Wird er Kimmichs Schattenmann? Weigl hat nach fünf Jahren DFB-Pause große Ziele

Julian Weigl spricht während der DFB-Pressekonferenz im Mannschaftshotel.

Julian Weigl sprach am Donnerstag (24. März 2022) bei der Nationalmannschaft über seine Rückkehr ins DFB-Team.

Julian Weigl ist nach fünf Jahren zurück in der Nationalmannschaft. Der Star von Benfica Lissabon sieht sich sportlich wie menschlich „gereift“.

Die Nominierung von Julian Weigl (26) für die anstehenden Länderspiele ist kein Experiment von Hansi Flick (57). Es ist ein strategisches Projekt des Bundestrainers. Flick will im Hinblick auf die WM in Katar einen verlässlichen Sechser als Backup für Joshua Kimmich (26) in seinem Turnier-Kader haben.

Weigl ist der ideale „Schattenmann“. Der gebürtige Oberbayer, der beim TSV 1860 die ersten Schritte im Profi-Fußball gemacht hat und danach in Dortmund als Pass-Maschine für Furore sorgte, gibt mittlerweile die Schaltzentrale im defensiven Mittelfeld von Benfica Lissabon.

Aber da gibt es auch noch Ilkay Gündogan (31). „Wenn ich fit und in Form bin“, sagte der Star von Manchester City dem „Kicker“, „dann habe ich genügend Selbstbewusstsein zu sagen: Ich muss spielen.“ Und Kölns Salih Özcan (24) steht bei Flick auch noch auf dem Zettel, wie dieser gegenüber EXPRESS.de verraten hat. Viele Kandidaten für die Zentrale.

Doch zunächst kann Weigl Pluspunkte sammeln. Als Lukas Podolski (36) beim 1:0 gegen England im März 2017 seinen Ausstand im Nationaltrikot gab, stand auch Weigl zum vorerst letzten Mal für Deutschland auf dem Platz. Fünf Jahre später nun das Comeback in der DFB-Elf – dank der guten Zeit in Lissabon.

Julian Weigl erfuhr auf Geburtstagsparty vom Comeback

„Ich habe das schon wahrgenommen, dass viele das als Rückschritt gesehen haben. Für mich war das nie Thema, ich war überzeugt von dem Projekt, von dem Potenzial, das in dem Klub steckt. Ich wollte den Druck, beim größten Klub eines Landes zu sein. Ich bin reifer, erwachsener geworden mit dem Schritt ins Ausland. Dort habe ich körperlich auch zugelegt. Meine Stärken sind aber immer noch im Spielaufbau als klarer Sechser“, sagte er am Donnerstag (24. März 2022).

Darum hat der Bundestrainer zum Handy gegriffen und „Ju“, wie er von der Familie und Freunden in seiner Heimat genannt wird, ins DFB-Aufgebot gepackt. Völlig reibungslos lief das Telefonat allerdings nicht ab, wie der Nationalspieler verriet. Er war auf einer Überraschungsfeier für seinen Teamkollegen Sou Meïté, als der Anruf kam: „Ich konnte es erst gar nicht glauben, als ich den Namen auf dem Display gesehen habe. Ich musste erst mal rausgehen, um die Ecke, um zurückrufen. Ich habe danach direkt meine Eltern und meine Frau angerufen.“

Julian Weigl: Familie gibt ihm Halt in Lissabon

In Lissabon sind Weigl und seine Frau Sarah mit ihrer Tochter auf sich alleine gestellt. Das hat ihn als Person reifen lassen: „Natürlich bin ich durch meine Vaterrolle erwachsener geworden. Meine Tochter gibt mir den Ausgleich zu unserem Business, das ja sehr schnelllebig ist. Wenn ich nach einem Spiel nach Hause komme und sie mich anlächelt, gibt mir das einfach unglaublich viel.“

Nun gilt es für Weigl, auch den Bundestrainer von seiner Entwicklung in diesen Tagen zu überzeugen. Er wolle Hansi Flick zeigen, „dass er sich jederzeit auf mich verlassen und ich eine Option für den WM-Kader sein kann“. Dazu gehöre, wie bei Benfica, das Weigl ins Viertelfinale der Champions League gegen den FC Liverpool führte, „keine Angst zu haben“ und als „Magnet“, die Bälle „zu fordern und zu spielen“.

Dass er noch in der Königsklasse vertreten ist, kann seiner Ansicht nach auch im Hinblick auf eine WM-Nominierung nicht schaden. Auch wenn der WM-Traum groß ist, will sich Weigl nach fünf Jahren DFB-Abstinenz nicht verrückt machen lassen: „Ich versuche, bei mir zu bleiben.“

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