Hertha-Einblicke über Magath Boateng: „Ich war schockiert“ – Trainer-Patzer hatte wohl Methode

Cheftrainer Felix Magath (l) und Herthas Kevin-Prince Boateng unterhalten sich am Spielfeldrand.

Felix Magath (l.) im Gespräch mit Kevin-Prince Boateng während des Relegations-Rückspiels von Hertha BSC beim Hamburger SV am Montag (23. Mai 2022).

Das Intermezzo von Felix Magath bei Hertha BSC erfüllte mit dem Bundesliga-Klassenerhalt seinen Zweck, bot aber etliche Nebenschauplätze. Kevin-Prince Boateng blickte nun zurück.

Die Retter-Mission von Felix Magath bei Hertha BSC war für die gesamte Bundesliga eine Riesen-Überraschung – und auch die Zeit des Trainer-Routiniers in Berlin lief alles andere als üblich.

Genaue Einblicke in die entscheidende Saisonphase unter dem zweimaligen Meister-Coach hat in einem „Spiegel“-Interview jetzt Kevin-Prince Boateng (35) gegeben, der im Kampf um den Klassenerhalt als verlängerter Arm seines Trainers geglänzt hatte.

Hertha BSC: Kevin-Prince Boateng witzelte über Felix Magath

Kurios: Gleich nach der Entlassung von Vorgänger Tayfun Korkut (48) witzelte Boateng noch vor Aufkommen aller Gerüchte, dass Sport-Boss Fredi Bobic (50) jetzt wohl Felix Magath holen würde. Als ihn Teamkollege Davie Selke (27) drei Tage später morgens per Anruf über die vollzogene Verpflichtung informierte, antwortete der verdutzte Boateng: „Hau ab, lüg nicht!“

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Aus der anfänglichen Verwunderung wurde anschließend schnell ein enges Verhältnis, Magath machte den gebürtigen Berliner zu seinem Fixpunkt – in der Kabine und in einigen Spielen auch auf dem Platz. Entsprechend überrascht war Boateng allerdings, dass er das Relegations-Hinspiel gegen den Hamburger SV auf der Bank verbrachte.

„Ich war nicht einverstanden mit den Entscheidungen, die er im ersten Relegationsspiel gegen Hamburg gefällt hat. Ich war schockiert, dass er mich nicht aufgestellt hat“, erinnerte sich Boateng zurück. Als er Magath dann allerdings seine Pläne für das Rückspiel vorstellte, durfte er frei über die Aufstellung der gesamten Mannschaft entscheiden.

Kevin-Prince Boateng klärt über Magath-Gerüchte bei Hertha auf

Dass Magath als Trainer der alten Schule sich bei Hertha BSC im entscheidenden Moment auf die vertauschten Rollen eingelassen habe: Für Boateng alles andere als eine Entmachtung. „Viele mögen das als Schwäche sehen, ich habe es als Stärke empfunden, dass er mir vertraut hat, weil ich die Jungs besser kenne“, stellte er klar.

Seiner gewohnten Linie als „harter Hund“ blieb Magath dennoch treu. Gerüchte, dass der Trainer nicht alle Spieler beim Namen genannt habe, bestätigte Boateng, begründete den vermeintlichen Patzer aber mit Motivations-Gedanken.

„Das ist eine Methode von früher, die anspornen sollte. ‚Der Magath kennt nicht mal meinen Namen, okay, jetzt werde ich’s ihm zeigen‘“, erklärte der zweimalige WM-Teilnehmer den Plan hinter den teils skurrilen Spieler-Bezeichnungen. Torwart Oliver Christensen (23) etwa, der in der Relegation seine Hertha-Premiere gefeiert hatte, soll von Magath nur „der Däne“ gerufen worden sein. (bc)

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