Modestes Ex-Klub verzweifelt Winter-Neuzugang mit massivem Übergewicht verpflichtet

Loris Gnagnon grätscht im Zweikampf gegen Lois Diony von Saint-Etienne.

Joris Gnagnon (l.), hier noch in deutlich besserer Form am 5. März 2020 für Stade Rennes gegen Lois Diony, bereitet Saint-Étienne als Neuzugang große Sorgen.

Böse Transfer-Überraschung für den französischen Abstiegskandidaten AS Saint-Étienne. Neuzugang Joris Gnagnon kam mit reichlich Übergewicht bei seinem neuen Klub an, die Mitspieler tuscheln bereits.

Mit diesem Pfund kann der französische Abstiegskandidat AS Saint-Étienne so schnell wohl nicht wuchern. Der Vorletzte der Ligue 1 liegt knapp hinter dem rettenden Ufer, holte für die Rettung insgesamt sieben neue Leute im Winter. Einer davon ist fürs Erste allerdings maximal Ersatzmann.

Vier Leih-Spieler und drei zuvor vereinslose Profis sollen das Team von Trainer Pascal Dupraz (59) vor dem ersten Abstieg seit 2001 bewahren. Am Samstag (5. Februar 2022) schöpfte der Klub durch ein 3:1 gegen Montpellier neue Hoffnung. Abwehrspieler Joris Gnagnon (25) stand dabei allerdings nicht im Kader und dürfte so schnell auch nicht über den Status als Tribünengast hinauskommen.

AS Saint-Étienne: Fehlgriff bei Joris Gnagnon?

Der im September wegen Undiszipliniertheiten beim FC Sevilla ausgemusterte ehemalige französische Junioren-Nationalspieler hat in der Zeit bis zu seiner Verpflichtung vier Monate später offenbar nicht allzu viel an seiner Einstellung gearbeitet.

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Stattdessen ließ Gnagnon es sich gut gehen und schlug an der Loire letztlich mit ordentlich Übergewicht auf. Zunächst war sogar von 20 Kilo die Rede, die unglaubliche Zahl dementierte der Klub später allerdings. Bilder zeigen, dass bis zur Topform dennoch einige Pfunde purzeln müssen.

Zwar schaffte es Gnagnon wundersamerweise durch den Medizincheck, doch den kritischen Blicken von Mitspielern und Trainerteam hielt er nicht lange stand. „Ich habe ihn zunächst für einen Security-Mitarbeiter gehalten“, tratschte ein Teamkollege, der lieber anonym bleiben wollte, gegenüber „Le Parisien“.

Joris Gnagnon kämpft bei Saint-Étienne gegen die Pfunde

Dass Gnagnon erst mühsam wieder in Form gebracht werden muss, gestehen die Verantwortlichen von „Asse“ inzwischen freimütig ein. Vereinslegende Loic Perrin (36), der als Profi 469 Spiele für den Klub absolvierte und seit Dezember als Sportdirektor im Amt ist, gab gegenüber RMC Sport zu: „Er ist noch nicht ganz bereit.“

Gnagnon gab vergangene Woche zwar sein Debüt und spielte über 90 Minuten, allerdings im Spiel der zweiten Mannschaft in der fünftklassigen National 3 gegen Hauts Lyonnais (1:0). Immerhin: Die angeblichen 20 Kilo Übergewicht dementierte Perrin: „Er war in schlechter Form, aber so war es auch nicht.“

Schon im vergangenen Jahr hatte Saint-Étienne mit einer Winter-Verpflichtung nicht allzu viel Glück: Vom 1. FC Köln liehen die Franzosen einen gewissen Anthony Modeste (33) aus. Der damals formschwache Stürmer kam in seiner Heimat nicht wieder in Tritt, spielte nur achtmal (kein Tor) und fiel dann mit einer Leistenverletzung aus. Seine Tore macht Tony inzwischen wieder zuverlässig – allerdings in Köln und nicht in Saint-Étienne, wo man seine 14 Saisontreffer gut brauchen könnte. (bc)

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