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Werbung für Katar Uli Hoeneß verteidigt seinen Anruf im „Doppelpass“

Uli Hoeneß sitzt beim Abschiedsspiel für Werner Hansch mit Clemens Tönnies auf der Tribüne.

Ex-Bayern-Präsident Uli Hoeneß (r.), hier am 6. Juni 2022 mit dem ehemaligen Schalke-Boss Clemens Tönnies in Gelsenkirchen, hat seinen Anruf im Sport1-„Doppelpass“ verteidigt.

Er hat es erneut getan. Uli Hoeneß hat einmal mehr im „Doppelpass“ bei Sport1 angerufen. Im Interview verteidigt er seinen Polter-Auftritt.

Uli Hoeneß findet die Diskussionen über seinen öffentlichen Disput mit dem ehemaligen DFL-Geschäftsführer Andreas Rettig in Bezug auf WM-Gastgeber Katar gut.

„Das ist doch genau das, was wir brauchen. Dank des Fußballs ist der Fokus auf Katar gerichtet, das bringt Veränderungen“, sagte der Ehrenpräsident des deutschen Fußball-Rekordmeisters FC Bayern München der „Bild“-Zeitung und betonte erneut: „Ich habe dort selbst vernünftige Gespräche mit Verantwortlichen geführt.“

Hoeneß nennt Rettig „König der Scheinheiligen“

Hoeneß hatte sich am Sonntag während der Diskussion um die umstrittene Menschenrechtslage in dem Emirat beim „Doppelpass“ von Sport1 spontan telefonisch durchstellen lassen und Rettig, der die WM am liebsten zum „größten PR-Desaster“ werden lassen will, als „König der Scheinheiligen“ bezeichnet.

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„Die WM und das Engagement des FC Bayern und andere Sportaktivitäten in der Golfregion werden dazu führen, dass die Arbeitsbedingungen für die Arbeiter dort besser werden und nicht schlechter. Das sollte man endlich mal akzeptieren und nicht ständig auf die Leute draufhauen“, polterte Hoeneß.

Er glaube „natürlich“, dass der Sport die Menschenrechtslage verbessern könne, dafür gab der 70-Jährige auch ein Beispiel: „Die Frauen-Mannschaft des FC Bayern hat vor einigen Jahren als erstes Frauen-Team in Katar mit kurzen Hosen gespielt. Das war eine Sensation und ein Durchbruch für den Frauenfußball.“

Seine Entscheidung, ob er zur WM reist oder nicht, macht Hoeneß von sportlichen Dingen abhängig. Wenn er nach der Vorrunde das Gefühl habe, „bei unserer Nationalmannschaft läuft es gut, da steckt was drin – dann fliege ich hin“.

Hoeneß sei seit Jahren verbunden mit dem Herrscherhaus in Katar, hatte sich Rettig in der TV-Sendung geäußert: „Das überrascht mich nicht, dass Sie so argumentieren, Herr Hoeneß, als Botschafter von Katar.“ Katars Sportswashing, durch das Investieren in Sport das Image aufzubessern, habe Wirkung gezeigt, meinte der frühere Geschäftsführer der Deutschen Fußball Liga.

Rettig: „Vielleicht Langeweile“

Rettig hatte nach den verbalen Scharmützeln am Sonntag mit Bayern Münchens Ehrenpräsident Uli Hoeneß live im TV eine mögliche Ursache für den Anruf des 70-Jährigen ausgemacht. „Vielleicht Langeweile“, vermutete der ehemalige Geschäftsführer der Deutschen Fußball Liga (DFL) bei Spox und Goal.

„Wenn sich die Aktionäre eines Unternehmens dafür entscheiden, an Katar Anteile zu verkaufen, kann man das kritisieren. Dann ist das aber die Entscheidung der Anteilseigner. Der größte Anteilseigner des FC Bayern sind die Mitglieder. Wenn diese ein derartiges Engagement ablehnen, ist das zu akzeptieren. Für den FC Bayern scheint das Votum seiner Mitglieder eher nachrangig zu sein“, betonte Rettig nun.

Die Meinungsunterschiede zwischen ihm und Hoeneß, selbst viele Jahre als Manager des FC Bayern Chef der „Abteilung Attacke“ beim deutschen Rekordmeister, kämen nicht von ungefähr, so Rettig: „Das passiert, wenn ein Katar-Lobbyist auf einen Überzeugungstäter in Sachen Menschenrechte trifft.“

Dass Hoeneß die katarischen Gaslieferungen in seine Argumentationskette pro des Emirats einbrachte, sei laut Rettig eine unzulässige Vermischung der Ebenen: „Man kann ein strategisch eingesetztes Sportswashing eines autokratisch geführten Staates ohne Presse- und Meinungsfreiheit und massiven Menschenrechtsverletzungen, der sich zudem durch die Ausrichtung einer WM einen persönlichen Imagetransfer verspricht, nicht mit einer unverschuldet in Energienot geratenen Volkswirtschaft aufrechnen.“

Süffisant fügte der einstige DFL-Geschäftsführer hinzu: „Wandel durch Handel hat schon an anderer Stelle nicht zum Erfolg geführt.“ (dpa/sid)

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