Der 1. FC Köln sucht nach den ersten Spielen der Saison noch Struktur und Stabilität. Mit Ellyes Skhiri soll diese gefunden werden. Gegen Bremen stand er erstmals in der Startformation.
„Wird er auch in Zukunft tun“FC-Coach mit klarer Erwartung an Skhiri
Einen wie ihn hat es dringend gebraucht. Ellyes Skhiri (31) ist der neue Denker und Lenker im FC-Spiel. Das ist bereits nach dem ersten Startelfeinsatz des Tunesiers beim 1:1 gegen Werder Bremen am 12. September 2026 erkennbar.
Er hatte eine überragende Passquote von 95 Prozent, spulte in alter Skhiri-Manier wieder sagenhafte 13 Kilometer ab und orchestrierte seine Nebenleute meist gestenreich. Genau das will René Wagner (38) von seinem Schützling sehen.
Skhiri: Zwei Diagonalbälle sorgen für Gefahr
„Für uns ist es wichtig, dass wir Struktur bekommen und wir in Phasen, in denen das Spiel vielleicht mal nicht für uns läuft, genau diese Spieler auf dem Feld haben“, sagte der Coach. Denn auch er sah: Skhiri funktionierte vorwiegend in den Phasen, als der FC drückte. Da leitete er sogar einige Angriffe sehenswert ein.
In Erinnerung blieben dabei hauptsächlich zwei Diagonalbälle in die gefährliche Zone, die sonst beim FC so keiner spielt. In den Phasen, in denen es nicht lief und Bremen das Übergewicht im Mittelfeld bekam, konnte aber auch er wenig entgegensetzen. Die Löcher waren vorwiegend in der zweiten Halbzeit zu groß, weil die Abstimmung nicht passte.
„Ich versuche, mit Flaco die Lösung zu finden, aber das haben wir in dem Moment nicht geschafft“, sagte Nebenmann Tom Krauß (25). „Der Gegner stellt sich ein, der Gegner hat andere Ideen“, sagte Wagner und ergänzte: „Genau dann brauchen wir Spieler auf dem Feld wie Ellyes, die die Mannschaft führen.“
Doch auch bei Skhiri ist Geduld gefragt. Der Neuzugang kommt aus einem schweren Jahr bei Eintracht Frankfurt und einer verkorksten Weltmeisterschaft. Danach hatte er wochenlang nur Individualtraining und damit keine ordentliche Vorbereitung. Dennoch hat er jetzt schon den Anspruch, Denker und Lenker zu sein.
Kölns Weltmeister von 1990, Pierre Littbarski (66), sagte zuletzt beim EXPRESS-Talk über Skhiri: „Das ist ein 50:50‑Ding. Wenn er im Zentrum spielt, kann er dem FC helfen. Du brauchst natürlich Leute, die Erfahrung haben. Wir wollen mal sehen, wie sich das entwickelt.“
Für Wagner ist es nur eine Frage der Zeit, bis man Skhiri endgültig wieder in der unumstrittenen Chefrolle sieht. „Wir sind noch früh in der Saison, das war jetzt ein erster Beginn“, sagte der Trainer. „Es ist wichtig, dass wir den Kern der Mannschaft stärken. Die Jungs, die auf dem Platz stehen, sollen das Selbstvertrauen haben, dass sie führen können, führen dürfen und auch führen sollen. Da gehört Ellyes dazu, und das wird er auch in der Zukunft tun.“

