Der Nationalspieler sprach nach dem Spiel offen über seine Gala-Vorstellung – und wurde sein Grinsen gar nicht mehr los.
Gala mit TraumtorWirtz widerlegt Matthäus-Einschätzung

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Nicht ganz so gewollt, aber trotzdem traumhaft!
Florian Wirtz hat eingestanden, dass sein Tor zum 3:2 beim WM-Test gegen die Schweiz nicht ganz so geplant war. „Ich würde lügen, wenn ich den jetzt genau so reinmachen wollte“, gestand Wirtz über seinen Kunstschuss in den Winkel.
Florian Wirtz über sein Traumtor: „Dass der Ball so eingeschlagen ist, ist top“
Damit widerlegte der Nationalspieler auch die Einschätzung von Co-Kommentator Lothar Matthäus während der Partie, die auf RTL übertragen wurde. Der TV-Experte und Ex-Nationalspieler hatte nach dem tollen Treffer ins Mikrofon gerufen: „Das war kein Zufall. Den wollte er genau so!“
Tatsächlich dürfte Wirtz wie schon bei seiner Torvorbereitung zum 1:0 durch Jonathan Tah den langen Pfosten anvisiert haben, um dort bereits lauernde Mitspieler in Position zu bringen. Kümmern wird Wirtz das nun wenig, er ergänzte seine Offenheit schmunzelnd: „Dass der Ball so eingeschlagen ist, ist top.“
Die Note „eins plus mit Sternchen“ von RTL-Experte Matthäus musste zudem keinesfalls überdacht werden. Daran, dass der Ex-Leverkusen-Star der überragende Spieler des Abends war, ändert seine Ehrlichkeit nichts. Zwei Tore, zwei Vorlagen: „Ich glaube, das ist mir noch nie in einem Spiel gelungen“, sagte Wirtz, der seinen Auftritt klar als sein bestes Länderspiel einordnete.
Beim wilden 4:3 in Basel gegen die Schweiz weckte Wirtz mit seiner Weltklasse-Leistung jedenfalls die Hoffnungen auf eine magische WM. Den Siegtreffer per Schlenzer aus dem Stand in der 86. Minute wollte er wiederum genau so aufs Tor bringen.

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Schlenzer aus dem Stand: Florian Wirtz bei seinem Siegtreffer zum 4:3 gegen die Schweiz.
Bundestrainer Nagelsmann schwärmte nach der Partie von einem „Weltfußballer“ mit einem „außergewöhnlichen“ Auftritt, Rudi Völler sah einen „Ausnahmefußballer mit dem Zauber-Füßchen“. Und Pascal Groß brachte es so auf den Punkt: „Flo küsst den Ball.“
Vier Scorer-Punkte in einem Spiel konnte der 22-Jährige noch nie in einem Profispiel beisteuern. In 38 Länderspielen kommt Wirtz nun auf 21 Torbeteiligungen. Selbst Gegner Granit Xhaka, einst Teamkollege bei Bayer Leverkusen, zollte nach dem Spiel Respekt: Wirtz „sei einfach ein Genuss“ – und habe eine „riesige Zukunft vor sich“, so der 33-Jährige.
Den Moment genoss Wirtz sichtlich. Immer wieder lag ihm ein Grinsen im Gesicht, das überhaupt nicht mehr weichen wollte. Und was den Abend abrundete: Seine Eltern saßen in Basel auf der Tribüne und dürften die Gala ihres Sohnes mit ihm gemeinsam genossen haben.

