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Fahrer und Freund erinnert sichAn seinem schlimmsten Tag rief Fritz Schramma ihn an

Erwin Müller (70) chauffierte drei Kölner Oberbürgermeister. Jetzt erzählt er von dem schrecklichsten Tag seines Berufslebens.

Erwin Müller blickt auf ein spannendes Berufsleben zurück. Der heute 70-Jährige war der Cheffahrer von gleich drei Kölner Oberbürgermeistern (EXPRESS.de berichtete). Mit Ex-OB Fritz Schramma ist er bis heute eng verbunden.

Auf die Frage, ob es während seiner Dienstjahre einen Tag gibt, den er nie vergessen wird, muss Müller nicht überlegen – es ist der 31. März 2001... 

Horror-Unfall erschüttert Köln

An jenem Samstag kam Stephan Schramma mit nur 31 Jahren ums Leben – durch ein Autorennen, das sich zwei junge Männer auf den Ringen lieferten. Der Oberbürgermeister-Sohn stand mit seiner Verlobten an einer Ampel am Rudolfplatz. Er hatte keine Chance.

„Der 31. März 2001 war der schrecklichste Tag in meinem Berufsleben. Am späten Nachmittag rief mich Fritz Schramma an. Ich bin dann zu ihm hin und habe es erfahren“, erzählt Erwin Müller. Er muss schlucken, auch nach 25 Jahren lässt ihn dieses schlimme Ereignis nicht los. 

Stephan Schramma (†31) kam am 31. März 2001 in Köln ums Leben.

Copyright: Fritz Schramma

Stephan Schramma (†31) kam am 31. März 2001 in Köln ums Leben.

Einen Tag später habe sich jemand von der Feuerwache 1 gemeldet und den damaligen Oberbürgermeister gebeten, dass einige Utensilien seines Sohnes abzuholen seien. „Ich habe das gemacht, um Fritz Schramma in der schlimmsten Zeit seines Lebens zu unterstützen“, erklärt der ehemalige OB-Cheffahrer. Es sei eine Tasche gewesen. Er habe nicht reingeschaut, weil er sich habe denken können, was sich darin befand.

„Ich habe jetzt noch einen Kloß im Hals, es war eine schreckliche Zeit. Man hat einen sehr, sehr guten Chef und man ist so nah im Auto beieinander... Es hat mich auch selbst sehr mitgenommen“, erzählt Erwin Müller stockend weiter. 

„Ich habe nie wieder in meinem Leben einen Menschen kennengelernt, der mental so stark war wie Fritz Schramma“, sagt er.

Der ehemalige Oberbürgermeister, aber auch er selbst, würden seitdem bei jedem Raserunfall, bei dem jemand zu Tode kommt, ganz besonders an seinen Sohn Stephan denken. 

Jetzt jährt sich dessen Todestag zum 25. Mal. Neben Ex-Cheffahrer Erwin Müller werden viele Kölnerinnen und Kölner an Familie Schramma denken und den schweren Verlust, den sie ertragen muss.

Ein Bahntunnel ist beschmiert und beklebt, auch ein dort stehender Ticketautomat ist mit Graffiti besprüht.

Kölns schäbige Bahnhöfe

Laut Leserreporter Jürgen wäre schon das „ein Quantensprung“