Wechselpanne des FC Bayern DFB gibt Entscheidung zu Freiburgs Einspruch bekannt

Der SC Freiburg hatte nach der Wechselpanne des FC Bayern Einspruch gegen die Wertung der 1:4-Niederlage eingelegt. Diesen hat der DFB nun abgewiesen.

Der SC Freiburg war nach dem Wechselfehler des FC Bayern vors Sportgericht gezogen, legte Einspruch gegen die Wertung der 1:4-Niederlage ein. Nun hat der DFB seine Entscheidung bekannt gegeben: Einspruch abgewiesen!

Gemäß Urteilsbegründung könne der schuldhafte Einsatz eines nicht einsatzberechtigten Spielers nicht den Bayern angelastet werden, sondern gehe auf ein „schuldhaftes Fehlverhalten“ des Schiedsrichters zurück. Der SC Freiburg wird nicht in Berufung gehen.

SC Freiburg legte Einspruch gegen Wertung des Spiels gegen FC Bayern ein

Der SC Freiburg betonte in seinem Statement zum Einspruch, sich in einem „unverschuldeten Dilemma“ zu befinden. Die Situation zwinge den Klub „in eine aktive Rolle“, an der er kein Interesse habe. Ein Motiv für den Einspruch sei es, für die Zukunft „Rechtssicherheit in vergleichbaren Fällen“ zu schaffen. Zudem gehe es um die „Wahrnehmung der Gesamtverantwortung für den Verein in wirtschaftlicher als auch sportlicher Hinsicht.“

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Die Erfolgsaussichten des Protests waren ohnehin ungewiss. Da wäre zum einen die überraschende Grauzone im Regelwerk. Selbst Experten zeigten sich unsicher, ob in diesem Fall die Fußballregeln des DFB oder die Rechts- und Verfahrensordnung des Verbandes anzuwenden sind. Dazu bliebe die Frage, ob das Sportgericht die Schuld eher dem Schiedsrichterteam um Christian Dingert (41) oder den Münchnern anlastet, was es nun getan hat.

FC Bayern ist sich sicher: Wertung bleibt bestehen

Schiedsrichterlehrwart Lutz Wagner (58) sah die Verantwortung ebenfalls bei Dingert. „Normalerweise hätte er oder jemand aus seinem Team sich vor der Spielfortsetzung vergewissern müssen, dass die Anzahl der Spieler stimmt. Das hat er nicht gemacht und somit ist es ein Fehler des Schiedsrichters“, sagte der 58-Jährige im Interview mit „Spox“. Für die Auswechselvorgänge sei „nicht der FC Bayern München zuständig“, ergänzte der in Freiburg als Schiedsrichter-Beobachter eingesetzte Knut Kircher beim SWR.

Auch beim FC Bayern selber war man sich sicher, dass der Rekordmeister die Punkte behalten wird. „Wir sind nicht überrascht, dass der SC Freiburg Einspruch eingelegt hat. Die Angelegenheit liegt nun in den Händen der Sportgerichtsbarkeit, der wir voll vertrauen“, sagte Vorstandschef Oliver Kahn (52).

„Wir sind überzeugt, dass das DFB-Sportgericht nach den anwendbaren Regelungen nur zu einer Entscheidung kommen kann: Die Wertung unseres 4:1-Sieges bleibt erhalten“, äußerte Michael Gerlinger (49), Vizepräsident Sports Business und Competitions der Münchner.

Christian Streich: „Ich verstehe es nicht, mit diesem Einspruch einlegen“

Beim 4:1-Erfolg hatten die Münchner in der 86. Minute für 16 Sekunden mit zwölf Mann gespielt, nachdem Kingsley Coman (25) bei einem Doppelwechsel nicht rechtzeitig den Platz verlassen hatte. Zuvor war von Bayern-Teammanagerin Kathleen Krüger eine falsche Rückennummer hochgehalten worden. „Die Tafel ist eine Unterstützung und damit ein Hilfsmittel. So etwas kann immer passieren, und nochmal: Am Ende ist der Schiedsrichter verantwortlich“, sagte der ehemalige Unparteiische Wagner.

Neben den Unklarheiten im Regelwerk sowie der Schuldfrage bliebe zusätzlich noch die Tatsache, dass die Überzahl keinerlei Einfluss auf das Endergebnis hatte. Er sehe darin nichts „Spielentscheidendes“, sagte Bayern-Trainer Julian Nagelsmann: „Es passieren Fehler. Aus Sicht beider Mannschaften und des fairen Sports war nichts dabei, was gegen ein faires Spiel spricht.“

Freiburg-Coach Christian Streich (56) echauffierte sich, dass der SC für Ermittlungen des Sportgerichts selbst aktiv werden musste: „Es gibt ein Regelwerk. Diesem unterliegen wir und danach wird gehandelt“, sagte der 56-Jährige: „Ich verstehe es nicht, mit diesem Einspruch einlegen.“

Im moralischen Dilemma zwischen dem Ausschöpfen aller juristischen Möglichkeiten zur Steigerung der Chancen auf die Champions-League-Millionen und der Gefahr als schlechter Verlierer dazustehen, entschied sich der SC für den Rechtsweg und den womöglich winkenden Geldsegen. (sid)

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