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Beverly RangerWarum der erste Frauenfußball-Star keine guten Erinnerungen an die „Sportschau“ hat

Beverly Ranger auf dem Fußballplatz.

Beverly Ranger schoss einst als erste Frau das „Tor des Monats“. Das Foto zeigt sie am 1. Mai 1978.

Als erster Frau gelang ihr einst das „Tor des Monats“ – der Treffer machte Beverly Ranger zum ersten Frauenfußball-Star Deutschlands. Ihr Sportschau-Auftritt würde heute einen Aufschrei auslösen.

Beverly Ranger ist nicht aufzuhalten. Mit purer Entschlossenheit zieht die Stürmerin vom Bonner SC an fünf Gegenspielerinnen vorbei, lässt die Torhüterin stehen und schießt ihre Mannschaft aus vollem Lauf zurück ins Rennen um die deutsche Meisterschaft.

Mit dem sehenswerten Ausgleichstreffer gegen die SSG Bergisch-Gladbach, der 1975 zum Tor des Monats Juni gewählt wird, schwingt sich die gebürtige Jamaikanerin zum Star des Frauenfußballs auf.

Peinliche Begrüßung in der Sportschau: „Was sollte das?“

Am Mittwoch wird Ranger 70 Jahre alt, die Ehrung für ihren Treffer zum 1:1 im Finale der Mittelrhein-Meisterschaft löst bei ihr mehr als 45 Jahre später jedoch keine positiven Gefühle aus. Denn der Sportschau-Moderator Ernst Huberty (96) empfängt sie damals mit einer Begrüßung, die heutzutage einen gerechtfertigten Aufschrei auslösen würde.

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„Schön und kaffeebraun sind alle Frauen aus Kingston Town“, lautet die Textzeile aus dem 1958 erschienenen Lied von Vico Torriani, die Huberty zitiert. Ranger sei „der lebende Beweis“, fügt er hinzu und überreicht der in der jamaikanischen Hauptstadt geborenen Fußballerin die Medaille. Den entsprechenden Ausschnitt aus der Sportschau sehen Sie in diesem YouTube-Video:

„Das hat mich wirklich umgehauen. Was sollte das? Was wollen sie damit bezwecken? Das war unnötig“, sagte Ranger vor rund zwei Jahren im Gespräch mit der Sportschau.

Sie sei da gewesen, „um über das Tor und den Frauenfußball zu sprechen. Alles andere war unnötig.“ Und darauf, dass sie dem „Frauenfußball in Deutschland auf die Beine geholfen“ habe, sei sie „sehr stolz“.

Ihre Popularität brachte Ranger, die nach ihrer aktiven Karriere in die USA übersiedelte, unter anderem einen Sponsoringvertrag mit einem Sportartikelhersteller ein. Es sei ihr gesagt worden, dass sie „der erste Star“ der Sportart sei, so Ranger.

Durch den Treffer, mit dem Ranger nach Bärbel Wohlleben die zweite Torschützin des Monats wurde, brachte sie den BSC auch auf Titelkurs. Das Spiel gegen die SSG Bergisch-Gladbach, mit der Ranger 1977 noch eine Meisterschaft feierte, entschieden die Bonnerinnen am Ende für sich, zogen in die Endrunde ein und sicherten sich später im Finale gegen Bayern München den Titel - auch dort traf Ranger. (sid)