Bierbecher-Wurf Bochum überrascht mit Forderung: VfL will Skandal-Spiel gegen Gladbach wiederholen

Schiedsrichterassistent Christian Gittelmann geht nach einem Treffer durch einen Bierbecher in die Knie.

Schiedsrichterassistent Christian Gittelmann wurde beim Bundesliga-Spiel zwischen dem VfL Bochum und Borussia Mönchengladbach am 18. März 2022 von einem Becher getroffen.

Taktieren vor dem Prozess oder tatsächlich ein ernstgemeinter Vorschlag? Der VfL Bochum fordert nach dem Abbruch des Skandal-Spiels gegen Borussia Mönchengladbach durch einen Bierbecher-Wurf eine Wiederholung.

Es war nicht nur der größte Skandal des 27. Bundesliga-Spieltags, sondern zweifellos der gesamten Saison 2021/22. Vom Bierbecher-Wurf eines Fans getroffen, ging Linienrichter Christian Gittelmann (39) im Spiel des VfL Bochum gegen Borussia Mönchengladbach zu Boden, die Partie wurde beim Stand von 0:2 in der 69. Minute abgebrochen.

Nachdem die Begegnung auf dem grünen Rasen nicht zu Ende gebracht wurde, wird jetzt am Grünen Tisch über den Umgang mit dem NRW-Duell gestritten. Und die Gastgeber gehen mit einem überraschenden Vorstoß in die Offensive.

Bierbecher-Skandal: VfL Bochum fordert Wiederholungsspiel

Laut „Bild“ plädiert der Aufsteiger auf eine Wiederholung des Spiels, nachdem bisher alle von einer Wertung zugunsten von Borussia Mönchengladbach ausgegangen waren. Nach dem Entsetzen, auch vonseiten der Bochumer, wäre ein Einlenken zweifellos auch die angemessene Reaktion auf die Szene gewesen. Doch der VfL plant anders.

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„Der Straftäter hat völlig legal sein Getränk gekauft und der Verein dadurch kein Verschulden an der Straftat. Deshalb muss das Spiel wiederholt werden. Das steht in Paragraph 18, im vierten Punkt der Rechts- und Verfahrensordnung des DFB“, zitiert das Blatt Verteidiger Horst Kletke, der den Klub in der Angelegenheit vertritt.

Bierbercher-Wurf in Bochum: Vergangenheit spricht nicht für VfL

Im Regelwerk ist ein Wiederholungsspiel angedacht, sofern keinen der beteiligten Vereine eine Schuld am Spielabbruch trifft. Allerdings: Kaum etwas spricht dafür, dass der DFB-Kontrollausschuss auf die Forderung eingeht. Noch ist allerdings offen, wann der Verband sein Urteil verkündet.

Beim bislang letzten derartigen Vorfall in der Bundesliga, 2011 auf St. Pauli, war das Spiel gegen den FC Schalke letztlich mit 0:2 gegen die Hamburger gewertet worden. Ihr folgendes Heimspiel mussten die Kiezkicker zudem mindestens 50 Kilometer außerhalb von Hamburg austragen. St. Pauli zog für die Begegnung gegen den FC Ingolstadt ins rund 60 Kilometer entfernte Lübeck. Den Gesamtschaden, den der Wurf mit sich brachte, bezifferte der Klub auf 400.000 Euro.

Die Bochumer Logik würde darüber hinaus aber auch Nachahmungstätern Tür und Tor öffnen. Wären die Vereine nicht mehr für das Fehlverhalten von Fans durch im Stadion gekaufte Bierbecher verantwortlich, könnten diese praktisch ohne die Sorge vor sportlichen Konsequenzen aus den Blöcken gefeuert werden, wenn das Ergebnis eines Spiels nicht den eigenen Vorstellungen entspricht.  (bc)

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