Bundesliga-Prognose Sky-Experte Hamann: Darum wird Bayern nicht Meister – Mega-Lob für Özcan

Dietmar Hamann spricht im Sky-Studio.

Sky-Experte Dietmar Hamann äußerte sich am 26. Juli 2022 zur neuen Saison.

Vor dem Start der neuen Fußball-Bundesliga-Saison hat Sky-Experte Dietmar Hamann seine Prognosen abgegeben. Die bisherigen Transfers des FC Bayern München sieht er kritisch.

Die 60. Saison der Fußball-Bundesliga steht in den Startlöchern. Nach der Auftaktrunde im DFB-Pokal geht es ab dem 5. August 2022 darum, ob der FC Bayern auch zum elften Mal in Folge Deutscher Meister wird. Vor dem ersten Spiel gab Sky-Experte Dietmar Hamann (48) in einer Medienrunde, an der auch EXPRESS.de teilnahm, seine Einschätzungen ab.

Der frühere Bayern-Profi und Ex-Nationalspieler wagt schon wieder die ersten Tipps. „Auch wenn ich im Vorjahr danebenlag, setze ich erneut auf Borussia Dortmund als Meister. Im Keller wird es Augsburg oder Bochum erwischen, wenn nicht gar beide. Schalke und Bremen sind für mich keine normalen Aufsteiger. Sie werden eine Wucht entwickeln.“

Dietmar Hamann: Augsburg und Bochum sind Abstiegs-Kandidaten

Hamann geizte erneut nicht mit deutlichen Worten. Auch wenn viele die bisherigen Transfers des FC Bayern München loben, ist der Experte etwas skeptischer. „Die Bayern haben gut eingekauft – vom Papier und von den Namen her. Nur du brauchst auch Wasserträger und Arbeiter. Du kannst nicht nur Spieler haben, die vorneweg gehen wollen und sagen: Ich bin der Mann. Ob sie da die Mischung hinbekommen, da bin ich gespannt.“

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Der frühere England-Legionär (Newcastle, Liverpool, Manchester City) hätte einen Akteur gerne im Münchner Trikot gesehen: Salih Özcan (24). „So einen Arbeiter hätte ich mir in München gewünscht. Du brauchst diese Spieler, diesen Mix. Du kannst nicht nur Künstler haben. Ich habe das Gefühl, dass die Bayern davon den einen oder anderen zu viel haben. So ein Typ wie Özcan und der Spieler selbst hätten ihnen wunderbar zu Gesicht gestanden. Deshalb ist man nun an Konrad Laimer interessiert.“

Der BVB ist in Hamanns Augen aus mehreren Gründen in der neuen Saison besser aufgestellt. „Sie haben mit Nico Schlotterbeck und Niklas Süle zwei der besten deutschen Innenverteidiger geholt. Das war immer die Achillesferse, Dortmund war defensiv immer anfällig.“

Hinzu kommt der Trainer-Wechsel. „Edin Terzic wäre ja eigentlich schon im letzten Jahr die Wunsch-Konstellation gewesen, nachdem er die letzten sieben Spiele und den Pokal gewonnen hatte. Das ging nicht aufgrund der vertraglichen Konstellation mit Marco Rose. Jetzt hat man wieder diese Konstellation. Natürlich setzt so etwas Kräfte frei, auch wenn die Borussia nun in Testspielen zweimal verloren hat. Das darf man nicht überbewerten. Wenn man den Trainer hat, mit dem man erfolgreich war, wird ihnen das eine breitere Brust geben.“

Die Probleme beim Meister sieht der Sky-Experte nicht nur in der aus seiner Sicht fehlenden Mischung im Kader. „Sadio Mané ist am besten auf der linken Seite. Sie haben aber auch andere tolle Flügelspieler mit Serge Gnabry und Kingsley Coman. Bei Leroy Sané muss man abwarten, wie er sich macht. Aber du brauchst einen vorne drin. Das wird die große Frage sein. Der junge Mathys Tel wird Zeit brauchen. Ohne richtigen Stürmer zu spielen, das kann ich mir nicht vorstellen.“

Dietmar Hamann: Bayerns Nein zu Cristiano Ronaldo war die richtige Entscheidung

Cristiano Ronaldo (37) wäre in seinen Augen aber nicht die Lösung gewesen. „Von der Marketing-Seite her hätte es Sinn gemacht. Das Gehalt wäre wahrscheinlich in sechs Stunden durch Trikot-Verkäufe hereingekommen. Für ein Jahr hätte man es machen können. Ich weiß nur nicht, ob er zufrieden gewesen wäre, wenn er von 50 Spielen in 20 erst einmal auf der Bank gesessen hätte. Man hört auch aus Manchester, dass er gerade jüngere Spieler alleine durch seine Präsenz gehemmt hätte. Mich hätte es gefreut, aber ich glaube, von Bayern-Seite war es die richtige Entscheidung.“

Bei einem weiteren Bayern-Top-Transfer ist Hamann noch skeptisch. „Matthijs de Ligt hat in Amsterdam eine junge Mannschaft geführt. In Turin war er nur ein Mitläufer. Mich hat es gewundert, dass die Bayern das Geld bezahlt haben. Diese ganzen Spieler aus dieser guten Ajax-Mannschaft – ob de Ligt, Frenkie de Jong, Donny van de Beek oder Hakim Ziyech – sind nach ihrer Zeit in Amsterdam bestenfalls Mitläufer gewesen. Alle diese Spieler haben sich in der großen weiten Welt nicht durchgesetzt. Diesen Beweis ist auch de Ligt schuldig.“

Dietmar Hamann: Timo Werner muss den FC Chelsea verlassen

Ein Spieler, der in den Augen des Champions-League-Siegers von 2005 auch noch etwas draufpacken muss, ist Timo Werner (26). „Dass Timo Chelsea verlassen muss, steht für mich außer Frage. Seit er auf die Insel gegangen ist, ist er hinter den Erwartungen zurückgeblieben. Er hat zu wenig Tore gemacht, zu viele Großchancen vergeben, hat nicht die Wertschätzung von Fans, Verein, Trainer, die er braucht. Er ist ein Spieler, der einen Arm um seine Schultern braucht. Daher gehe ich fest davon aus, dass er wechselt. Die Leipziger könnten ihn ganz gut gebrauchen.“

Auch zum Sommer-Thema Robert Lewandowski (33) äußerte Hamann noch seine Meinung. „Von seiner Seite hat er sich viel kaputt gemacht. Viele Fans hätten sich einen würdevolleren, respektvolleren Umgang mit dem Verein gewünscht. Bayern hat er den größten Gefallen getan. Wenn er den ganzen Zirkus nicht veranstaltet hätte, dann hätten sie nicht diese Ablösesumme generiert, weil klar war, dass er nicht mehr zurückkann. Rein von der sportlichen Seite ist er natürlich nur schwer zu ersetzen, wenn überhaupt.“

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