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Wieder DFB-Wirbel Verdacht auf Steuerhinterziehung: Adidas-Unterlagen beschlagnahmt

Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) befindet sich weiter im Visier der Steuerfahnder. Jetzt sind unversteuerte Sachleistungen durch Ausrüster und Sponsor Adidas in den vergangenen fünf Jahren Thema.

Frankfurt/Main. Der DFB taumelt weiter von einem Problem zum nächsten. Kaum ist die Länderspielpause mit Corona-Chaos und der Blamage beim Abschied von Joachim Löw (61) vorüber, geht es hinter den Kulissen schon wieder rund.

Am Donnerstag (18. November 2021) bestätigte die Staatsanwaltschaft Frankfurt erneute Ermittlungen wegen des Vorwurfs der Steuerhinterziehung gegen den Deutschen Fußball-Bund. Dabei geht es um Zuwendungen von Sponsor und Nationalteam-Ausrüster Adidas. In dessen Zentrale in Herzogenaurach waren bereits am Mittwoch (17. November) Unterlagen zur Sichtung sichergestellt worden.

Staatsanwaltschaft nimmt Adidas-Zuwendungen an DFB unter die Lupe

Nach Berichten der „Süddeutschen Zeitung“ und der „Bild“ geht es dabei um die Versteuerung von Sachzuwendungen durch den langjährigen DFB-Partner zwischen 2015 und 2020. „Es kam nicht zu einer Durchsuchung, die Unterlagen wurden freiwillig herausgegeben“, sagte die Frankfurter Oberstaatsanwältin Nadja Niesen über den Besuch bei Adidas am Vortag.

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Adidas selbst ist laut einer Stellungnahme nicht Teil der Ermittlungen. „Wir können bestätigen, dass Adidas im Rahmen eines Steuerverfahrens, das nicht gegen Adidas selbst, sondern einen Dritten anhängig ist, mit den zuständigen Behörden vollumfänglich kooperiert“, teilte der Sportartikelhersteller auf Anfrage mit.

Steuer-Ermittlungen gegen DFB auch im vergangenen Jahr

Ganz neu sind die Vorwürfe nicht: Schon im Januar waren die Sachleistungen von Adidas bekanntgeworden Der DFB bestätigte damals, dass vorsorglich „nach Information des Präsidiums eine Nachmeldung auf Basis einer Maximalbetrachtung an das Finanzamt“ erfolgt sei.

Ein neu eingeführtes System zur steuerlichen Fehlerprävention habe „eine mögliche Fehlerquelle aufgezeigt“, woraufhin der DFB eine Mitteilung ans zuständige Finanzamt geschickt habe.

Im Oktober 2020 waren in einem anderen Fall die Geschäftsräume des DFB in der Frankfurter Otto-Fleck-Schneise sowie Privatwohnungen mehrerer Funktionäre von Steuerfahndern durchsucht worden. Dabei ging es um die Besteuerung der Einnahmen aus der Bandenwerbung bei Heimspielen der Nationalmannschaft in den Jahren 2014 und 2015. Der DFB sei einer Besteuerung in Höhe von etwa 4,7 Millionen Euro entgangen, hatten die Ermittler damals mitgeteilt.

Mehrere Steuer-Verfahren gegen DFB-Funktionäre eingestellt

Ende Oktober dieses Jahres stellte die Staatsanwaltschaft das Steuerverfahren gegen den DFB-Interimsboss Rainer Koch (62) aber ein. Der Präsident des Bayerischen Fußball-Verbandes gehört auch der UEFA-Exekutive an.

Vor einigen Monaten waren bereits die Verfahren gegen die früheren DFB-Spitzenfunktionäre Reinhard Rauball (74) und Helmut Sandrock (64) eingestellt worden. Insgesamt sechs Funktionären war Beteiligung an einer Steuerhinterziehung in besonders schweren Fällen vorgeworfen worden.

Koch führt aktuell gemeinsam mit Peter Peters interimsmäßig den DFB, nachdem Fritz Keller im Mai zurückgetreten war. Auf dem Bundestag am 11. März 2022 in Frankfurt soll ein neuer Präsident gewählt werden. Koch will dann nicht mehr als 1. Vizepräsident kandidieren. (dpa/bc)

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