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Bonner SC Auch ohne Hummels und Ramos: Trainer Joppe nennt Rezept für Klassenerhalt

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Björn Joppe stand am Mittwoch im Spiel bei Gladbach II zum ersten Mal beim Bonner SC an der Seitenlinie. Am Samstag hofft er auf den ersten Punktgewinn im Abstiegskampf.

Bonn – Noch keine volle Trainingswoche mit der Mannschaft, aber schon das zweite wichtige Spiel vor der Brust. Björn Joppe (42) ist als Trainer beim Bonner SC von Anfang an gefordert.

Im Interview spricht der neue Coach der akut abstiegsbedrohten Rheinlöwen über seine Pläne für die wichtige Rückrunde in der Regionalliga und darüber, warum dem BSC selbst eine Innenverteidigung aus Mats Hummels (32) und Sergio Ramos (34) nur bedingt helfen könnte.

Herr Joppe, Sie sind inzwischen rund eine Woche im Amt. Wie haben Sie die ersten Tage beim BSC erlebt?

Die ersten Tage waren sehr harmonisch. Dank der Mentalität im Rheinland hat man direkt das Gefühl, dass man sich schon länger kennt. 

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Was sind Ihre Eindrücke von der Mannschaft, die tief im Abstiegskampf steckt?

Die Mannschaft ist charakterlich sehr fein. Alle wollen, alle haben das gleiche Ziel. Allerdings ist das Ziel derzeit nicht so erreichbar, wie das vor der Saison geplant war. Wir sind daher dabei, einiges umzustellen, bevor es am 2. Januar mit der Vorbereitung auf die Rückrunde losgeht.

Drei Tage nach Ihrer Vorstellung beim Bonner SC stand am Mittwoch bei Gladbach II schon das erste Spiel an, Samstag geht’s gegen die zweite Mannschaft des 1. FC Köln weiter. Was konnten Sie in der kurzen Zeit und mit dem dichten Terminkalender so schnell überhaupt ausrichten?

Die kurze Zeit ist natürlich nicht optimal für einen neuen Trainer. Viele Änderungen sind da nur schwer möglich. Ich möchte auf jeden Fall einen anderen Fußball sehen als in der ersten Hälfte am Mittwoch, konnte bis jetzt aber aus Zeitgründen auch im taktischen Bereich noch nicht so viel umsetzen. Die Spiele sind so eng gelegt, dass nicht viel über den Regenerationsbereich hinaus möglich ist.

Was geben Sie Ihren Spielern für das letzte Spiel des Jahres mit auf den Weg?

Es geht darum, dass man sich noch mal den Hintern aufreißt, auch wenn viele schon auf dem Zahnfleisch gehen. Die vielen Englischen Wochen fordern ihren Tribut, aber wir wollen etwas Positives mitnehmen. Am Mittwoch hat man in der zweiten Halbzeit gesehen, dass Moral und Charakter bei der Mannschaft intakt sind. Alles andere erarbeiten wir uns in den nächsten Wochen.

Ab Januar haben sie dann zumindest zwei Wochen Zeit bis zum Auftakt in die Rückrunde. Was steht in dieser Zeit im Fokus?

Zunächst die Arbeit im taktischen Bereich. Es hat vor allem an der Kompaktheit gefehlt. Die Jungs müssen verstehen, dass Verteidigen vorne anfängt und nicht erst dann, wenn die Viererkette gefordert ist. Auch der Teamzusammenhalt ist ein wichtiger Faktor. Wir müssen eng zusammenrücken, um es am Ende über den Strich zu schaffen.

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Björn Joppe wurde am 13. Dezember als neuer Trainer beim Bonner SC vorgestellt.

Der Verein betont den Bonner Weg mit vielen Talenten. Müssen erfahrene Leute wie Nils Teixeira oder Dario Schumacher vorweg gehen, damit die Jungen sich an ihnen aufrichten könnten?

Grundsätzlich glaube ich, dass die Mischung im Kader passt. Wir haben am Mittwoch auch zwei U19-Spieler eingesetzt, die gute Leistung bringen, aber von Spielern wie Nils oder Dario auch viel lernen können. Auch außerhalb des Platzes können die erfahrenen Leute den Jüngeren viel mitgeben.

Bei Lok Leipzig, einer ihrer vorigen Stationen, wurden sie 2018 ursprünglich für den Nachwuchs verpflichtet. Haben Sie auch in Bonn ein spezielles Auge auf den Unterbau?

Auf jeden Fall. Der Unterbau ist gut, die U19 ist Tabellenführer in der Mittelrheinliga und hat die Möglichkeit zum Aufstieg in die Bundesliga. Da wäre es fatal, nicht auf die Jugend zu setzen.

Waren in den Gesprächen mit dem sportlichen Leiter Mario Neunaber auch Neuzugänge im Winter ein Thema?

Da haben wir schon drüber gesprochen.

Mit welchem Ergebnis? Und wo würde der Fokus liegen?

Das wird man sehen. Nach meinen ersten Eindrücken geht es gar nicht darum, wo Bedarf besteht. Es geht allein darum, dass jeder auf dem Platz seine Aufgaben erledigt. Wenn die Stürmer meinen, sie hätten mit der Verteidigung nichts zu tun, dann können wir auch Ramos, Hummels oder wen auch immer holen, dann wird das nicht funktionieren. Deshalb ist wichtiger als jeder Neuzugang, dass wir Kompaktheit und taktische Disziplin an den Tag legen.

Wie wichtig wäre zum Jahresabschluss gegen Köln II ein positives Ergebnis, um 2020 einigermaßen versöhnlich zu beenden?

In erster Linie will ich jedes Spiel gewinnen. Durch die kurze Vorbereitung wird es nicht einfach, aber mir ist wichtig, dass die Jungs morgen noch einmal alles reinlegen, was im Körper steckt.

Wie sehen Sie die Aussichten auf den Klassenerhalt?

Wir wollen uns am Samstag gut präsentieren und dann ist der Rückrunden-Auftakt gegen die Sportfreunde Lotte am 16. Januar das A und O. Wir haben im neuen Jahr noch 20 Spiele. Das ist definitiv genug, um am Ende den Klassenerhalt zu schaffen.

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