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Ahnte VfL den Becher-Wurf? Warn-Video vor dem Spiel, Zoller rastet verbal aus – drastische Strafe droht

Das Schiedsrichtergespann um Benjamin Cortuns und Linienrichter Christian Gittelmann nach dem Becherwurf in Bochum.

Das Schiedsrichtergespann um Benjamin Cortus verlässt während des Spiels zwischen Bochum und Gladbach am 18. März das Spielfeld, nachdem der Linienrichter Christian Gittelmann (M) einen Becher an den Kopf bekommen hatte.

Dieser Appell hat nicht gewirkt: Anthony Losilla vom VfL Bochum richtete sich mit einem Video vor dem Spiel gegen Borussia Mönchengladbach an die Fans. Dann kam es zur Katastrophe.

Besonderes Spiel in der Bundesliga: Ohne ihre Cheftrainer eröffneten der VfL Bochum und Borussia Mönchengladbach am Freitagabend (18. März 2022) den 27. Spieltag. Es wurde ein dramatischer Abend, denn ein Schiedsrichter wurde von einem Becher am Kopf getroffen. Das Spiel wurde abgebrochen! Dabei appellierte der VfL vorher noch an seine Fans und warnte sie: Bier ist nicht zum Werfen, sondern zum Trinken!

Bochums Coach Thomas Reis und Gladbachs Trainer Adi Hütter fehlten wegen Corona-Infektionen. Im Duell des Tabellenelften mit dem 13. ging es für beide Mannschaften um einen weiteren Schritt Richtung Klassenverbleib (20.30 Uhr/DAZN).

Bei den Fohlen saß Co-Trainer Christian Peintinger für seinen Chef Hütter auf der Bank, bei Bochum vertrat Markus Gellhaus den erkrankten Reis. Gladbach musste zudem auf Innenverteidiger Nico Elvedi coronabedingt verzichten, bei Bochum fielen sogar drei Spieler wegen eines positiven Tests aus. Hier geht es zum Liveticker auf GladbachLive.

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Für die Fans wurde es ein Nerven-Thriller. Wer verliert, rutscht tiefer in den Tabellenkeller. Bochums Kapitän Anthony Losilla hatte vor dem Spiel deshalb auch eine ganz besondere Botschaft an die Fans. Doch sein Appell wurde nicht befolgt.

VfB Bochum: Gegen Mönchengladbach kein Bier werfen

Der VfL Bochum twitterte wenige Stunden vor dem Spiel ein Video, indem es um Bier geht: Gruß an alle Bierwerferinnen und Bierwerfer im Stadion. Losilla sagte dazu: „Wenn sich hochwertige Aromahopfen und hervorragende Malzqualität verbinden, dann entsteht ein Kunstwerk. Das ist etwas ganz Besonderes. Von der Ernte bis zum Gärkeller und ins Stadion. Fiege-Bier ist nicht zum Werfen, sondern zum Trinken.“

Kollege Simon Zoller, nach seinem Kreuzbandriss wieder im Training, schrieb unter den Tweet einen Kommentar noch lustig: „Ja also! Bald trinken wir wieder zusammen nach dem Spiel.“ Ein Fan twitterte trotzig: „Dann werfe ich halt meine Fanta.“

VfL Bochum: Simon Zoller schimpft auf Fan, der den Becher warf

Und es kam zur Katastrophe nach gut 70 Minuten. Gladbach führte 2:0 als ein Becher den Schiedsrichterassistenten Christian Gittelmann am Kopf traf. Das Schiri-Gespann ging in die Kabine, das Spiel wurde zunächst unterbrochen, dann nach einigen Minuten abgebrochen. Gittelmann stand sichtlich unter Schock, hatte aber wohl keine schweren Verletzungen. Die Bochumer Spieler schimpften Richtung Fanblock, aus dem der Wurf kam.

Simon Zoller war entsetzt und twitterte Richtung Fan, der den Becher geworfen hatte: „Wir, der VfL Bochum, schreiben seit knapp zwei Jahren eine unfassbare Geschichte. Diese Aktion ist einfach nur respektlos gegenüber all denen, die sich jeden Tag den Arsch aufreißen, um diese Reise zu erleben! Geschweige denn dem Linienrichter! DU hast im Stadion nichts verloren.“

Beim VfL Bochum wurde die Kapazität für das Spiel gegen Borussia Mönchengladbach kurzfristig von 20.000 auf 25.000 Zuschauer erhöht. Für den Zutritt galt weiterhin die 2G+-Regel. Der Täter soll nun möglichst schnell gefunden werden. Ihm droht eine saftige Strafe und ein langes Stadionverbot.

Der VfL kündigte am Samstag (19. März) harte Maßnahmen gegen den Übeltäter an: „Im Falle einer Identifizierung wird der VfL weitere Schritte einleiten, zum Beispiel Stadionverbot, Vereinsausschluss oder Einzug der Dauerkarte, und behält sich Schadenersatzansprüche vor. Denn wir gehen davon aus, dass der VfL verbandsseitig bestraft wird.“

VfL Bochum: Präsident Villis nach Becherwurf völlig außer sich

Vorstandsvorsitzender Hans-Peter Villis (64) fand auch deutlich Worte gegenüber „Bild“: „Wir werden denjenigen sicher finden. Mit solchen Fans wollen wir nichts zu tun haben. Hier gibt es ein paar Fans, die ihre Hände und ihr Gehirn nicht im Griff haben. Aber das sind einzelne. Das sind einzige Idioten, die das Image des Vereins nach unten ziehen.“

Villis weiter: „Ein paar Leute machen uns alles kaputt, was wir uns seit Jahren hier aufbauen. Das ist hart, das ist entsetzlich. Man muss sich mal den Zusammenhang vor Augen führen: In der Ukraine ist Krieg, wir machen ein Sondertrikot, machen echt alles, um unseren Beitrag zu leisten für dieses fürchterliche Geschehen. Und da sitzen Leute und schmeißen absichtlich mit einem Bierbecher. Wie doof kann man sein? Hier sind 25 000 Zuschauer, machen tolle Stimmung, aber einige Leute schnallen es nicht. 1200 Kilometer von uns ist Krieg ...“.

Bochums Führung entschuldigte sich für den Becherwurf. VfL-Sportdirektor Sebastian Schindzielorz sagte bei DAZN: „Man muss sich in aller Form entschuldigen für den Vorfall. Es ist sehr schade, dass wir das erste Mal wieder vor 25.000 Zuschauern spielen dürfen und das Spiel kein sportliches Ende findet. Das ist nicht akzeptabel. Wir müssen uns in aller Form entschuldigen.“ Das Spiel wird wohl für Gladbach gewertet und nicht wiederholt. Für den VfL wird es aber noch ein Nachspiel haben. Da drohen heftige Strafen.

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