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Aufregung nach Fan-PlakatGerüchte & Stimmung: Kwasniok will die Wogen glätten

Aktualisiert

Nach 16 Spieltagen und einem Platz im Mittelfeld der Tabelle gab es am Samstag nach dem 2:2 in Heidenheim ein erstes Fan-Plakat gegen Kölns Trainer Lukas Kwasniok. Was ist da los?

Mit dem 2:2 in Heidenheim festigte der 1. FC Köln nach 16 Spieltagen den Abstand auf die Abstiegsränge. Heidenheim hat als 17. der Tabelle zwölf Zähler, der FC rangiert mit 17 Zählern im Mittelfeld. Doch nach der Partie packten die Kölner Ultras ein Plakat gegen Kölns Trainer Lukas Kwasniok (44) aus. 

In großen Buchstaben war das Wortspiel zu lesen: „KWASNI YOK“. Das Transparent mit dem Kürzel WH ist der „Wilden Horde“ zuzuordnen. Yok ist ein türkisches Wort, das in der deutschen Jugendsprache als Ausdruck für „nein“ oder „nichts“ steht.

Warum kritisieren die FC-Ultras Trainer Lukas Kwasniok?

Nach dem Spiel war die Aufregung beim 1. FC Köln groß. Warum wird der Trainer von der Fanszene öffentlich attackiert? Kwasniok wirkte angeschlagen, sagte auf das kritische Banner angesprochen: „Ich habe es nicht wahrgenommen, wurde aber darüber informiert, dass es da etwas gab. Ich kann jetzt kein Türkisch, deswegen musste ich mir das auch übersetzen lassen.“ Der Coach kann die Kritik erst einmal nicht verstehen: „Ich weiß jetzt nicht genau, warum und weswegen, aber ich nehme das zur Kenntnis.“

Die große Frage nach dem 16. Spieltag: Ist das Tischtuch zwischen Fans und Kwasniok jetzt schon zerschnitten? Was genau kritisieren die Fans? Es gibt zahlreiche Gerüchte, die im Umlauf sind. Dabei geht es auch um Vorfälle aus dem Trainingslager in Spanien. Die schlechte Stimmung innerhalb der Mannschaft machte die Runde. Kwasniok strich Luca Waldschmidt aus dem Kader für das Heidenheim-Spiel, nachdem dieser im EXPRESS.de-Interview über zu wenig Spielzeit geklagt hatte. Der Trainer soll die Mannschaft zudem mehrfach scharf angegangen sein. Ein Teamabend soll vom Trainer gestrichen worden sein, dabei feiert Kwasniok selbst gerne auch einmal. Im Trainingslager im Sommer zapfte er sogar noch höchstpersönlich Bier für die Fans.

Viele Fans mögen diese Stimmung nicht, sehen durch das Verhalten des Trainers die Geschlossenheit der Mannschaft in Gefahr. Angeblich soll der Coach schon große Teile der Mannschaft verloren haben. Es gibt aber auch Fans, die eine harte Ansprache für angemessen halten, schließlich sollten einige Profis nach dem Negativ-Trend der letzten Wochen endlich aufwachen und sich mal hinterfragen. Beim 2:2 in Heidenheim wurde zwar nicht die Trendwende eingeläutet, aber Einsatz und Wille stimmten, das Team wirkte geschlossen.

Nach Informationen von EXPRESS.de wollte die Fanszene dem Trainer mit dem Wortspiel einen dezenten Hinweis geben. Frei nach dem Motto: Kwasniok, wir haben dich im Blick! In Köln gibt es Dinge, die man nicht so tun sollte. Dabei geht es um den Umgang mit Spielern und sein Verhalten abseits des Platzes.

Am Mittwoch soll beim Heimspiel gegen den FC Bayern München (14. Januar, 20.30 Uhr/Sky und Liveticker auf EXPRESS.de) ein weiteres Plakat mit einem Kwasniok-Wortspiel (eventuell Quasimodo aus ‚Der Glöckner von Notre-Dame‘) geplant sein. Es kann aber auch sein, dass das verhindert wird, denn der Verein und Kwasniok wollen jetzt die Wogen glätten.

Noch vor dem Bayern-Spiel soll es ein Treffen mit Wortführern der Fanszene geben. Ob Kwasniok dabei sein wird, wird sich zeigen. Er sagte: „Wir versuchen, irgendwie in Kommunikation zu treten, um herauszufinden, was da jetzt Thema ist. Ich kann nur mit Leistung und Punkten vorangehen. Aber das ist eben der 1. FC Köln. Da ist alles etwas dynamischer. Für mich ist eins wichtig: die Performance der Jungs auf dem Platz. Ich habe in Heidenheim eine absolute Einheit gesehen. Trainer, Trainerteam und Mannschaft. Das ist das, was sich beeinflussen kann. Und ansonsten hoffe ich einfach, dass wir vielleicht Bayern ärgern können.“

Nach dem 2:2 in Heidenheim breiteten die FC-Ultras ein Banner gegen Lukas Kwasniok aus: Kwasni Yok. Im Türkischen bedeutet Yok so viel wie nein.

Nach dem 2:2 in Heidenheim breiteten die FC-Ultras ein Banner gegen Lukas Kwasniok aus: Kwasni Yok. Im Türkischen bedeutet „Yok“ so viel wie „nein“.

Auch der Vorstand mit Jörn Stobbe, Jörg Alvermann und Ulf Sobek will im Hintergrund zwischen Ultraszene und Kwasniok vermitteln. Das Präsidium führt viele Gespräche, um Missverständnisse zu klären, mit Gerüchten aufzuräumen und wieder Einigkeit herzustellen. Denn beim FC ist allen klar: Im Abstiegskampf geht es nur gemeinsam.