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Hertha völlig überfordert FC Bayern sorgt für neuen Bundesliga-Rekord – nur Lewandowski war sauer

Thomas Müller, und Lucas Hernández feiern ein Bayern-Tor.

Thomas Müller feiert mit Leroy Sané und Lucas Hernandez sein Tor zum 2:0 gegen Hertha BSC am 23. Januar 2022.

Hertha BSC bleibt im Jahr 2022 ohne Sieg. Auch gegen den FC Bayern München hatten die Berliner keine Chance. Die Münchner verteidigten ihre Tabellenführung mit extra-offensivem Spiel.

Heim-Niederlage gegen den 1. FC Köln, Pokal-Aus im Olympiastadion gegen Stadt-Rivale Union. Nun noch eine Klatsche durch den FC Bayern. Für Hertha BSC ging das Jahr 2022 so richtig nach hinten los. Der Tabellenführer aus München fuhr am Sonntag (23. Januar 2022) einen völlig ungefährdeten 4:1-Sieg in Berlin ein.

Vor dem Spiel gegen den Rekordmeister hatten die Hertha-Ultras ihrer Mannschaft noch eine scharfe Ansage gemacht. „Wir können den Unmut verstehen, die Art und Weise nicht“, sagte Sportdirektor Arne Friedrich (42). Die Botschaft verpuffte ohnehin. Die Berliner waren über weite Strecken in allen Belangen heillos überfordert, hilflos und nicht mal ein angemessener Trainingspartner.

Nachdem Borussia Dortmund am Samstag durch den 3:2-Sieg in Hoffenheim den Liga-Primus wieder etwas unter Druck gesetzt hatte, folgte die Antwort der Bayern. Mit sechs Punkten Vorsprung sowie dem deutlich besseren Torverhältnis geht es in die zweiwöchige Bundesliga-Pause. Allerdings: Die Chancenverwertung der Mannschaft von Julian Nagelsmann (34) war äußerst fahrlässig.

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Am Ende zählten die Statistiker 19 Bayern-Schüsse aufs Tor. Ein neuer Rekord für ein Team in einem Bundesliga-Spiel seit detaillierter Datenerfassung 2004/05. Der einzige, der leer ausging, war Torjäger Robert Lewandowski (33). „Lewy war schon sauer in der Kabine“, sagte Joshua Kimmich mit einem Grinsen.

FC Bayern gegen Hertha sehr offensiv: 3-1-5-1-Taktik

Corentin Tolisso traf bereits in der 2. Minute für die Bayern, das Tor wurde wegen knapper Abseitsstellung aber durch den Video-Schiri annulliert. In der 25. Minute war dann aber alles sauber, als der Franzose eine Coman-Flanke ins Tor köpfte. Die Bayern machten im sehr offensiven 3-1-5-1-System wahnsinnig viel Druck.

Kurz vor der Pause das 0:2, als Thomas Müller nach einem Freistoß von Joshua Kimmich reagierte und den Ball ins Tor lenkte. Herthas Spieler wirkten total planlos, liefen nur zögerlich zurück. Ein Zuschauer hatte mit einer Schiedsrichter-Pfeife von der Tribüne für zusätzliche Verwirrung gesorgt. „Es wurde nicht wirklich versucht, mich zu verteidigen. Es war ja fast eine Kopie des Tors von Robin Knoche“, kommentierte Müller den Treffer.

Buh-Rufe der Hertha-Fans, Fehlpass von Upamecano

Nachdem die 3000 Zuschauer ihr Team zur Pause mit Buh-Rufen in die Kabine verabschiedet hatten, vergab Vladimir Darida in der 52. Minute die Mega-Chance zum Anschluss. Aber auch die Bayern ließen dicke Möglichkeiten in Serie liegen. Erst in der Schlussphase wurde es dann standesgemäß.

Leroy Sané nutzte einen Aussetzer von Hertha-Keeper Schwolow (75.), Serge Gnabry vollendete einen Konter zum 0:4 (79.). Bei den Geschenken wollten auch die Bayern sich nicht lumpen lassen und schenkten Jurgen Ekkelenkamp das 1:4 (80.). Der gerade erst eingewechselte Dayot Upamecano spielte einen zu kurzen Rückpass. „Über das Gegentor ärgere ich mich noch mehr als über die vergebenen Torchancen“, sagte Trainer Julian Nagelsmann (34).

FC Bayern flog diesmal nicht vom Berliner Flughafen BER

An ihren letzten Besuch im Olympiastadion dachten die Bayern nicht so gerne zurück. Im Februar 2021 wurde den Münchnern damals nach dem Spiel bei Hertha der nächtliche Abflug zur Klub-WM nach Katar verweigert. Da die Maschine nicht rechtzeitig bereit war, in der Zeit von 24 bis 5 Uhr über Berlin aber ein Nachtflugverbot herrscht, bekam die Maschine folglich keine Starterlaubnis.

Mit rund sieben Stunden Verspätung ging es damals dann los. „Wir fühlen uns von den zuständigen Stellen bei der brandenburgischen Politik total verarscht. Die Verantwortlichen wissen gar nicht, was sie unserer Mannschaft damit angetan haben“, schimpfte Bayern-Boss Karl-Heinz Rummenigge (66) anschließend.

Damit sich ein ähnliches Problem nicht wiederholt, steuerte der Bayern-Tross diesmal nicht den Berliner Chaos-Hauptstadtflughafen BER an, sondern den 50 Kilometer entfernten Flugplatz Schönhagen. Und so lief alles nach Wunsch der Bayern – auf dem Platz und bei der Heimreise.

Am Rande des Spiels machten sich die Münchner auch noch für die Rückkehr der Fans in die Stadien stark. Vorstands-Boss Oliver Kahn (52) traf sich in Berlin mit Gesundheitsminister Karl Lauterbach (58, SPD).

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