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Mit Baby-Lüge Zockte Kölner Rockerbraut einen reichen Schweizer Geschäftsmann ab?

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Die Rockerbraut (37) beim Prozessauftakt im Kölner Landgericht.

Köln – Um einen luxuriösen Lebensstil zu pflegen, mit einer schicken Wohnung im Kölner Rheinauhafen, soll eine Kölner Rockerbraut (37) einen Schweizer Geschäftsmann ganz übel abgezockt haben. Laut Staatsanwaltschaft erhielt sie etwa 500.000 Euro nach einer boshaften Baby-Lüge.

Köln: Rockerbraut soll Schweizer Geschäftsmann abgezockt haben

Die Ehefrau des ehemaligen Anführers der Rocker-Gruppierung Bandidos MC Cologne, Aykut Ö. (33), soll mehrere Jahre eine Affäre mit dem Schweizer gehabt haben. Sie habe sich Reisen, zwei teure BMW schenken lassen und Zuschüsse für die Gründung eines Kosmetikstudios erhalten.

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Der ehemalige Kölner Banidos-Boss Aykut Ö. (33) im Landgericht.

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Im Jahr 2017 habe die Frau dem Geschäftsmann dann mitgeteilt, von ihm schwanger zu sein; sie erwarte Zwillinge. Laut Anklage habe sie dem Mann vorgeschlagen, ihr eine 140 Quadratmeter große Wohnung im Rheinauhafen zu finanzieren, wo sie mit den Kindern leben könne.

Köln: Angeklagte soll mehr als 520.000 Euro erbeutet haben

Ein entsprechendes Exposé soll die Rockerbraut dem Schweizer überreicht haben, der ihr danach in mehreren Tranchen insgesamt rund 520.000 Euro gegeben haben soll. Eine Wohnung wurde laut Staatsanwaltschaft dafür nicht gekauft, das Rocker-Pärchen wohnte ja bereits am Rhein.

Später soll der Geschäftsmann realisiert haben, dass ihn seine angebliche Lebensgefährtin ausgenommen haben soll, einen Ehemann hat und gar nicht von ihm schwanger war. Dem Vernehmen nach soll der Schweizer in der Folgezeit versucht haben, sich das Leben zu nehmen.

Kölner Staatsanwaltschaft: Betrug mit Falschgeld und Hublot-Uhr

Dem Ehepaar wird außerdem vorgeworfen, sechs gefälschte 500-Euro-Scheine in Umlauf gebracht zu haben. Die 37-Jährige soll diese etwa an einem Geldautomaten der Sparkasse KölnBonn am Neumarkt eingezahlt haben; die Maschine erkannte das Falschgeld aber.

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Auch sollen finanzielle Engpässe das Ehepaar dazu verleitet haben, eine „Hublot Big Bang“-Herrenarmbanduhr im Wert von 10.000 Euro als gestohlen zu melden, um die Versicherung zu betrügen. Die Uhr soll später auf danach gefertigten Fotos am Arm von Aykut Ö. zu sehen sein.

Die 37-Jährige, die Betreiberin einer Shisha-Bar auf dem Kölner Hohenzollernring war, soll außerdem mehrfach Schriftstücke eines Geschäftspartners gefälscht haben. Zuletzt, um die Gaststätte ohne Zustimmung des Anteilhabers für 700.000 Euro zu verkaufen.

Schusswechsel nach Streit bei Kölner Steuerberater 

Weiter soll die Ehefrau ihrem Gatten eine Pistole gereicht haben, nachdem dieser im Büro eines Steuerberaters in der Kölner Innenstadt mit einem Mitglied der rivalisierenden Rocker-Gruppierung Hells Angels aneinander geraten war. Es kam zum gegenseitigen Schusswechsel.

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Bewährung: Das ehemalige Mitglied der Hells Angels mit Verteidiger Sebastian Schölzel im Amtsgericht.

Der Höllenengel wurde dafür bereits verurteilt (hier lesen Sie mehr). Die Staatsanwaltschaft wirft Aykut Ö. in dem Zusammenhang vor, einen Zeugen beeinflusst zu haben. Dieser sollte nicht gegen den anderen Rocker, mit dem sich Ö. zwischenzeitlich wieder vertragen hatte, aussagen.

Kölner Rocker-Boss soll Juwelier überfallen haben

Der Bandido, der in U-Haft sitzt, ist weiter angeklagt, mit zwei Komplizen einen Juwelier in Rösrath überfallen zu haben. Das Trio soll den Schmuckhändler und dessen Frau abgefangen haben und einen Koffer mit Goldschmuck im Wert von bis zu 300.000 Euro erbeutet haben.

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Das Ehepaar muss sich vor dem Kölner Landgericht verantworten.

Zum Prozessauftakt am Dienstag im Kölner Landgericht schwiegen die Angeklagten zunächst zu den Vorwürfen. Bisher sind 29 Verhandlungstage vorgesehen, ein Urteil soll am 24. September fallen. Dem Ehepaar, insbesondere Aykut Ö., droht ein mehrjähriger Gefängnisaufenthalt.

Die 37-Jährige, die kürzlich ein weiteres Kind bekam, muss die nächsten Verhandlungstage jedoch nicht im Gericht verbringen. Da zunächst nur Vorwürfe verhandelt werden, die ihren Mann betreffen, bekommt die Rockerbraut „Prozessurlaub“.

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