2:0 gegen Israel Flick baut seine Erfolgsbilanz auf acht Siege aus –  Dienstag wird's erstmals ernst

Kai Havertz trifft zur deutschen Führung gegen Israel.

Kai Havertz brachte das deutsche Team mit diesem Kopfball am Samstag (26. März 2022) gegen Israel in Führung.

Die deutsche Nationalmannschaft feierte auch im Testspiel gegen Israel einen Sieg. Der Start ins WM-Jahr bot aber auch schwächere Phasen. Standardsituationen brachen den Bann.

Deutschland startet mit einem 2:0-Sieg ins WM-Jahr. Gegen Israel baute Hansi Flick (57) seine Erfolgsbilanz auf acht Siege in acht Spielen (bei 33:2 Toren) aus. Schon jetzt können sich die Fans aber auf Dienstag (20.45 Uhr/ARD) freuen. In Amsterdam wartet dann der erste echte Härtetest in der Ära des neuen Bundestrainers auf das Team: Dann geht es gegen das Team der Niederlande, das sich beim 4:2 gegen Dänemark schon mal warmballerte.

Am Haupteingang des Hoffenheimer Stadions begrüßten am Samstag (26. März 2022) überlebensgroße Bilder von Marco Reus, Leon Goretzka und Niklas Süle die Fans. Doch diese Stars waren gar nicht vor Ort. Stattdessen nutzte Hansi Flick das Spiel wie angekündigt für ein paar Experimente. 240 Tage vor Start der WM 2022 standen nur wenige Akteure in der Startelf, die auch beim Turnierbeginn in Katar zur ersten Formation gehören dürften.

Dass mit Jamal Musiala nur ein Bayern-Profi in der Anfangself stand, verdeutlichte, wie sehr es an diesem Abend darum ging, anderen Akteuren die Chance zur Eigenwerbung zu geben. Die völlig neu zusammengewürfelte Truppe brauchte Anlaufzeit.

Nur ein Bayern-Spieler in der Startelf gegen Israel

Der Bundestrainer war daher anfangs auch sichtlich unzufrieden mit der Darbietung. Fast permanent stand er in der Ecke seiner Coaching-Zone, versuchte, seine Mannschaft mit rudernden Armbewegungen anzutreiben. Aber die bot dann zunächst doch eher Fußball wie in Joachim Löws (62) Endphase.

Bundestrainer Hansi Flick schimpft mit seinen Spielern.

Phasenweise wirkte Bundestrainer Hansi Flick gegen Israel äußerst unzufrieden an der Seitenlinie.

Erst als David Raum mit seinem Eckball das Köpfchen von Kai Havertz fand, war der Bann gebrochen (36.). Kurz vor der Pause half erneut eine Standardsituation, als Timo Werner nach einem Freistoß von Ilkay Gündogan den Ball zum 2:0 über die Linie drückte (45.+1). „Es ist so, dass es bei Chelsea für mich gerade nicht so läuft. Insofern bin ich froh, dass ich hier herkommen kann und das Vertrauen vom Trainer bekomme“, erklärte Werner beim ZDF. „Die neue Stärke: Standardsituationen“, twitterte unterdessen Weltmeister Bastian Schweinsteiger.

In der zweiten Halbzeit ging der deutsche Dauerdruck weiter. Doch Israels überragender Torwart Ofir Marciano verteidigte sein Gehäuse großartig. Thomas Müller knallte zudem einen Elfmeter an den Pfosten (89.). Auf der anderen Seite machte es Yonatan Cohen für Israel nicht besser, scheiterte mit seinem Elfmeter an Kevin Trapp im deutschen Tor (90.+4). Schlotterbeck hatte sich zuvor einen kleinen Blackout geleistet. „Ich muss mich bei Kevin bedanken, dass er den Elfer hält. So ist es noch ganz glimpflich für mich ausgegangen“, sagte der Debütant. Unabhängig davon drückte das End-Resultat nicht die deutsche Überlegenheit aus. Außerdem zeigte sich, dass der eine oder andere erfahrene Akteur dann doch fehlte. „Ich bin schon zufrieden“, zog Flick nach der Partie dennoch eine positive Bilanz.

Atmosphäre in Sinsheim erinnerte zeitweise an ein Geisterspiel

Atmosphärisch war trotz einer mit 25.600 Fans ausverkauften Arena ebenfalls noch viel Luft nach oben. Zwischenzeitlich wirkte es in Sinsheim wie ein Geisterspiel mit Publikum. Wenn die DFB-Marktschreier nicht ins Mikro brüllten und die Kirmestechno-Musik nicht dröhnte, herrschte über weite Strecken Ruhe.

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