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„Keine exakte Buchhaltung beim DFB“ Ex-Präsident Fritz Keller äußert sich zur Steuer-Affäre

Fritz Keller nutzt seine Hand als Sonnenschutz, um besser in die Ferne schauen zu können.

Hält die Augen offen: Fritz Keller beim Spiel zwischen dem SC Freiburg und dem 1. FC Köln am 11. September 2021.

Fußballerisch läuft es bei der Nationalmannschaft zwar wieder ganz gut, aber die Fassade des DFB bröckelt nach wie vor. Nun erklärte Ex-Präsident Fritz Keller die Missstände innerhalb des Verbands.

Stuttgart/Frankfurt. Beim Deutschen Fußball-Bund kehrt einfach keine Ruhe ein: Am Sonntagabend (21. November 2021) hat der zurückgetretene DFB-Präsident Fritz Keller (64) die Missstände innerhalb des Verbands angeprangert.

„Diejenigen, die gewählt sind, sollen höllisch aufpassen, dass alles in Ordnung ist. Aber es ist leider nicht alles in Ordnung“, erklärte Keller in einem Interview mit dem SWR. Das sehe man daran, dass vergangene Woche die Steuerfahndung jetzt sogar bei Sponsoren aufmarschiert sei. „Das kann es nicht sein“, sagte Keller unter Bezug auf die Durchsuchungen bei DFB-Sponsor Adidas. Diese Probleme beim DFB habe man „jetzt schon seit Jahren“.

Fritz Keller: „Die Probleme beim DFB haben wir seit Jahren“

Für Ex-Präsident Keller sind die Steuer-Schwierigkeiten des DFB keine Überraschung: „Es kamen wöchentlich Fehlleistungen heraus, die aus dem Finanziellen herkommen, weil keine exakte Buchhaltung beim DFB gemacht wurde.“

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Der Verband befindet sich seit langer Zeit im Visier der Steuerfahnder und der Strafverfolger. In der vergangenen Woche wurde bekannt, dass die Staatsanwaltschaft Frankfurt neue Unterlagen sichtet, die sie von DFB-Sponsor Adidas ausgehändigt bekommen hat.

DFB bestätigt Untersuchungen gegen Unbekannt

Der DFB bestätigte am vergangenen Donnerstag Untersuchungen gegen Unbekannt wegen des Verdachts der Steuerhinterziehung. Der Verband habe schon im vergangenen Jahr im Rahmen seiner internen Tax-Compliance festgestellt, „dass offenbar nicht in allen Fällen die Sachzuwendungen steuerrechtlich zutreffend behandelt wurden beziehungsweise nicht in allen Fällen die notwendige Dokumentation vorgelegen hat“, hieß es in einer Stellungnahme.

Pflichtgemäß habe der DFB e.V. diese Feststellung dem Finanzamt Frankfurt bereits im Oktober 2020 mitgeteilt und alle zur Nachversteuerung notwendigen Angaben gemacht. „Hinweise auf eine Steuerhinterziehung bestehen nicht. Die Durchsuchungsmaßnahmen der Staatsanwaltschaft bei Adidas erscheinen unverständlich, da der DFB freiwillig alle steuerlich erheblichen Unterlagen bereitgestellt hat“, hieß es weiter. (dpa/sid)

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