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WM 2022 Katar tritt Homosexuellen-Rechte mit Füßen: Bierhoff sieht WM-Vergabe als Fehler

Oliver Bierhoff auf einer DFB-Pressekonferenz am Rednerpult.

Oliver Bierhoff am 9. Juni auf einer DFB-Pressekonferenz. Zu den vielen Kritikpunkten an der WM 2022 in Katar hatte er sich lange nur zurückhaltend positioniert.

Die WM 2022 in Katar stellt nicht nur Nationalspieler vor eine harte Belastungsprobe, auch Fans müssen sich an die Gegebenheiten vor Ort anpassen. Wegen der Lage für die LGBTIQ+-Gemeinde übt Oliver Bierhoff Kritik.

Eine Weltmeisterschaft im Winter, noch dazu im vielfach kritisierten Wüstenstaat Katar. Der Aufschrei über die Vergabe der WM 2022 ist bei Fußballfans seit Jahren groß, von Spielern und Funktionären kam bisher aber nur vereinzelt Kritik.

Mit Dominik Kohr (28) hat sich jetzt ein erster Bundesliga-Profi aus der Deckung gewagt und seine Zweifel an der Sinnhaftigkeit des komplett umgestellten Rahmenplans für die Endrunde geäußert.

Zeitgleich äußerte sich außerdem DFB-Manager Oliver Bierhoff (54), der so klar wie nie zuvor zu den Kritikpunkten am umstrittenen Emirat Stellung nahm und dabei vor allem die prekäre Lage für Homosexuelle im Land in den Vordergrund stellte.

WM 2022: Oliver Bierhoff kritisiert dramatische Lage in Katar

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Mittelfeldspieler Dominik Kohr (28) von Mainz 05 sprach gegenüber dem „Kicker“ vor allem über die ungewöhnlich lange Winterpause, die für Vereine und Spieler ein Umdenken erfordere.

„Es fühlt sich jetzt schon ein bisschen komisch an, als würden wir uns jetzt nur auf eine zweite Halbserie vorbereiten und im November kommt dann die lange Sommerpause“, sagte der Abräumer über die Auswirkungen der WM 2022.

Dominik Kohr (r.) und Ellyes Skhiri beim Bundesliga-Duell zwischen dem 1. FC Köln und Mainz 05 im Zweikampf

Dominik Kohr (r.) und Ellyes Skhiri beim Bundesliga-Duell zwischen dem 1. FC Köln und Mainz 05 am 9. April 2022.

Oliver Bierhoff ging gegenüber RTL/ntv sogar noch einen Schritt weiter. Wegen der Menschenrechtslage im Wüstenstaat frage er sich inzwischen selbst: „Wie konnte die FIFA die WM in dieses Land geben?“ Dass die LGBTIQ+-Gemeinschaft von ständiger „gesellschaftlicher Ächtung“ betroffen ist, nannte Bierhoff „dramatisch“. Homosexuelle würden „von einer staatlichen Institution gegängelt“, schloss er seine Kritik ab.

Die vielen Probleme rund um die prekäre Lage für viele Teile der Gesellschaft seien in Katar derart ausgeprägt, dass der DFB künftig darauf pochen werde, „dass die nächste Vergabe auch nur an Länder erfolgt, in denen solche Dinge nicht passieren“.

WM 2022 laut Kohr mit Auswirkungen auf die Bundesliga

Kohr legte den Fokus dagegen auf die Auswirkungen für die Spieler. Er persönlich erwarte durch die Umstellung des Kalenders mit der über zwei Monate andauernden Pause vom 14. November bis zum 20. Januar 2023 ungewohnte Abläufe für die Profis.

„Für uns Spieler ist es immer besser, wenn wir rund um Weihnachten nur eine kurze Pause haben, weil man dann kaum etwas an Power und Ausdauer verliert“, fürchtet Kohr mögliche Startschwierigkeiten vor der langen zweiten Jahreshälfte.

Der frühere Junioren-Nationalspieler glaubt daher auch an ein verändertes Transfer-Verhalten der Vereine, die ausnahmsweise viel Zeit für personelle Änderungen zwischen den beiden Saisonhälften haben: „Das Gefühl ist, dass sich in der Liga im Winter viele Vereine neu aufstellen werden.“ (bc)

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