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VAR-Ärger in der Bundesliga „Stampf den Keller ein – das ist ein Witz“

Karim Adeyemi schubst Jesper Lindström im Strafraum, der Pfiff des Schiedsrichters bleibt aus.

Klarer Elfmeter? Karim Adeyemi von Borussia Dortmund schubst Jesper Lindström von Eintracht Frankfurt im Bundesliga-Spiel am 29. Oktober 2022 im Strafraum. 

Das Thema VAR beschäftigt sich auch nach dem aktuellen Spieltag die Bundesliga. Der Aufreger diesmal: der ausgebliebene Elfmeterpfiff in Frankfurt gegen Dortmund.

Mario Götze konnte sich selbst mit Sohn Rome auf dem Arm nur langsam beruhigen, der sonst so besonnene Markus Krösche verlor gar völlig die Fassung.

Diese spielentscheidende Ungerechtigkeit, dieser ausgebliebene Elfmeterpfiff nach klarem Stoß von Karim Adeyemi gegen Jesper Lindström ließ den Sportvorstand von Eintracht Frankfurt endgültig mit dem Videobeweis brechen. „Stampf den Keller ein“, forderte er in einer minutenlangen Schimpftirade energisch: „Das ist ein Witz.“

„So können wir es nicht machen. Dann brauchen wir es nicht“

Am Ende eines mitreißenden Spitzenspiels gegen Borussia Dortmund ging es mal wieder nur um den ewigen Zankapfel Video Assistant Referee (VAR). „Ich weiß nicht, was die machen. Vor allem wie sie ihn einsetzen. Mal setzen sie ihn ein, mal nicht. So können wir es nicht machen. Dann brauchen wir es nicht“, schimpfte Krösche nach dem 1:2 (1:1): „Wenn du ihn nicht nutzt, mein Gott, dann lass es sein.“

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Referee Sascha Stegemann räumte nach dem Spiel seinen Fehler aus der 43. Minute ein, der fällige Hinweis seines Videoassistenten Robert Kampka aus dem Kölner Keller sei ausgeblieben. „Der Schiedsrichter wurde im Stich gelassen“, monierte SGE-Coach Oliver Glasner deshalb. Doch Manuel Gräfe sprach Stegemann nicht frei von Schuld. „Dieses katapultartige hätte auch der Schiedsrichter erkennen können/müssen“, twitterte der ehemalige Weltklasse-Referee.

Und dann sei es neben Strafstoß eben auch Rot wegen der Verhinderung einer klaren Torchance. Er wolle das angesichts der Chancenfülle und des zwischenzeitlichen Ausgleichs von Daichi Kamada (26.) nicht als „Alibi“ für die Niederlage nutzen, betonte Krösche: „Aber das sind Sachen, die mir tierisch auf den Sack gehen.“ Es sei „kein Zeichen von Schwäche sondern von Stärke“, wenn man sich als Schiedsrichter solch strittige Situationen nochmal selbst anschaue, ergänzte Vorstandssprecher Axel Hellmann.

„Der Checkprozess wurde zu früh abgebrochen“, betonte Stegemann im Sport1-Doppelpass. Videoassistent Kampka habe nur „auf die vier Standard-Kameras und leider nicht auf weitere zusätzliche Kameras zurückgegriffen, obwohl die Möglichkeit da gewesen wäre“, so Stegemann.

Sportdirektor Sebastian Kehl hat indes trotz der klaren Fehlentscheidung ein Plädoyer für den Videobeweis gehalten. „Die Vergangenheit hat gezeigt, dass der Videoassistent sehr viele krasse Fehlentscheidungen häufig genug gerecht und fair gelöst hat. Jetzt wieder alles in Frage zu stellen, ist nicht der richtige Weg“, sagte Kehl den Zeitungen der Funke Mediengruppe.

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Generell sind die Fragezeichen in Sachen VAR wieder riesig, auch in München und Stuttgart gab es am Samstag kaum nachvollziehbare Entscheidungen.

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Es seien diese Saison „schon viel zu viele Fehlentscheidungen zustande gekommen“, sagte Eintracht-Kapitän Sebastian Rode: „Dann ist der VAR wirklich kontraproduktiv für alle Fußballbeteiligten.“ Die Schiedsrichter scheinen teilweise „völlig von der Rolle beziehungsweise orientierungslos“, urteilte Gräfe.

Ihm sei Fußball ohne Videobeweis mittlerweile wieder „lieber“, betonte Krösche: „Denn wenn der Schiedsrichter einen Fehler macht, ist das menschlich. Aber doch nicht, wenn ich einen Videoassistenten haben.“ Auch beim „Kann-Elfmeter“ (Gräfe) nach Stoß von Niklas Süle gegen den erneut starken Götze hatte der BVB das Glück des Tüchtigen, ansonsten rettete Torhüter Gregor Kobel den überaus schmeichelhaften Erfolg. (sid)

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