Abschied von den Bläck Fööss Peter, war dat ne schöne Zeit!

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Peter Schütten verlässt 2017 die Bläck Fööss.

Köln  – Seine Gitarre. Sein Schnäuzer. Seine Stimme: Von Anfang an war er immer dabei: Wenn Peter Schütten (73) die Bläck Fööss verlässt, tritt ein musikalischer Chronist des Stadtgeschehens von der Bühne.

Ein ehemaliger Luftschutzbunker am Karolingerring in den späten 1960er Jahren: Die Nachkriegsgeneration wird so langsam flügge. Ein paar Jungs, sie nennen sich Stowaways, setzen in diesen Tagen an, um später als die „Bläck Fööss“ Kölner Stadtgeschichte zu schreiben. Es sollten fast 50 Jahre der unvergessenen Songs und Hymnen für ihre Stadt werden.

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Peter Schütten 2006 im Tanzbrunnen.

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Von Anfang an mit dabei: Peter Schütten.

In Neuehrenfeld geht er in der Baadenberger Straße zur Grundschule, besucht später das Gymnasium. „Ich wollte eigentlich mal Lehrer werden“, sagt er. Doch letztlich wird es die Musik.

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Anfangs-Trio: Schütten, Tommy Engel und Erry Stoklosa wurden bei der Sendung "Alaaf, Helau, Tschingbumm! - Die größten Stars - Die schönsten Lieder - Früher und Heute" gezeigt.

Doch als Beat-Band läuft es schleppend für die Stowaways, und so gründete man am Bonner Verteiler 1970 die Fööss – und revolutionierte damit den Kölner Karneval: Weil es sich so schön englisch und kölsch anhört, kommen die Bläck Fööss mit nackten Füßen auf die Bühne. Ein Skandal in der spießigen und miefigen Karnevalswelt der frühen 1970er Jahre.

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1974 posiert Schütten ganz lässig mit Zigarette.

Mittendrin im Getümmel: Peter Schütten. Er ist es, der den ersten großen Hit „De Mama kritt schon widder e Kind“ (1974) schreibt – zwei Jahre zuvor noch auf Englisch. „Aber die Leute wollten uns auf Kölsch“, so Peter.

Kölsche Hits und markante Stimme

Es sollten noch viele Songs sein, die der Sänger, Gitarrist und Percussionist der Band prägte. Und die Liste klingt wie eine Reise durch die Kölner Stadtgeschichte – mit dem Familienvater am Mikrofon: „Veedel“, „Du bes die Stadt“, „Et Spanien-Leed“ – und viele weitere Hits singt Schütten.

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Früh übt sich. Schon als junger Mann spielte er Gitarre.

Seine markante Stimme leiht er später Cat Ballou, als er den Herrgott beim „11. Gebot“ spricht. Ja, diese markante, tiefe Stimme! Durch Schütten schaffen es die Fööss, einen perfekten Satzgesang auf die Bretter hinzulegen – bisher unerreicht im kölschen Fasteleer.

Träger der Willi-Ostermann-Medaille, ausgezeichnet im Düsseldorfer Landtag und eine Eintragung im Goldenen Buch der Stadt bezeugen: Die Fööss mit Peter Schütten haben sich schon unsterblich gemacht.

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Peter in der vierten Klasse – das war 1953.

Und das sensationelle Jubiläum zum 40. Band-Geburtstag auf dem Roncalli-Platz. „Zurückblickend war es eine schöne Zeit“, so Peter. „Aber ich will auch noch etwas davon haben, dass ich noch fit bin.“ Und er weiß genau, dass sein Lebenswerk Bestand haben wird: „Einmal Bläck Fooss, immer Bläck Fooss“, sagt er zum Abschied.

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