Hinter dem Rücken des Trainers?Bayer-Coach Alonso gibt nach Ball-Verwirrung zu: „Nicht meine Idee“

Xabi Alonso beim Heimsieg von Bayer Leverkusen gegen Union Berlin am Spielfeldrand in Aktion.

Xabi Alonso beim Heimsieg von Bayer Leverkusen gegen Union Berlin am 14. November 2023 in Aktion.

Bayer Leverkusen dominiert unter Trainer Xabi Alonso die Bundesliga, ist zu Hause weiter makellos unterwegs. Über eine Entscheidung in der BayArena war der Erfolgs-Coach allerdings nicht informiert worden.

von Béla Csányi (bc)

Beim Tabellenführer wird Ballbesitz großgeschrieben! Bayer Leverkusen hat seinen Raketen-Start in die Bundesliga-Saison vor allem dem gepflegten Spiel unter Trainer Xabi Alonso (41) zu verdanken. Dass die Kugel dabei die entscheidende Rolle spielt, wird in jedem Spiel deutlich.

Rund um den lockeren 4:0-Heimsieg gegen Union Berlin am Sonntag (12. November 2023) fiel auf, dass der Ball aber auch abseits des Spielfelds zur Leverkusener Strategie dazugehört. Kurios: Im Verein stehen alle offenbar derart hinter der Idee ihres Trainers, dass dessen Erfolgsrezept in der BayArena hinter seinem Rücken sogar noch verfeinert wird.

Bayer Leverkusen verkörpert Xabi Alonsos Ballbesitz-Fußball

Die Leverkusener Zahlen lesen sich nach dem 11. Spieltag glänzend: die meisten gespielten Pässe der Liga (7134), dabei die höchste Erfolgsquote (90,2 Prozent) und mit 58 Prozent knapp hinter Bayern München (60) auch der zweithöchste Ballbesitz-Wert im Fußball-Oberhaus. Für die Werkself zählt jede Sekunde, in der der Ball im Spiel ist.

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„Wir wollen immer weitermachen, nicht stoppen. Immer hohes Tempo und dem Gegner nicht zu viel Zeit geben, sich auszuruhen“, hatte Alonso am Sonntag am DAZN-Mikro über seinen Spielstil erklärt. Gegen Union hatte sein Team den Gegner sogar mit 70 Prozent Ballbesitz mürbe gemacht.

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Beim nahezu perfekten Heimspiel wurde Xabi Alonso aber auch auf eine Besonderheit angesprochen, die aufmerksamen Beobachterinnen und Beobachtern aufgefallen war – und für etwas Verwirrung sorgte. Sage und schreibe 29 Bälle lagen während der Partie rund um das Spielfeld verteilt.

In Abständen von einigen Metern war so immer ein Ersatzball griffbereit, um das Spiel, etwa bei einem Einwurf, von überall aus schnell wieder fortsetzen zu können. Das verwunderte selbst DAZN-Experte Tim Borowski (43), dem Vergleichbares in seinen 236 Bundesliga-Spielen nicht untergekommen war. Doch woher kam Bayers Bälle-Flut? Alonso jedenfalls konnte den Hintergrund selbst nicht erklären.

Xabi Alonso freut sich über Ersatzball-Idee: „Kommt nicht von mir“

„Das war nicht meine Idee, vielleicht die von jemand anderem“, rätselte er im Interview nach dem Spiel. Auf Nachfrage bei der folgenden Pressekonferenz ergänzte der spanische Welt- und Europameister zufrieden: „Es war zwar nicht meine Idee, aber wer immer darauf gekommen ist, hatte einen guten Einfall. Das schätze ich sehr.“

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Obwohl das Spiel seiner Mannschaft in den bisherigen elf Saisonspielen bis ins kleinste Detail geplant aussah, die Profis in fast jeder Situation mehrere Lösungen vor Augen haben, gab Alonso über diesen Teil des Erfolgsrezepts zu: „Ich habe es nicht mitbekommen. Wir haben andere Kommandos und andere Anweisungen, das hier kommt nicht von mir.“ 

Doch nicht erst seit Sonntag ist klar, dass ganz Leverkusen auf den Alonso-Stil steht! 34 Tore in elf Spielen, in den bisherigen sechs Heimspielen sogar starke 21 Treffer. Kein Wunder, dass die Bilanz in der BayArena weiter makellos ist. Beim kommenden Heimspiel könnte es dann auch wirklich auf die Details am Spielfeldrand ankommen: Am 13. Spieltag gastiert Vizemeister Borussia Dortmund unterm Bayer-Kreuz.