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Premiere auf dem Rudolfplatz„Bügeln am Hahnentor“ entsetzt über „meet & eat“-Nachfolge

Aktualisiert:

Premiere für den „meet & eat“-Nachfolger „MarktTreff Rudolfplatz“.

Großes Versprechen, bittere Realität. Nach dem Aus für den beliebten Streetfood-Markt „meet & eat“ am Rudolfplatz fand am Donnerstag (30. April) an gleicher Stelle die Premiere des neuen „MarktTreff Rudolfplatz“ statt.

Das Ziel: weniger Alkohol-Konsum, mehr Wochenmarkt. Doch die Realität sah nach Angaben einiger Besucher und Besucherinnen anders aus.

Keine Spur von Wochenmarkt

Die Stadt wollte den Alkoholausschank regulieren. Alles sollte ruhiger, markttypischer werden. Wer am Donnerstagabend auf dem Rudolfplatz war, sah davon wenig, wie ein Mit-Initiator des kreativen Protests „Bügeln am Hahnentor“ gegenüber EXPRESS.de berichtet.

Während Winzer von der Ahr ausschenkten, mussten langjährige und treue Händler wie der Betreiber von „Gusto Italia“ tatenlos zusehen. Er hatte rund 100.000 Euro in einen neuen Standwagen investiert. Und jetzt? Jetzt habe ihm die Marktgilde einen zweimonatigen Testvertrag (üblich ist ein Jahresvertrag) angeboten – ohne Alkoholausschank, heißt es von den Protestlern. Für den Händler eine Zumutung, denn das rechnet sich nicht. „Frust und Enttäuschung über die Stadt Köln sowie Existenzangst waren ihm ins Gesicht geschrieben“, sagt einer der „Bügeln am Hahnentor“-Initiatoren.

Die Regeln sind eigentlich klar: Der ausgeschenkte Alkohol darf nur aus selbstgewonnenen Erzeugnissen stammen. So forderte es die Stadt Köln, nachdem eine Prüfung des Rechtsamts ergeben hatte, dass „meet & eat“ nicht länger den Charakter eines Wochenmarktes erfülle. Es gebe zu wenig Obst- und Gemüsehändler, hieß es.

Doch was nützt ein „ausgewogener Sortiment-Mix“, wenn ihn niemand will? So offenbar auch das Bild am Donnerstagabend. Die Menschenmassen drängten sich dort, wo Wein ausgeschenkt wurde. Nicht beim Obst und Gemüse oder an Blumenständen.

Genau das hatten die bisherigen Betreiber und die Mitglieder der Bügel-Community prognostiziert. Die beliebten „meet & eat“-Stände hatten daher zuletzt genau das abgebildet, was wirtschaftlich funktionierte. 

Protest geht weiter

Rund 80 bis 100 Unterstützer der „Bügel-Community“ waren auch Donnerstag wieder vor Ort – erneut mit Bügelbrettern. Ihr Protest gegen das Vorgehen der Stadt geht weiter.

Dabei ist ihnen aber ein Punkt ganz wichtig: „Auch wir wollen die Händler unterstützen. Jedoch die regionalen Händler, die zehn Jahre ‚meet & eat‘ aufgebaut haben, und den Markt mit dem Betreiber zu dem großartigen Erfolg geführt haben“, so der Mit-Initiator, der bemängelt, dass nun Händler aus anderen Bundesländern den Kölner Markt übernehmen. 

Nächsten Donnerstag (7. Mai) wird wieder gebügelt – auf dem Rudolfplatz. Mit noch mehr Teilnehmern und Teilnehmerinnen, so die Hoffnung. 

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