen die Mitglieder des 1. FC Köln einen neuen Mitgliederrat. Unter den 23 Kandidaten sind mit FC-Legende Harald Konopka und Stadionsprecher Michael Trippel auch prominente Namen.

Köln. Schon wieder? Schon wieder! Am Samstag (6. November 2021) steht beim 1. FC Köln in diesem Jahr bereits die zweite Mitgliederversammlung an. Nachdem im Juni die coronabedingt ausgefallene Veranstaltung von 2020 nachgeholt wurde, geht es dieses Mal ganz regulär um das Geschäftsjahr 2020/21.

Ein wichtiger Punkt auf der Tagesordnung: die Wahl des Mitgliederrats! Das Gremium wacht über die Arbeit des Vorstands, schlägt zudem das Präsidiumstrio vor. 

Mitgliederrat: Stefan Müller-Römer nicht mehr dabei

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Die Mitglieder wählen den Rat alle drei Jahre, der wohl prominenteste Mitwirkende kandidiert nun allerdings nicht mehr: Stefan Müller-Römer (53). Der Anwalt war sechs Jahre lang Vorsitzender des Gremiums und zwischendurch gar einige Monate im Vorstand des FC.

Stefan Müller-Römer mit kritischem Blick beim Spiel der FC-Frauen gegen den SC Sand.

Der Ex-Vorsitzende Stefan Müller-Römer, hier beim Spiel der FC-Frauen in Köln gegen den SC Sand am 28. Juni 2020, zieht sich aus dem Mitgliederrat zurück.

Mitgliederrat: FC-Ikone Harald Konopka dabei?

Ebenfalls raus sind Engelbert Fassbender und die ehemalige FC-Spielerin Nicole Bender (38). Als Managerin des Frauen-Teams ist sie inzwischen Angestellte des 1. FC Köln. Neu dabei könnte hingegen bald ein anderer Ex-FC-Kicker (1971-1983) sein: Harald Konopka (68).

Der Double-Sieger von 1978 sagte EXPRESS.de dazu schon im Juli: „Mich haben immer wieder Menschen darauf angesprochen, warum ich mich nicht beim 1. FC Köln engagiere, denn so viele gibt es nicht, die solche Erfolge mit dem FC feiern konnten. Ich habe den Sachverstand und auch die entsprechende wirtschaftliche Ausbildung. Ich würde mich gerne im Mitgliederrat einbringen.“

FC-Legende Harald Konopka zeigt auf ein Bild von sich selbst - aus aktiven Zeiten.

Harald Konopka gehört mit 444 Pflichtspielen (achtmeiste in der Historie des 1. FC Köln) zu den absoluten FC-Legenden. Hier ist er am 8. März 2021 auf Stadionführung in Köln unterwegs.

23 Kandidaten für 15 Posten – wird der Mitgliederrat dieses Mal voll?

Insgesamt peilen am Wochenende 23 Bewerber einen Platz im neuen Mitgliederrat an – 15 Posten stehen zur Verfügung. Zuletzt wurden diese allerdings mehrfach gar nicht voll ausgenutzt, da jeder Anwärter mehr Ja- als Nein-Stimmen benötigt.

EXPRESS.de hat für Sie zu allen Kandidaten der anstehenden Wahl Kurzprofile erstellt. Angefügt sind jeweils kurze Stellungnahmen, mit denen die Bewerber selbst ihre Kandidatur im „GeißbockEcho“ beschrieben haben.

Walther Boecker (69): Ist Jurist und Ex-Bürgermeister von Hürth. Als aktuelles Mitglied meint er: „Beim FC ist alles mit sehr vielen Emotionen verbunden, sowohl im Stadion als manchmal auch in seinen Gremien. Meine Motivation ist, den 1. FC Köln besser zu machen!“

Detlef Buschheuer (56): Als kaufmännischer Angestellter tätig. Der Betriebswirt kandidiert, um „Erreichbarkeit herzustellen und Probleme nicht auszusitzen“. Sein Anspruch: „Ansprechpartner werden für alle FC-Mitglieder.“

Josef Derkum (34): Arbeitet im Hauptberuf als Revisor. Er ist bereits Mitglied und hat ein klares Vorhaben: „Die Rolle des Mitgliederrates als Aufsichtsorgan in Abgrenzung zur operativen Ebene ausbauen und damit zu einer transparenten sowie effektiven Vereinsführung beitragen.“

Mark Fauler (37): Angestellt als Key-Account-Manager in der Kundenbetreuung. Seine Überzeugung: „Ein weltoffener und bunter Verein wie unser 1. FC Köln hat immense Kraft, die Menschen aller Couleur zu vereinen. Transparenz spielt dabei eine große Rolle.“

Tobias Franzgrote-vom Brocke (42): Als Brand-Manager beruflich verantwortlich für Markenbetreuung. Tritt an, „um den Austausch mit dem Vorstand und den Interessensgruppen zu verbessern. Außerdem stehe ich für eine offene Kommunikation mit den Mitgliedern.“

Wolfgang Gommersbach (42): Ist selbstständig in verschiedenen Bereichen tätig, unter anderem aber auch als Baufinanzierungsberater angestellt. Er habe mit dem FC „viele schöne Erfahrungen sammeln dürfen (insbesondere im Nachwuchsbereich)“ und will mit dem Mitgliederrat „dialog-bereit, konstruktiv und unterstützend“ arbeiten.

Ho-Yeon Kim und Frank Leifer auf dem Weg zur Sitzung des FC-Mitgliederrats.

Er übernahm bereits 2020 die Geschicke des Mitgliederrats als Vorsitzender: Ho-Yeon Kim (r.) neben Kollege Frank Leifer auf dem Weg zur Sitzung im Geißbockheim am 11. März 2019.

Fritz Guckuk (63): Der Spediteur ist aktuelles Mitglied. Seine Rolle sieht er so: „Die Vorstände wurden von mir immer kritisch, aber konstruktiv hinterfragt, das ist die Aufgabe im Mitgliederrat!“

Frank Hauser (63): Im Hauptberuf Investmentkaufmann. Seine Motivation: „Der FC hat mir so viel gegeben, dass ich nun etwas zurückgeben möchte. Ich bin ein Leben lang sehr engagiert gewesen. Sozial im Ehrenamt und in der Politik.“

Johannes Hochstein (27): Der jüngste unter den Kandidaten studiert im Master Internationales Marketing & Medienmanagement. Er verfüge über „eine junge, frische und kritische Denkweise“, die er für seine Tätigkeit im Rat mit „den vier Säulen meines Studiums: Sport, Event, Marketing und Medien“ vereinen will.

Christian Hoheisel (53): Ist Rechtsanwalt und aktuell stellvertretender Vorsitzender des Mitgliederrates. Er steht für „einen mitgliedergetragenen FC mit klaren Inhalten und Strukturen“ und will „bunte Fankultur und faire Preise erhalten“.

Ho-Yeon Kim (40): Tätig als Vertriebsbeauftragter einer IT-Sicherheitsfirma. Als aktueller Vorsitzender will er in Zukunft weiter das „Projekt Nachwuchsleistungszentrum vorantreiben“, den „Begriff ‚Volkssport Fußball‘ mit Leben füllen“ und den FC ohne Investoren weiterentwickeln.

Thomas Klein (51): Gelernter Elektriker. Er habe sich „als Fanbetreuer beim Fan-Projekt, im Verwaltungsrat und im Mitgliederrat stets für die Belange der Fans und Mitglieder eingesetzt“ und will seine Erfahrungen als Betriebsratsvorsitzender in einem Kölner Hotel nutzen.

Harald Konopka (68): Inzwischen im Ruhestand. Der Ex-FC-Spieler war nach der erfolgreichen Profilaufbahn als Außenhandelskaufmann tätig. Findet, die Zeit sei gekommen, um sein „Knowhow und – wie einst auf dem Platz – Herzblut, Leidenschaft und Teamgeist für unseren geliebten FC einzubringen“, um als „Bindeglied“ den Austausch zwischen allen Beteiligten zu fördern.

Christian Künstler (37): Ist als Medientechnologe im Bereich Druck tätig. Er fordert bessere Kommunikation mit den Mitgliedern, „Volkssport“ erhalten und Investoren verhindern. Außerdem will er den Frauenfußball fördern und sich für „mehr Nachhaltigkeit in allen Bereichen“ einsetzen.

Frank Leifer (53): Mit seinem Diplom als Volkswirt hauptberuflich Bankkaufmann. Bereits aktuelles Mitglied und will mit „einem mitgliedergeführten Verein ohne Investoren“ oder „Abhängigkeit von einzelnen Personen“ in die Zukunft gehen. Außerdem auf der Agenda: Kooperation mit Verbänden sowie Stärkung des Kinder- und Jugendfußballs.

Robin Loew-Albrecht (53): Aus Sicht des selbstständigen IT-Sachverständigen aus dem Baugewerbe brauchen Mitgliederräte „Geschick in Beratung und Kontrolle, sowie eine Extraportion an Erfahrung und Wissen“. Diese habe er sich „in jahrelanger Fan-, Vereins- und Verbandsarbeit“ erarbeitet. 

Michael Trippel als Stadionsprecher beim Heim-Derby des 1. FC Köln gegen Bayer Leverkusen.

Michael Trippel ist beim FC seit inzwischen über 20 Jahren Stadionsprecher, übt diese Tätigkeit wie hier am 24. Oktober 2021 im Heim-Derby gegen Bayer Leverkusen höchst gewissenhaft aus – und ist auch Teil des Mitgliederrates.

Susanne Metzler (53): Die Juristin ist stellvertretende Leiterin des NRW-Büros bei der Europäischen Union. Sie möchte „alles dafür tun, dass der FC wieder an die Spitze des deutschen und europäischen Fußballs aufsteigt: mit unseren kölschen Werten, Charme, Mut– und mit seinen Mitgliedern und Fans!“

Stephan Schondey (50): Als Geschäftsführer einer Agentur für berufliche Entwicklung will er seine mehr als 20-jährige Berufserfahrung in diesem Bereich für „moderne und nachvollziehbare Personalprozesse“ beim FC einbringen.

Fabian Schwab (37): Im Hauptberuf beschäftigt er sich mit Cyber-Security, ist als Experte für IT-Sicherheit Senior Solutions Architect. Dem derzeitigen Mitglied liegen „konstruktive Beratung und Überwachung des Vorstandes“ sowie „strategische Entwicklung und Professionalisierung“ des FC am Herzen. Mit „positiver Fehlerkultur“ und ohne Anteilsverkäufe.

Michael Trippel (67): Als FC-Stadionsprecher und in der Fanbetreuung tätig sowie Mitglied des Rates. Will weiter „verantwortlich“ mit den verschiedenen Abteilungen des e. V. umgehen sowie die „Werte unserer FC-Charta“ in den Mittelpunkt rücken.

Mario Valentino (33): Arbeitet als Unternehmensberater mit Schwerpunkt IT-Projektmanagement. Tritt mit dem Ziel an, „den Mitgliederrat nahbarer zu machen“. Über seine Tätigkeit im Mitgliederrat will er eine „konstruktive Streitkultur“ beim FC fördern und „Formate zum Austausch und Diskurs innerhalb der Mitgliedschaft“ aufbauen.

Benjamin Vrijdaghs (42): Hauptanliegen des Berufssoldats ist die „Kontrolle des Vorstands“. Sein Ziel: „Exekutive Abläufe im Verein verbessern“ und „Geldverbrennung verhindern“. Außerdem will er die Fankultur und alle sportlichen Abteilungen stärken.

Axel Zimmermann (30): Unter anderem Vorsitzender des Kölner Kreissportgerichts und im Parteivorstand der CDU Köln tätig. Steht für einen mitgliedergeführten Verein sowie „sachliche und kritische Auseinandersetzung“. Sein Motto: „Zesamme simmer stark un zesamme met üch will ich die Zukunft des FC gestalten!“

Erst Wahl des Mitgliederrates, dann mögliche Satzungsänderung zum Wahlvorgang

Die Wahl des Mitgliederrates steht am Samstag als zehnter Punkt auf der Tagesordnung. Erst danach wird über einen Antrag auf Satzungsänderung abgestimmt. Bei dessen Annahme könnte es in Zukunft einen zweiten Wahlgang geben, wenn weniger als zwölf Kandidaten zuvor mehr Ja- als Nein-Stimmen erhalten haben.

Dieses Mal gilt also für die 23 Bewerber noch das Alles-oder-Nichts-Prinzip in einer Wahlrunde: entweder direkt genug Stimmen bekommen – oder die Kandidatur ist futsch.

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