„Respektlos“ Watzke will umstrittenen Spitznamen verbannen – klare Ansage zu Haaland-Zukunft

Hans-Joachim Watzke gibt vor einem BVB-Spiel ein TV-Interview.

Hans-Joachim Watzke, hier am 7. Dezember 2021 beim Spiel von Borussia Dortmund gegen Besiktas Istanbul im TV-Interview, hat sich zu zahlreichen aktuellen Themen im Fußball geäußert.

Klare Ansage zur Zukunft von Erling Haaland und erneute Kritik an den Geisterspielen in der Fußball-Bundesliga. BVB-Boss Hans-Joachim Watzke hat sich mit deutlichen Aussagen zu etlichen Brennpunkten geäußert.

Er ist in der Bundesliga seit Jahren bekannt als Mann der klaren Worte. Inzwischen spricht Hans-Joachim Watzke (62) aber nicht mehr nur als BVB-Boss, sondern auch als Vizepräsident der DFL und Teil des DFB-Präsidiums.

In einem Interview äußerte sich Watzke jetzt entsprechend sowohl über die Transfer-Gerüchte um Star-Stürmer Erling Haaland (21), als auch das schlechte Image der deutschen Fußball-Nationalmannschaft sowie die Geisterspiel-Kritik aus der Bundesliga.

Hans-Joachim Watzke über Haaland beim BVB: „Möglichkeit auszusteigen“

Im Interview mit dem „Spiegel“ sprach Watzke etwa über seine Ablehnung zu einer Umverteilung der TV-Gelder in der Fußball-Bundesliga: „Das ist kein gangbarer Weg (...). Wenn Sie einem Klub 50 Millionen Euro wegnehmen und das Geld auf die 35 anderen Klubs verteilen, dann erhöhen Sie damit nicht die Wahrscheinlichkeit, dass einer der Begünstigten Meister wird.“

Obwohl Borussia Dortmund im Vergleich zu den meisten anderen Bundesligisten die deutlich größeren finanziellen Möglichkeiten besitzt, ist der Klub bei der Zukunfts-Planung von Star-Stürmer Erling Haaland zum Zuschauen verdammt. „Die Situation ist sehr klar, er hat die Möglichkeit auszusteigen“, gestand Watzke ohne Umschweife ein, zeigte sich mit Blick auf eine weitere Saison des Norwegers beim BVB aber weiter hoffnungsvoll.

„Es gibt sicherlich noch ein paar Gründe, warum Erling Haaland bei Borussia Dortmund sehr gut aufgehoben ist und warum wir als Klub für ihn weiterhin eine sehr gute Option sein können“, so Watzke. Er forderte vor allem: „Es wäre gut, wenn sich eine Entscheidung nicht ewig hinauszieht.“

Hans-Joachim Watzke kritisiert Geisterspiele und DFB-Spitznamen

In Rage redete sich Watzke bei zwei unter vielen Fußballfans umstrittenen Themen. Die aktuellen Geisterspiele in der Bundesliga etwa seien trotz der akuten Corona-Lage nicht angemessen: „Richtig wäre es gewesen, einen Prozentsatz der Stadionkapazität zuzulassen. 8000 Zuschauer kann man im Signal Iduna Park und mit unserer Infrastruktur so verteilen, dass sie physisch so gut wie nichts miteinander zu tun haben. Aber der Fußball muss für Symbolpolitik herhalten.“

Watzke verwies auf das Musical Starlight Express im benachbarten Bochum und beklagte mangelnde Verhältnismäßigkeit: „Erklären Sie mir, warum Musicalhallen zweimal pro Tag mit 750 Menschen und einer Auslastung von 45 Prozent besetzt werden und in den großen Freiluftstadien keine Zuschauer zugelassen sind.“

Nach der Berufung ins DFB-Präsidium äußerte der neue DFL-Aufsichtsratsvorsitzende außerdem die Anregung, den ungeliebten Marketing-Spitznamen „Die Mannschaft“ für das deutsche Nationalteam zu streichen: „Vielleicht sollte man zuallererst mal damit aufhören, das Team ‚Die Mannschaft‘ zu nennen. Dieser Begriff ist mir zu abgehoben“, polterte Watzke. Die Nutzung sei gegenüber anderen Mannschaften „respektlos“ und bei der Suche nach mehr Bodenständigkeit beim DFB entsprechend deplatziert. (bc)

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