„Ärzte haben gestaunt“ Kult-Coach Huub Stevens verrät OP-Details und bewertet Ex-Klubs Köln, Schalke & Co.

Mitgliederversammlung des FC Schalke 04: Huub Stevens steht auf der Bühne.

Huub Stevens auf der außerordentlichen Mitgliederversammlung des FC Schalke 04 am 17. Juli 2021 in der Veltins Arena.

Huub Stevens trainierte sechs Bundesliga-Vereine. Für EXPRESS.de gibt der erfahrene Coach eine Prognose zur Rückrunde ab. So denkt er über Köln, Hertha, Schalke & Co..

Von 1993 bis 2020 trainierte Huub Stevens (68) zahlreiche Vereine im In- und Ausland. In der Bundesliga saß der Niederländer alleine bei einem halben Dutzend Klubs auf der Bank, gewann mit Schalke zweimal den DFB-Pokal sowie den UEFA-Cup, stieg mit Köln auf. EXPRESS.de sprach mit dem erfahrenen Coach über seine Ex-Vereine. Was traut er ihnen in der Rückrunde zu?

Herr Stevens, sind Sie gut und gesund ins neue Jahr gekommen?

Huub Stevens: Ich habe vor Weihnachten zwei neue Kniegelenke bekommen. Schon nach einer Woche konnte ich die Krücken weglegen. Die Ärzte haben echt gestaunt. Danach hatte ich zwar Probleme mit der OP-Wunde, musste Antibiotika nehmen. Aber inzwischen geht es mir wieder gut. Ich bin im Reha-Training und lerne neu laufen (lacht).

Also können Sie bald wieder Fußball spielen?

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Huub Stevens: Das nicht. Aber hoffentlich wieder Fahrrad fahren und ohne Schmerzen spazieren gehen.

Sie verfolgen sicherlich weiter Ihre Ex-Klubs. Gehen wir sie mal der Reihe nach durch. Hoffenheim ist überraschend auf Platz drei.

Huub Stevens: Normalerweise gehören sie da nicht hin. Sie spielen einen ordentlichen Fußball, Sebastian Hoeneß macht als Trainer einen guten Job. Hut ab für den Tabellenplatz. Aber ich denke, den haben sie vor allem der Konkurrenz zu verdanken, die zu oft patzt.

Und der 1. FC Köln: Kann der Platz sechs halten?

Huub Stevens: Steffen Baumgart ist ein Typ, der perfekt zu Köln passt. Anthony Modeste ist top drauf, Mark Uth tut der Mannschaft gut. Es macht Spaß, die Mannschaft zu sehen. Aber ich würde das Thema Europa ganz weit weg halten und nicht in den Fokus rücken. Die FC-Verantwortlichen wissen, wo die Mannschaft herkommt. Schön, dass die Fans träumen, aber alle anderen sollten mit beiden Füßen auf dem Teppich bleiben. Der FC hat nichts mit dem Abstieg zu tun, das ist doch schon ein großer Erfolg.

Die Berliner Niederlage gegen Köln: „Das war wieder typisch Hertha“

Ihr Ex-Klub Hertha BSC hat gerade gegen den FC verloren.

Huub Stevens: Das ist wieder typisch Hertha BSC gewesen. Erst holen sie die Bonus-Punkte gegen Dortmund, dann folgt so ein schwacher Rückrunden-Start. Der Sieg gegen den BVB hat offenbar gar keine Euphorie ausgelöst. In Berlin herrscht immer eine hohe Erwartungshaltung. Aber du kannst noch so viel investieren, wie du willst. Am Ende braucht man eine Mannschaft. Und bisher ist es auch durch zwischenzeitliche Erfolge nicht gelungen, Spaß und Vertrauen ins Team zu bekommen.

Stuttgart steckt auf Platz 16 mitten im Abstiegskampf.

Huub Stevens: Beim VfB ist vielen im Umfeld nicht bewusst, dass ihre Forderungen zu hoch sind. Es ist hinlänglich bekannt, dass das zweite Jahr nach einem Aufstieg besonders schwierig ist. Die Mannschaft braucht Zeit, aber einige träumen lieber von internationalen Plätzen. Es wird noch eine schwierige Rückrunde für das Team, denn da ist jetzt Kampfbereitschaft angesagt.

Huub Stevens freut sich auf Rückrunden-Start in der 2. Bundesliga

Blicken wir in die zweite Liga. Welcher Ihrer Ex-Klubs steigt auf: der Hamburger SV oder Schalke?

Huub Stevens: Für die Bundesliga wäre es gut, wenn es beide packen würden. Vom Namen und der Tradition gehören sie sicher da hin. Aber sie spüren auch, dass es als Traditionsverein besonders schwierig ist, die Rückkehr zu schaffen. Jeder Gegner gibt gegen sie 120 Prozent. Vereine wie Darmstadt oder Heidenheim spüren diesen Druck nicht.

Vor einem halben Jahr jagten die Schalke-Fans noch ihre Spieler ums Stadion…

Huub Stevens: Ich weiß, was in den vergangenen Jahren dort passiert ist. Daher hatte ich eigentlich gedacht, dass sie zufrieden sein können, wenn sie zur Winterpause sechs Punkte hinter den Aufstiegsplätzen liegen. Eigentlich braucht Schalke Zeit. Sie haben wenig Geld, eine junge Mannschaft. Daher ist es schon erfreulich, wo das Team aktuell in der Tabelle steht. Dimitrios Grammozis macht weitere Schritte als Trainer, Rouven Schröder und Peter Knäbel einen guten Job. Aber: Die Rückrunde muss auch erst noch gespielt werden. Wenn ein Simon Terodde ausfällt, ist die Lage gleich angespannt.

Und der HSV: Steigt er zusammen mit St. Pauli auf?

Huub Stevens: Das wäre doch ein Wahnsinn für die Stadt Hamburg. Aber auch das ist noch ein langer Weg. Ich freue mich aber schon auf den Rückrunden-Start. Oft sind die Zweitliga-Spiele wegen der attraktiven Vereine sogar spannender als manches Bundesliga-Duell.

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