E-Sport beim 1. FC Köln Wehrles Traum: „50.000 Zuschauer beim FIFA-Spiel“

Alexander Wehrle, Geschäftsführer 1. FC Köln, vor dem Spiel beim Interview

Geschäftsführer Alexander Wehrle vom 1. FC Köln, hier beim Heimspiel des FC gegen Hertha BSC am 15. August 2021, hat große Pläne mit dem E-Sport.

Der 1. FC Köln hat sich dem Engagement im E-Sport verschrieben. Auf der Sportmesse Spobis in Düsseldorf träumte FC-Finanzchef Alexander Wehrle (46) von einem vollen Rhein-Energie-Stadion bei einem VBL-Match.

Düsseldorf. Noch fristet die Virtuelle Bundesliga (VBL) ein wenig ein Schattendasein in der Öffentlichkeit. Doch bei der DFL und natürlich auch beim 1. FC Köln sind sie überzeugt, dass der E-Sport viel Zukunft hat. Auf der Spobis in Düsseldorf betont Wehrle, dass die Schnittmenge zwischen Fußball-Fans und Konsolen-Zockern groß ist.

Liga-Chef Ralf Reichert: „Virtuelle Bundesliga steht noch am Anfang“

„Wir sind noch ganz am Anfang, aber das Potenzial ist da. Ich denke an zehn Prozent Fan-Potenzial im Vergleich zum klassischen Fußball-Sport, aber ich denke da auch in Zeiträumen von fünf bis zehn Jahren. E-Sport kann in einigen Gruppen die gleiche Relevanz haben wie der normale Sport. Mein Sohn hat seinen Bezug zum Fußball über das FIFA-Spiel bekommen“, sagt Liga-Chef Ralf Reichert (46).

DFL hofft auf einen Boom im Esport

Bei der Deutschen Fußball-Liga hat das Thema Priorität, hier kümmert sich Andreas Heyden darum. „Wir sind vom Medienprodukt Anfang der Neunziger. Aber die Liga ist nach zehn Jahren irgendwo bei den 70ern. Wir brauchen jetzt die Günter Netzers, die den Sport bekannt machen.“

Mit dem Kauf eines Anteils des Traditions-Unternehmens SK Gaming ist der 1. FC Köln in den E-Sport eingestiegen. Alexander Wehrle („Ich grüße als Tabellensechster der Fußball-Bundesliga!“) erklärte auf dem Podium die Ziele, die der Traditionsklub mit dem Engagement verfolgt: „Wir wollen mit dem E-Sport eine junge Zielgruppe erreichen und dadurch Umsätze generieren. Wir wollen Sponsoren akquirieren. Und es ist natürlich auch eine Asset-Betrachtung, denn der Unternehmenswert hat sich in zwei Jahren versechsfacht.“

Alexander Wehrle: „Über E-Sport neue Fans für den 1. FC Köln gewinnen“

Allein auf der Gaming-Plattform Twitch zählte der 1. FC Köln in der vergangenen Saison 300.000 „Unique Viewer“, die die VBL-Spiele streamten. Einen Teil davon hofft Wehrle zu zahlenden Kunden zu machen. „Es gibt eine große Schnittmenge zwischen FC-Fans und E-Sport. Es bleibt ein wesentlicher Bestandteil unserer Ausrichtung. Wir wollen diese User zu FC-Fans machen, die sich mit dem Klub identifizieren und dadurch auch Umsätze zu generieren.“

Der FC bringt in dieser Saison ein eigenes Team an den Start mit dem ehemaligen deutschen Meister „Stranger“ als Anführer in der im November startenden Saison der VBL. Die Gamer können die Infrastruktur mit Athletik-Coach und Physiotherapeuten am Geißbockheim nutzen.

An Visionen mangelt es Wehrle nicht: „Mein Traum sind 50.000 Zuschauer, die sich erst um 15.30 Uhr ein Spiel der Fußball-Bundesliga ansehen. Und dann 50.000, die sich um 19.30 Uhr ein Spiel der virtuellen Bundesliga anschauen. Und da ich ein optimistischer Mensch bin, glaube ich, dass uns das gelingt.“

Wehrle glaubt an Bayern und BVB in der VBL

Lediglich die Branchenriesen Borussia Dortmund und Bayern München haben noch kein eigenes Team am Start. Wehrle glaubt aber, dass sie bis 2023/24 dazustoßen werden. „Die Zahlen steigen rasant, es wäre ein Fehler sich nicht mit dem Thema zu beschäftigen. Die DFL geht das Thema mit großer strategischer Weitsicht an. Und dann haben wir noch ganz andere Möglichkeiten, das zu monetarisieren und von den Schnittmengen zu profitieren.“

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