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Feuriger „El Plastico“ Elfer verballert & harmlos: Bayer von der Rolle, Kohfeldt jubelt beim Debüt

Zoff im El Plastico zwischen Leverkusen und Wolfsburg mit Jonathan Tah.

Rudelbildung beim Bundesliga-Spiel am 31. Oktober 2021 zwischen Bayer Leverkusen und dem VfL Wolfsburg.

Zwei Trainer im Blickpunkt beim „El Plastico“ der Bundesliga am Samstag: Leverkusens Gerardo Seoane wollte an seinem 43. Geburtstag Bayer wieder in die Spur bekommen, Florian Kohfeldt (39) feierte sein Debüt beim VfL.

Leverkusen. Blamage im Pokal, zuvor in der Liga ein schmerzhaftes 2:2 im Derby gegen den 1. FC Köln nach 2:0-Führung: Bayer Leverkusen musste zuletzt einige Federn lassen.

Nach dem 1:2 in der zweiten Runde des DFB-Pokals gegen Zweitligist Karlsruher SC am Mittwoch (27. Oktober 2021) wollte Bayer am Samstag endlich mal wieder einen Sieg einfahren. Im „El Plastico“ spielte die Bayer-Werkself gegen die VW-Werkself aus Wolfsburg. Es wurde erneut ein bitteres Spiel...

Bayer Leverkusens Chefcoach Seoane sorgte für einige Änderungen, stellte auf Dreierkette um und setzte in der Startelf auf Piero Hincapie, Kerem Demirbay, Florian Wirtz und Lucas Alario. Robert Andrich, der in der Nacht zum Spiel erstmals Vater geworden war, saß zunächst auf der Bank, kam später rein. An der Niederlage konnte er nichts ändern.

Renato Steffen (VfL Wolfsburg) foult Leverkusens Florian Wirtz

Übel: Renato Steffen (VfL Wolfsburg) foult am 30. Oktober Leverkusens Florian Wirtz, danach eskalierte die Lage kurzzeitig.

Nach knapp einer halben Stunde war plötzlich mächtig Feuer drin. Nach einer abgepfiffenen Situation stieg Wolfsburgs Verteidiger Renato Steffen überaus hart gegen Bayers Florian Wirtz ein. Mit gestrecktem Bein erwischte er ihn übel am Fuß. Wirtz wälzte sich vor Schmerzen am Rasen – und seine Kollegen attackierten Steffen. Es kam zur Rudelbildung. Schiedsrichter Deniz Aytekin hatte die Situation nach einigen Sekunden unter Kontrolle, gab John Anthony Brooks und Renato Steffen sowie Leverkusens Jonathan Tah Gelb.

In der zweiten Hälfte dann Bayer einige Minuten völlig von der Rolle. Lukas Nmecha gelang das 1:0 für die Gäste (48. Minute). Maximilian Arnold machte wenig später das 2:0 (51.). Bayer geschlagen. In der Nachspielzeit verschoss Lucas Alario auch noch einen Elfmeter. Bayer in der Krise!

Kohfeldt siegt bei Wolfsburg-Debüt und ist happy

Seoane war bedient: „Wir haben in der zweiten Halbzeit einige Stellungsfehler gehabt. Zudem sind wir nicht effizient genug vor dem Tor nach dem Rückstand.“ Florian Kohfeldt dagegen glücklich: „Es war ein sehr intensives Spiel heute. Wir haben nach einer ausgeglichenen ersten Hälfte einen Traumstart erwischt und hatten noch gute Torchancen. Das spielte uns perfekt in die Karten. Wir haben es bis zum Ende gut verteidigt. Leider bekommt Lacroix noch die Rote Karte. Ich bin sehr zufrieden mit meiner Mannschaft.“

Wolfsburgs Maxi Arnold sagte bei Sky auf die Frage, ob der Trainerwechsel der Grund für den Sieg sei: „Wenn man 2:0 gewinnt sagt man: klar. Es waren die kleinen Dinge, taktisch haben wir was geändert und wir haben aggressiv gegen den Ball gearbeitet. Wir haben zum richtigen Zeitpunkt zwei Tore geschossen. Wir sind sehr froh, das war der erste Schritt in die richtige Richtung. Jetzt müssen wir die Idee vom Trainer noch mehr verinnerlichen. Florian pusht uns sehr viel. Er ist sehr nett und angenehm, hoffe er behält es bei.“

Neu-Wolfsburg-Coach Kohfeldt hatte vor der Partie bei Sky über seine neue Aufgabe gesprochen und sich mit Blick auf seine vorherige Station in Bremen selbstkritisch gezeigt: „Es ging schon darum, für meine eigene Person ein bisschen mehr Souveränität zuzulassen. Ich will nicht sagen Emotionen. Dagegen wehre ich mich. Ein Stück weit mehr Distanz zu bewahren, rationaler zu bleiben. Da war ich am Ende in Bremen schon drin gefangen.“

Für den 39-Jährigen war ein Engagement in der Bundesliga gar nicht so entscheidend. „Es war der Gedanke von mir, dass ich eine Mannschaft trainiere, unabhängig von der Liga und dem Land, wo es möglich ist, bei meiner Idee vom Fußball nicht zu viele Abstriche zu machen. Man muss selbstkritisch sagen, dass wir im vergangenen Jahr in Bremen nicht den Fußball gespielt haben, den ich mir vorstelle.“ Vielleicht sei er auch „nicht mehr so gut und authentisch“ wie in den Jahren zuvor gewesen.

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