Vor dem Spiel des 1. FC Köln gegen den FC Bayern München am Mittwoch, sprach Trainer Lukas Kwasniok über die schlechten Stimmungen rund um den FC in den vergangenen Tagen.
Die Wahrheit hinter dem FC-WirbelKwasniok: „Nicht auf meine Schuhe erbrechen!“
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Die Fans des 1. FC Köln haben sich nach dem Spiel gegen Heidenheim mit einem Plakat gegen den Trainer gerichtet. Grund waren zahlreiche Gerüchte im Hintergrund. Dabei ging es unter anderem auch um das Verhalten von Lukas Kwasniok seinen Spielern gegenüber.
Vor dem Spiel am Mittwoch gegen den FC Bayern (14. Januar, 20.30 Uhr/RTL, Sky und Liveticker auf EXPRESS.de) wurden alle Unklarheiten beseitigt, es gab Gespräche mit Fans und Spielern. Der Fokus soll nun auf den Sport gerichtet werden.
Kwasniok: So war das mit dem Mannschaftsabend
Kwasniok sagte am Dienstag, dass er wegen des Fanplakats am Samstag nach dem Spiel schon emotional berührt war, doch „dann vergehen ein paar Tage und dann ist es wichtig, die Dinge gut einzuordnen.“ Das sei jetzt geschehen hinter den Kulissen.
Kwasniok berichtet: „Der Verein hat sich mit der Ultraszene über diese Dinge unterhalten, die dazu geführt haben. Die sind jetzt ausgeräumt. Wir hatten auch mit dem Mannschaftsrat am Montag ein Gespräch.“ Einer der Vorwürfe war, dass es Ärger zwischen Team und Trainer im Vorbereitungscamp in Spanien gegeben habe, weil Kwasniok den Teamabend gestrichen habe.
Er stellte klar: „Eins muss ich sagen: Ich bin 19 Jahre Trainer – ich bin derjenige, der die Teamabende zur Pflicht ausruft. Das ist einfach Kokolores. Und dann hat Ron-Robert Zieler im Gespräch mit dem Mannschaftsrat gesagt: ‚Fokus auf Bayern.‘ Damit ist eigentlich alles gesagt. Wir haben die Dinge aufgearbeitet. Wir tun gut daran, uns nicht um die Dinge im Umfeld zu kümmern, sondern konzentrieren uns auf die brutal harte Aufgabe Klassenerhalt.“
Kwasniok schwärmte dann von seiner Mannschaft: „Wir werden alles geben, die Jungs sind immer am Anschlag. Ich bin gerne Trainer dieser Mannschaft, die Jungs hauen alles raus und haben das Herz am rechten Fleck. Also vorsichtig mit der Interpretation, dass die Mannschaft ein bisschen unzufrieden wäre. Ich lasse in keiner Form etwas auf die Jungs kommen, unterhalte mich jeden Tag mit ihnen, ein Top-Team.“
Warum das Gerücht mit dem abgesagten Teamabend unter den Fans diskutiert wurde, kann sich Kwasniok nicht erklären. Er schilderte, wie es sich wirklich zugetragen hatte. Beim Gespräch mit dem Mannschaftsrat „gab es ein einziges Thema, genau das mit dem Teamabend. Und zwar, ob da irgendetwas missverstanden worden ist.“ Kwasniok erklärte dann, was er den Spielern in Spanien gesagt hat: „Es wäre ganz gut, wenn ihr nicht um halb drei ankämt und ich dann durch die Katakomben im Hotel laufe und mir irgendeiner auf den Schuh erbricht.“
Das sei der Teamabend-Verbot gewesen, Kwasniok weiter: „Die Jungs sind dann freiwillig um 0 Uhr zurückgekehrt, weil so viel war dann doch nicht los. Sie haben lecker gegessen und haben dann wieder fleißig gearbeitet. Das ist das ganz normale Vorgehen, wie man in einer Mannschaft miteinander umgeht.“
In der Krise sei es aber normal, dass im Umfeld bei unzufriedenen Spielern anders gewichtet wird, als in erfolgreichen Zeiten. Wenn dann einer seinen Unmut äußert, findet das mehr Gehör.
Kwasniok hat übrigens nicht selbst mit den Ultras gesprochen: „Ich bin zwar relativ wichtig als Trainer, aber der Kontakt zu der Fanszene sollte von Vereinsseite gepflegt werden. Fans und Mannschaft sind eine Einheit. Und machen wir uns nichts vor: Der Trainer ist derjenige, der am schnellsten ausgetauscht wird. Deshalb glaube ich, dass persönliche Kontakte da nicht hilfreich sind. Ich will mich durch Erfolge und gute Arbeit beweisen.“
Dass die Fanszene ihre Meinung äußert, findet Kwasniok legitim: „Wir sind ja nicht in Nordkorea! Jeder kann sagen, was er denkt. Es ist eine Gruppierung, die nicht ganz so klein ist. Ich glaube trotzdem, dass es nicht die Stimme von allen ist.“


