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Trainer-Plan vorerst durchkreuztWiderstand gegen Wagner wächst beim FC

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Die Saison hätte so schön enden können beim 1. FC Köln, doch nach dem letzten Heimspiel und der 1:3-Niederlage gegen Heidenheim ist die Stimmung trotz Klassenerhalt im Keller. Die große Frage: Wie geht es mit Trainer René Wagner weiter?

Es war alles angerichtet für ein großes Fußballfest und der Plan für die neue Saison lag schon ganz oben in der Schublade. René Wagner (37) sollte nach dem letzten Heimspiel gegen Heidenheim einen langen Vertrag als Cheftrainer bekommen. Doch nach dem 1:3 ist die Stimmung im Keller.

FC-Scherbenhaufen statt Freude – obwohl man zwei Spieltage vor dem Saisonende den Klassenerhalt geschafft hat! Am Sonntag (10. Mai 2026) gab es von den Rängen ein heftiges Pfeifkonzert für Wagner und seine Mannschaft. Der FC hatte sich gegen den Abstiegskandidaten blamiert und phasenweise spielerisch vorführen lassen. Die Fans ließen nach der Partie Dampf ab, bewerteten den Auftritt im letzten Heimspiel als „bodenlos“ oder sprachen von einer „Katastrophe“.

1. FC Köln: Widerstand gegen Wagner-Plan kommt aus mehreren Ecken

Kölns Sportgeschäftsführer Thomas Kessler (40) musste die Trainerpersonalie nach der Niederlage erst einmal verschieben. Er sagte bei Dazn: „Wir haben viele Dinge in dieser Saison gesehen, die haben mir gut gefallen. Es gibt aber auch Themen, an denen wir arbeiten müssen. Als Aufsteiger zwei Spieltage vor Schluss die Klasse gehalten zu haben, war für uns sehr positiv. Aber das werden wir in Ruhe analysieren. Und dann kommt logischerweise die Trainerthematik auf den Tisch.“

Nach dem letzten Saisonspiel beim FC Bayern München (Samstag, 16. Mai, 15.30 Uhr) steht dann die Frage im Mittelpunkt: Bleibt Wagner Trainer des FC? Kessler hatte sich schon nahezu festgelegt.

Auch am Sonntag hielt er nochmals ein Plädoyer für den Coach. Dass im Vergleich zu Lukas Kwasniok kein spielerischer Fortschritt zu erkennen sei, wollte Kessler so nicht stehen lassen: „Ich finde das immer ganz spannend, weil am Ende des Tages hat er eine Situation übernommen, die für uns extrem brenzlig war. Wir waren zwei Punkte über dem Strich. Da war es ja auch ein bisschen unruhig in Köln. Und er hat das sehr, sehr sachlich und sehr, sehr ruhig mit dieser Mannschaft geschafft, hat den ganzen Staff mitgenommen. Und das ist ein Erfolg, dass wir hier stehen und die Klasse gehalten haben – auch nach einem verlorenen Spiel gegen den 1. FC Heidenheim.“

Der Sportgeschäftsführer würde es gerne weiter mit Wagner probieren. Auch einige Spieler stehen hinter dem Coach. Marius Bülter meinte: „Er hat uns Stabilität und Struktur zurück ins Spiel gebracht. Wir müssen jetzt aufpassen, dass wir uns nicht nach dem schlechten Spiel gegen Heidenheim die kompletten letzten Wochen oder die ganze Saison schlechtreden lassen.“ Auch Kapitän Marvin Schwäbe sprach sich für Wagner aus: „Ich finde, er hat jetzt in den Wochen, in denen er da war, klare und gute Arbeit geleistet und einen guten Draht zur Mannschaft gefunden.“ 

Dennoch gibt es in der Mannschaft auch Profis, die nicht viel vom Coach halten. Die Kritik an Wagner kommt aber längst aus mehreren Ecken. Einige prophezeien, dass er nicht mal die ersten vier Spiele der neuen Saison überleben würde.

Hinter den Kulissen wird kontrovers diskutiert und gestritten! Koppelt Kessler sein Schicksal an Wagner? Wenn er seinen Trainerkandidaten durchboxt, muss das funktionieren, ansonsten besteht die Gefahr, dass Kessler mit Wagner scheitert.

Nach Informationen von EXPRESS.de gibt es in den Gremien  Widerstand gegen Kesslers Wagner-Plan. Der FC-Sportchef muss seinen Kandidaten dem Gemeinsamen Ausschuss präsentieren. Dieses Gremium hat bei wichtigen Personalentscheidungen mit einem Volumen über einer Million Euro Entscheidungshoheit. Im GA sitzen Präsident Jörn Stobbe, seine Vizes Jörg Alvermann und Ulf Sobek, Mitgliederrat-Boss Fabian Schwab, seine Stellvertreterin Stacy Krott, Aufsichtsrat-Boss Lionel Souque sowie der Vorsitzende des Beirats, Klaus Behrenbeck. In dem siebenköpfigen Gremium muss es eine einfache Mehrheit geben, heißt 4:3.

Ob Wagner eine Mehrheit bekommt, bleibt abzuwarten. Aktuell können sich nicht viele im Verein vorstellen, dass mit dem jungen Trainer eine Aufbruchstimmung erzeugt werden kann. Der FC hat mit Ach und Krach die Klasse gehalten – vor allem, weil die Konkurrenz so schwach war.

In den vergangenen 13 Spielen gab es nur einen Sieg. Wagner konnte in seinen sechs Spielen nur sechs Zähler einfahren. Damit hat er den gleichen Punkteschnitt wie Vorgänger Lukas Kwasniok, der Ende März freigestellt worden war.

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