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Wechselfehler des FC Bayern Kommentar zum Freiburger Einspruch: Sport-Club gefährdet so sein Image

Freiburgs Trainer Christian Streich (l) und Münchens Cheftrainer Julian Nagelsmann (r) verabschieden sich nach Spielende voneinander, dahinter geht Münchens Serge Gnabry.

Freiburgs Trainer Christian Streich verabschiedet sich nach dem Wechsel-Chaos am 2. April 2022 von Bayerns Coach Julian Nagelsmann.

Nach dem Einspruch gegen die Wertung der Partie gegen Bayern München scheiden sich plötzlich die Geister am SC Freiburg. Der Fußball-Bundesligist steckt im Dilemma.

Die Erfolgschancen des Freiburger Einspruchs gegen die Wertung der 1:4-Heimniederlage gegen den FC Bayern München werden von vielen als ziemlich gering eingeschätzt. Mit dem Schritt könnte der Breisgau-Klub auch Sympathien verspielt haben. Ein Kommentar.

Der SC Freiburg ragt aus der Schar der Bundesliga-Vereine schon seit Jahren wohltuend hervor: Als sympathischer Klub aus dem Breisgau, der sich schon früh mit Themen wie Nachhaltigkeit und Umweltschutz beschäftigte, der mit geringeren finanziellen Mitteln im Konzert der Großen erfolgreich mitspielt und bei dem Trainer wie Volker Finke oder Christian Streich zu Legenden wurden.

Doch inzwischen zeigt auch der Verein aus dem Schwarzwald, dass er trotz aller romantischen Träumereien auch im Wettstreit der Wirtschafts-Unternehmen im Bundesliga-Zirkus knallhart agieren muss. Die Benennung des neuen Stadions nach dem naheliegenden Europa-Park kam schon in der Fan-Szene nicht besonders gut an.

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Dass die Freiburger nun im Fall des Münchner Wechselfehlers alle juristischen Register ziehen, könnte sie weitere Image-Punkte kosten. Natürlich ist beim Bundesliga-Spiel am Samstag ein Fehler unterlaufen. Dafür, dass die Bayern eine falsche Auswechseltafel hochhielten, dass der Vierte Offizielle nicht den Wechsel-Vorgang vernünftig überprüft hat und dass Schiri Dingert angesichts des bevorstehenden Abpfiffs offenbar nicht mehr voll bei der Sache war, können die Breisgauer nichts.

SC Freiburg schiebt dem DFB den Schwarzen Peter zu

Dennoch bedienen sie in ihrer Stellungnahme ziemlich ausführlich die Opfer-Rolle. Sie befänden sich im Dilemma, sie fühlten sich unwohl, ist dort wortreich zu lesen. Den Schwarzen Peter schieben die Freiburger dem DFB zu. In der Tat hätte der Verband diese unglückliche Situation anders lösen können. Die Verantwortlichen aus dem Bereich Schiedsrichterwesen haben mehrfach betont, dass ein Versagen des Unparteiischen-Gespanns vorlag, weil dieses für die korrekten Ein- und Auswechslungen zuständig ist.

Die „Rechts- und Verfahrensordnung“ zwingt nun jedoch den SC Freiburg in die Rolle, die Vorgänge anzuklagen. Und damit wird der Verein in die Ecke des schlechten Verlierers gedrängt. Dass die 16 Sekunden Verwirrung auf dem Feld keinerlei Einfluss auf den Spielausgang (1:4) hatten, ist unstrittig. Zudem hat der FC Bayern auch nicht – und damit unterscheidet sich der Fall von früheren Wechselfehlern – einen Spielertausch vorgenommen, der geltenden Regeln widerspricht. Das Schiri-Gespann war schlicht nicht aufmerksam genug.

Worum es beim Freiburger Einspruch am Ende dann doch geht, steht leicht versteckt zwischen den ganzen Worthülsen. „Wahrnehmung der Gesamtverantwortung in wirtschaftlicher Hinsicht“, „Treuepflichten des Vorstands gegenüber dem Verein und sich stellende Haftungsfragen“ sind die Beweggründe. Heißt auf Deutsch: Auch der Sport-Club will nichts unversucht lassen, um am Ende nicht mögliche Millionen-Gewinne zu riskieren.

Denn sollte das Gericht dem SCF am Ende doch drei Punkte zusprechen, können die im Kampf um die Teilnahme an der Champions League entscheidend sein. Bleibt das Ergebnis bestehen, haftet ihnen das Image des schlechten Verlierers an. Dass es überhaupt zu so einer Situation kommt, hätte der DFB durch entschlosseneres Vorgehen in dem Fall verhindern können.

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