Für Stefan Effenberg braucht der VfL Wolfsburg ein Wunder, um die Klasse zu halten. Vor allem eine Szene macht ihm Sorgen.
„Eigentlich ein Riesenproblem“Knallhart-Prognose: Effenberg schreibt FC-Konkurrenten ab

Der Abstiegskampf spitzt sich zu – und für ein Team wird die Situation immer bedrohlicher.
Dabei sah es zwischenzeitlich so aus, als könnte der VfL Wolfsburg einer der Gewinner des Spieltags werden. Doch aus der 3:1-Führung der Wölfe bei Bayer Leverkusen wurde noch eine 3:6-Niederlage.
Effenberg über Wolfsburg-Knatsch: „Fatal für das Publikum“
Während Wolfsburg-Trainer Dieter Hecking nach dem Spiel nicht nur den Leistungseinbruch seiner Mannschaft kritisierte, sondern vor allem auch die des Schiedsrichters („unterirdisch)“, hat Sport-Experte Stefan Effenberg nur noch wenig Hoffnung, dass der VW-Klub den ersten Bundesliga-Abstieg der Vereinsgeschichte noch abwenden kann.
„Da muss schon ein Wunder eintreten“, sagte der ehemalige Bundesliga-Profi, der in seiner Karriere auch sieben Monate für den VfL auflief, im „Doppelpass“. Wolfsburg steht mit 21 Punkten auf Platz 17. Mit dem FC St. Pauli (Platz 16, 24 Punkte) und dem 1. FC Köln (Platz 15, 26 Punkte) sind zwei Konkurrenten im Abstiegskampf erst am Ostersonntag im Einsatz, könnten den VfL weiter distanzieren.
Die Statistik spreche eindeutig gegen Wolfsburg, so Effenberg. „In den letzten elf Spielen nur drei Punkte geholt, insgesamt 63 Gegentore, also über zwei im Schnitt, gefangen. 13 Elfmeter verursacht. Das sind alles so Kleinigkeiten“, sagte Effenberg.
In Leverkusen verspielte Wolfsburg wieder einmal eine Führung, bereits zum zwölften Mal in dieser Saison. „Leverkusen ist derzeit auch ein bisschen verunsichert. Aber du kriegst das irgendwie nicht hin und schluckst noch fünf Stück“, betonte der frühere Nationalspieler.
Eine Szene war für ihn bezeichnend für die Wolfsburg-Krise: VfL-Spieler, die sich nach dem Gegentor zum 3:4 gegenseitig Vorwürfe machten. „Diese Szene mit den Spielern, wo sie sich gegenseitig angehen. Also da, wo du eigentlich eine Einheit sein musst und zusammenstehen musst, da kriegen sie es auch nicht hin und zeigen auf dem Platz: Eigentlich haben wir hier ein Riesenproblem“, so Effenbergs Analyse.
„Du kannst in so einer schwierigen sportlichen Situation nicht aufeinander losgehen“, sagte Effenberg weiter. „Du kannst dir mal die Meinung geigen, in der Kabine oder auf dem Trainingsplatz oder dass es auch ein bisschen aggressiver wird. Das muss auch sein. Aber in einem Spiel sind solche Zeichen natürlich auch fatal für das Publikum.“
TV-Kommentator Robbie Hunke (DAZN und RTL) sah es ähnlich. „Wolfsburg hat sich vor der Saison einen Kader zusammengestellt, aber hat die Essenz des Fußballs vergessen, nämlich eine Mannschaft zusammenzustellen. Da stand gestern in der zweiten Halbzeit keine Mannschaft auf dem Platz“, so sein knallhartes Urteil.
Für den Anhang seines Ex-Klubs hatte Effenberg dann auch einen unerfreulichen Rat parat. „Also wäre ich Wolfsburg-Fan, würde ich mir wirklich ganz, ganz große Sorgen machen“, so der „Tiger“.


