Nach WM-Eklat Harte FIFA-Kritik aus Deutschland: „Kriege da echt einen Hals“

Zahlreiche Uruguay-Spieler benahmen sich nach dem WM-Aus ordentlich daneben. Hier brüllt Fernando Muslera Linienrichter Rafael Foltyn an, zahlreiche Teamkollegen gegen auf Schiri Daniel Siebert (r.) los.

Zahlreiche Uruguay-Spieler benahmen sich nach dem WM-Aus am Freitag (2. Dezember 2022) ordentlich daneben. Hier brüllt Fernando Muslera Linienrichter Rafael Foltyn an, zahlreiche Teamkollegen gegen auf Schiri Daniel Siebert (r.) los.

Mit bedenklichen Szenen hat sich Uruguay am Freitag bei der WM 2022 verabschiedet. Die Attacken auf das Gespann um Schiri Daniel Siebert sorgten für viel Kritik. Doch auch die FIFA muss sich kritischen Fragen stellen.

Die WM 2022 ist längst nicht frei von Skandalen: Sowohl außerhalb als auch innerhalb der Stadien gab es in Katar bereits zahlreiche Vorfälle, die Negativ-Schlagzeilen machten. Das WM-Aus von Uruguay am Freitag (2. Dezember 2022) war da keine Ausnahme.

Völlig ungezügelt ließen zahlreiche Nationalspieler des zweimaligen Weltmeisters ihrem Frust über das am Ende wertlose 2:0 gegen Südkorea freien Lauf, attackierten unter anderem den deutschen Schiedsrichter Daniel Siebert (38). Ärger regt sich aber nicht nur über die heißblütigen Südamerikaner, sondern auch mit Blick auf die FIFA.

WM 2022: Kinhöfer kontert Schiri-Kritik aus Uruguay

Der frühere FIFA-Schiedsrichter Thorsten Kinhöfer (54) kritisierte den Fußball-Weltverband für den mangelhaften Schutz des einzigen deutschen WM-Referees heftig.

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„Ich kriege da echt einen Hals: Im Innenraum rennen haufenweise FIFA-Häuptlinge mit Mappen unterm Arm und Knopf im Ohr rum. Aber Sicherheitspersonal, das die Schiedsrichter sicher in die Katakomben geleitet, habe ich vermisst“, schrieb Kinhöfer in seiner Kolumne in der „Bild am Sonntag“: „In jedem Kreisliga-Spiel ist das besser organisiert.“

Der damalige Schiedsrichter Thorsten Kinhöfer fasst sich in der Rhein-Neckar-Arena beim Spiel TSG 1899 Hoffenheim gegen Borussia Mönchengladbach ans Ohr.

Der frühere Bundesliga-Schiedsrichter Thorsten Kinhöfer pfiff bis 2015 im Fußball-Oberhaus. Das Foto zeigt ihn am 4. April 2015 beim Spiel von Hoffenheim gegen Borussia Mönchengladbach.

Noch auf dem Rasen waren viele Uruguayer wutentbrannt zu Siebert gestürmt, hatten mit wilden Gesten auf ihn sowie seine Assistenten Jan Seidel (38) und Rafael Foltyn (37) eingebrüllt. Wegen eines nicht gegebenen späten Elfmeters sah sich die „Celeste“ benachteiligt, ein weiterer Treffer hätte zum Achtelfinal-Einzug gereicht. Vereinzelte Anzugträger der FIFA waren zwar ebenfalls zugegen, wirkten im Getümmel aber überfordert.

Besonders die Innenverteidiger José María Giménez (27), Diego Godín (36) und Ersatzkeeper Fernando Muslera (36) waren in ihrem Ärger kaum zu bremsen. Giménez attackierte sogar einen FIFA-Offiziellen mit einem Ellenbogenstoß in den Nacken, wofür ihn eine nachträgliche Sperre erwarten dürfte.

Ex-Schiri Thorsten Kinhöfer kritisiert Uruguay-Verhalten bei WM 2022

Stürmer Edinson Cavani (35) bewältigte seinen Frust über das Aus bei der WM 2022 auf dem Weg in die Kabinen, als er den VAR-Monitor mitsamt Podest per Fausthieb zu Boden schickte.

Während die Uruguayer bei den anschließenden Interviews harsche Kritik an der FIFA und Siebert äußerten, ihm unter anderem in Person von Routinier Godín die Tauglichkeit für die Leitung eines entscheidenden WM-Spiels absprachen, regte sich in Deutschland Ärger über das komplett deplatzierte Verhalten der Südamerikaner. 

„Ich kann den (subjektiven) Unmut nachvollziehen. Wenn du solch strittige Szenen als Referee entscheiden musst, fühlt sich eine Partei immer betrogen“, schrieb Kinhöfer: „Aber die Uruguayer sind (mal wieder) völlig übers Ziel hinausgeschossen.“ (bc/sid)

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