Abstiegs-Finale Felix Magath: Schlaflos in den Abstiegskrimi, Wahnsinns-Quote für Arminia-Rettung

Felix Magath von Hertha BSC ruft seinem Team gestikulierend etwas zu.

Felix Magath, hier am 24. April im Keller-Duell gegen den VfB Stuttgart, will mit Hertha BSC am letzten Bundesliga-Spieltag noch einmal alles für die Rettung geben.

Letztes Kapitel im Abstiegs-Krimi in der Fußball-Bundesliga. Während Hertha BSC die beste Ausgangslage hat, hofft der VfB Stuttgart weiter auf die Rettung. Arminia Bielefeld dagegen hilft nur noch ein Wunder.

Der Abstiegskampf elektrisiert noch einmal drei Bundesliga-Stadien: In Dortmund, Stuttgart und Bielefeld kämpfen Hertha BSC, der VfB (gegen Köln) und die Arminia (gegen Leipzig) um den Klassenerhalt bzw. die Relegation.

Und diese Konstellation lässt selbst einen alten Trainerfuchs wie Felix Magath (68) nicht kalt. „Ich werde die Nacht vor dem Spiel kaum schlafen“, verriet der Hertha-Coach. Er weiß: Seine Mannschaft hat in Dortmund einiges zu verlieren, nach zwei vergebenen Matchbällen zittern die Berliner weiter.

Hertha BSC bibbert vor Absturz auf Rang 16

Dabei haben es die Herthaner selbst in der Hand. Ein Punkt reicht für den Bundesliga-Klassenerhalt. Doch die Nerven liegen bei vielen Spielern und Offiziellen nach den zwei vergebenen Matchbällen in Bielefeld (1:1) und gegen Mainz (1:2) blank.

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Kevin-Prince Boateng (35) lieferte sich einen verbalen Schlagabtausch mit Sky-Experte Lothar Matthäus (61): „Der weiß ja alles. Es ist ja jetzt wieder alles schlecht bei uns.“ Doch Magath zählt auf seinen Leitwolf: „Prince ist der entscheidende Faktor. Er muss uns zum Klassenerhalt führen.“

Drei Zähler Vorsprung auf den VfB Stuttgart hat die Hertha vorm Finale, das Torverhältnis spricht aber für die Schwaben. Für den wegen umstrittener Verträge (Boateng, Belfodil) bereits angezählten Hertha-Geschäftsführer Fredi Bobic (50) braucht es aber „keine Brandrede“ mehr, um die Spieler einzuschwören: „Jeder weiß, worum es geht. Es gilt jetzt, Zuversicht und Selbstbewusstsein auszustrahlen.“

Die Hertha-Hoffnung, die als Vizemeister feststehenden und vor einem Umbruch stehenden Dortmunder könnten selbst im eigenen Stadion ein schlagbarer Gegner werden, versuchte BVB-Trainer Marco Rose (45) zu zerstreuen: „Wir werden im letzten Spiel noch einmal alles raushauen und wollen die drei Punkte mitnehmen.“ Angesprochen auf den zum Abschied noch einmal für den gerade erst ins Training zurückgekehrten Gregor Kobel (24) im Tor stehenden Roman Bürki (31) sagte Rose: „Wir haben Vertrauen in Roman, es wird keine Geschenke geben.“

VfB Stuttgart lauert auf den Sprung auf Platz 15

Auf einen Dortmunder Sieg hoffen natürlich die Stuttgarter. Die Schwaben wittern ihre Chance, haben das Momentum nach dem 2:2 bei Meister FC Bayern München auf ihrer Seite und ein Heimspiel gegen den 1. FC Köln vor der Brust. „Zusammen mit den Fans werden wir den Kessel brennen lassen“, kündigte Sportdirektor Sven Mislintat (49) an.

Dabei setzte es in dieser Saison bereits zwei Niederlagen gegen die Kölner. Doch Trainer Pellegrino Matarazzo (44) erinnert die Fans an den 5:1-Sieg über Dortmund: „Wir sind in der Lage, größere Gegner zu ärgern.“

Arminia Bielefeld kaum noch mit Rettungs-Hoffnung

Arminia Bielefeld ist nach der unglücklichen Rückrunde mit drei schweren Kopfverletzungen und der zehnten sieglosen Partie in Folge in Bochum (1:2) so gut wie abgestiegen. Mit drei Punkten und sieben Toren Rückstand auf Stuttgart brauchen die Bielefelder gegen Leipzig ein Wunder, um den achten Abstieg noch zu verhindern.

Die Wettquote für die benötigte Konstellation (jeweils 4:0-Siege von Bielefeld und Köln) beträgt 45000:1. Arminia-Trainer Marco Kostmann: „Klar gibt es im Fußball immer wieder Wunder. Aber für uns ist erstmal wichtig, dass wir ein Spiel abliefern, das allen Spielern, Mitarbeitern und Fans zeigt: Da ist Charakter in der Mannschaft.“

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