Strafrechtlich gehe es um den Vorwurf der Nachstellung. Die Staatsanwaltschaft verwies darauf, dass die Unschuldsvermutung gelte.
Vorwürfe von Collien FernandesStaatsanwaltschaft bejaht Anfangsverdacht gegen Ulmen

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Christian Ulmen und Collien Fernandes beim Bundespresseball im Jahr 2024. Fernandes hat schwere Vorwürfe gegen ihren nunmehrigen Ex-Mann erhoben.
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Im Fall der von der Schauspielerin Collien Fernandes erhobenen Vorwürfe gegen ihren Ex-Mann Christian Ulmen sieht die Staatsanwaltschaft Itzehoe einen Anfangsverdacht gegen Ulmen. Die Auswertung der Berichterstattung des Magazins „Spiegel“ über den Fall habe zu einer Bejahung des Anfangsverdachts geführt, erklärte die Ermittlungsbehörde am Freitag. Strafrechtlich gehe es um den Vorwurf der Nachstellung. Die Staatsanwaltschaft verwies darauf, dass die Unschuldsvermutung gelte.
Wie die Staatsanwaltschaft erklärte, wurde nach der „Spiegel“-Berichterstattung ein im Juni 2025 eingestelltes Ermittlungsverfahren wieder aufgenommen. Es werde nun geprüft, ob außer dem Straftatbestand der Nachstellung auch weitere Straftatbestände in Betracht kommen.
Staatsanwaltschaft: Anfangsverdacht gegen Christian Ulmen
Im Fall einer Verurteilung drohten für Nachstellung bis zu drei Jahre Haft oder eine Geldstrafe, erklärte die Staatsanwaltschaft. Weitere Auskünfte wollte die Ermittlungsbehörde zunächst nicht geben.
Zuvor hatte die Staatsanwaltschaft bereits die Wiederaufnahme von Ermittlungen bestätigt. Dies sei nach „Prüfung der Medienveröffentlichungen“ geschehen, teilte Oberstaatsanwalt Peter Müller-Rakow mit.
Collien Fernandes erstattete 2024 Anzeige gegen Unbekannt
Nach früheren Angaben der Itzehoer Staatsanwaltschaft hatte die Geschädigte im November 2024 bei der Polizei in Berlin Strafanzeige gegen Unbekannt erstattet, da durch eine unbekannte Person ein Fake-Account von ihr erstellt worden sei.
Die Staatsanwaltschaft Itzehoe hatte das Verfahren übernommen, „weil die angezeigte Handlung wohl innerhalb unseres Zuständigkeitsbereiches durch die Anzeigende zur Kenntnis genommen worden ist“, sagte Müller-Rakow.
Vorwürfe von Collien Fernandes lösen bundesweite Diskussion aus
Sie sei darum gebeten worden, für die Ermittlungen relevante Unterlagen zu übersenden. Da sie der Bitte nicht nachgekommen sei und somit Ermittlungsansätze zur Identifizierung des Täters gefehlt hätten, sei das Verfahren durch die Staatsanwaltschaft Itzehoe eingestellt worden. Fernandes hatte im „Tagesspiegel“ dieser Darstellung widersprochen.
In den vergangenen Tagen gab es bundesweit eine große Diskussion über digitale und sexualisierte Gewalt gegen Frauen – und breite Medienberichterstattung darüber. Tausende Menschen zog es bei Demonstrationen auf die Straße, etwa in Hamburg, für mehr Schutz für Opfer sexualisierter Gewalt.
Solidarität mit Collien Fernandes: Demonstration auch in Köln
Auch in Köln ist für den Samstag (28. März) eine Demonstration angemeldet worden. Die Organisationen Seebrücke Köln, Widersetzen Köln und Feminist Law Clinic rufen zu Solidarität mit Collien Fernandes auf. Sie verweisen darauf, dass „der Schutz für Betroffene sexualisierter Gewalt in Deutschland unzureichend“ sei. Der Zug startet um 13 Uhr am Rudolfplatz und endet am Chlodwigplatz.
Vorausgegangen war ein „Spiegel“-Bericht, in dem Fernandes schwere Vorwürfe gegen ihren Ex-Partner, den Schauspieler Christian Ulmen, erhoben hatte. Die Schauspielerin hat auf Mallorca Anzeige erstattet, wie eine Justizsprecherin auf der spanischen Mittelmeerinsel bestätigte. Das Verfahren befinde sich noch in einem sehr frühen und vertraulichen Stadium, sagte sie am 19. März.
Für Ulmen gilt die Unschuldsvermutung. Sein Anwalt Christian Schertz kündigte rechtliche Schritte gegen die Berichterstattung an, bei der es sich „in großen Teilen um eine unzulässige Verdachtsberichterstattung“ handle. Zudem würden „unwahre Tatsachen aufgrund einer einseitigen Schilderung verbreitet“. (red/afp/dpa)



