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Nicht nur Wagner muss zitternSechs Bundesliga-Klubs droht Trainerwechsel im Sommer

In der Bundesliga stehen zahlreiche Trainer-Entscheidungen noch aus, bei sechs Vereinen könnte es einen Neuanfang geben.

Wer die 18 Bundesliga-Vertreter nach ihren sportlichen Idealvorstellungen fragt, dürfte in München, Hamburg, Köln, Heidenheim oder Bremen überall das entscheidende Stichwort raushören: Kontinuität.

Erfolgsgeschichten wie beim SC Freiburg mit Christian Streich (60) oder beim 1. FC Heidenheim mit Frank Schmidt (52) wünschen sich letztlich alle Klubs im Profi-Fußball. Doch die Tendenz für den Sommer deutet mal wieder an, dass ein solches Modell für die meisten Vereine einmal mehr nur ein fernes Wunschszenario bleiben wird.

Trainer-Entscheidungen in der Bundesliga noch offen

Einen Spieltag vor Ende der Bundesliga-Saison droht bei einem Drittel der Liga die größtmögliche Zäsur: ein Wechsel auf der Trainerposition. Zwar ist offiziell noch nirgendwo der endgültige Beschluss verkündet, doch bei sechs Vereinen herrscht derzeit Unklarheit in der Coaching-Zone.

1. FC Köln: René Wagner (37) hat bei Sport-Geschäftsführer Thomas Kessler (40) eigentlich gute Karten auf eine dauerhafte Verlängerung seiner bisherigen Interims-Mission. Doch das peinliche 1:3 gegen den 1. FC Heidenheim und die Vorbehalte bei Fans und Klub-Gremien machen die Trainer-Entscheidung am Geißbockheim zum Drahtseilakt.

Bayer Leverkusen: Kasper Hjulmand (54) verhinderte nach der Blitz-Entlassung von Erik ten Hag (56) zwischenzeitlich einen Totalschaden, die Weiterentwicklung der Mannschaft gelang dem Dänen aber nicht. Dass die Werkself die Champions League wohl verpassen wird, hat Konsequenzen: Für Hjulmand soll im Sommer Schluss sein, gehandelt werden Oliver Glasner (51) und der Brasilianer Filipe Luís (40).

Eintracht Frankfurt: Der gewagte Schritt mit Albert Riera (44) ging voll nach hinten los: Der extravagante Spanier legte Brände an zahlreichen Stellen, und weil auch das Verhältnis zu weiten Teilen der Mannschaft schwierig sein soll, scheint die Trennung unvermeidbar. Die Liste möglicher Nachfolger ist lang, reicht von der Glasner-Rückkehr bis zum schon mal in Frankfurt gehandelten Dänen Jacob Neestrup (38).

Union Berlin: Die historische Entscheidung für Interimstrainerin Marie-Louise Eta (34) ging bei den Eisernen zwar auf, doch die erste Trainerin der Bundesliga-Geschichte ist bereits fest bei der Berliner Frauen-Abteilung eingeplant. Weil sie ab Sommer in der Frauen-Bundesliga trainieren soll, benötigen die Männer einen neuen Coach.

VfL Wolfsburg: Erst nach einiger Anlaufzeit trug die Rückkehr von Routinier Dieter Hecking (61) als Feuerwehrmann Früchte, er kann die Wölfe über die Relegation noch zum Klassenerhalt führen. Wie es mit dem Trainer danach weitergeht, ist völlig offen. In Wolfsburg wird auch eine Rolle als Geschäftsführer diskutiert, die dann eine Neubesetzung der Trainerposition nach sich ziehen würde.

Borussia Mönchengladbach: Eugen Polanski (40) stabilisierte die humpelnden Fohlen zwischenzeitlich, doch inzwischen hinkt die Mannschaft nur noch lahm ins Ziel. Der haarsträubende Auftritt beim 1:3 in Augsburg nährte die Zweifel, die auch schon zuvor bei Fans und im Umfeld bestanden hatten. Ein Bekenntnis von Sport-Boss Rouven Schröder (50) gibt es nicht, hier ist vorerst alles offen.

Dieter Hecking fasst sich an den Kopf

Abstieg, Aufstieg, Europapokal

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