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Kommentar zu PSG-Wechsel Barca verraten: Leo ist der MESSIas, den keiner braucht

Lionel Messi winkt bei seiner Vorstellung in Paris in die Menge.

Gottgleicher Empfang: Lionel Messi am Dienstag (10. August 2021) bei seiner Vorstellung in Paris.

Lionel Messi und sein Wechsel zu Paris St. Germain. Während die Fans in Paris feiern, diskutiert die Sportwelt über die Entscheidung des Superstars. Sein persönliches Denkmal bröckelt, findet unser Autor. Ein Kommentar.

Köln/Paris. Eines vorab: Das sportliche Denkmal, das sich Lionel Messi in den vergangenen 15 Jahren selbst gesetzt hat, bleibt unerschütterlich. Die unglaublichen Leistungen des 34-Jährigen haben ihn zu einem der Superstars der Geschichte gemacht. Es braucht viel Phantasie, um Messi nicht zumindest unter den besten drei Fußballern aller Zeiten zu sehen. Diesen Status könnte nicht mal ein Wechsel nach Katar zerstören.

Auf persönlicher Ebene hat der Argentinier mit seinem Wechsel zu Paris St. Germain, der am Dienstag (10. August) offiziell wurde, aber einiges von dem zerstört, für das er mal stand. Sein persönliches Denkmal ist schwer beschädigt. Kurzum: Auf die Tränen bei der Abschieds-PK in Barcelona folgte eine Entscheidung, die die Werte „seines” Vereins mit Füßen tritt.

Lionel Messi zu PSG: Von „Mehr als ein Verein” zu „Was kostet die Welt”

Barcelona wollte immer „der andere Verein” sein. Das Vereinsmotto „Mes que un club” (dt.: „Mehr als ein Verein”), das fett auf den Tribünen des Camp Nou zu lesen ist, kennt mittlerweile jeder Fußball-Fan. In der Fußball-Schule „La Masia” kriegen Kinder den schönen Fußball beigebracht, harte Grätschen oder Meckern mit dem Schiri sind verpönnt.

Es schien immer wie die heile Welt. Barca als „Good guys” des europäischen Fußballs, Lionel Messi als passendes Gesicht dazu. Trotz seines Mega-Gehalts war der bescheidene „La Pulga” (der Floh) ein schönes Gegengewicht zu der protzigen und geldgesteuerten Welt, zu der der Profi-Fußball geworden ist.

Messi wechselt zu Paris: Welchen Wert hat gewinnen noch?

Und jetzt? Macht Messi den Schritt zu dem Klub, der im Grunde das exakte Gegenteil ausstrahlt. „Was kostet die Fußball-Welt?”, fragt PSG und kauft zu Neymar, Mbappé und Co. noch Messi, Ramos (Real Madrid), Hakimi (Inter Mailand) oder Wijnaldum (Liverpool).

Lionel Messi weint bei seiner Abschieds-PK beim FC Barcelona.

Lionel Messi unter Tränen bei seinem Abschied aus Barcelona am 8. August.

Da muss sich Messi die Frage stellen: Welchen Wert hat gewinnen noch, wenn der Sieg mehr oder weniger schon vorher feststeht? Für PSG ist 2021/22 auch der CL-Titel Pflicht. „Alles im Klub entspricht meinen fußballerischen Ambitionen“, sagte Messi bei seiner Vorstellung. Ja klar, Titel gewinnen. Aber in Sachen Ansehen ist der Wechsel für den Superstar ein eindeutiges Minusgeschäft.

Lionel Messi: Mit Wechsel zu PSG nicht nur Barcelona verraten

Auch die Tränen bei der Abschieds-PK von Barca erscheinen ob des gottgleichen Empfangs in Paris in einem neuen Licht. „Ich freue mich, ein neues Kapitel in meiner Karriere bei Paris St. Germain aufzuschlagen”, sagte der 34-Jährige dort. Das hörte sich, mit Verlaub, in Barcelona aber noch ganz anders an.

Jetzt ist Messi auf der Seite der „Bösen”. Auf der Seite des scheinbar übermächtigen Star-Kollektivs, das außerhalb von Paris jeder scheitern sehen möchte. Damit hat Messi, auch wenn er für seinen Abschied aus Barcelona nichts konnte, seinen Ex-Klub verraten. Und auch einen großen Teil der Fußball-Welt, der so viel mehr in ihm sah als den vielleicht besten Spieler aller Zeiten.

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