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Wäre FC-Wechsel richtig?Skhiri-Analyse: Alarmierender Trend und große Stärken

Kommt Ellyes Skhiri zurück zum 1. FC Köln? Vor seinem möglichen Wechsel haben die Scoutingexperten von „f30 football insights“ Skhiri für EXPRESS.de mal genau unter die Lupe genommen.

Wird er der sechste Neuzugang des 1. FC Köln? Seit Tagen halten sich die Gerüchte hartnäckig, dass Ellyes Skhiri (31) kurz vor einer Rückkehr ans Geißbockheim steht.

Bei Eintracht Frankfurt hat er keine Zukunft mehr, fuhr nicht mit ins Trainingslager und wurde für Gespräche freigestellt. Auch der Tunesier selber ist einer FC-Rückkehr grundsätzlich wohl nicht abgeneigt, müsste dafür aber auf Gehalt verzichten.

Ellyes Skhiri könnte zum FC zurückkehren

Skhiri verdient am Main deutlich besser als zuvor am Rhein, bei der Rückkehr zum FC würden seine Bezüge unter dem bleiben, was er aktuell in Frankfurt (Vertrag bis 2027) einstreicht. Auch deshalb ziert sich der Dauerläufer noch mit einer Entscheidung.

In seiner Köln-Zeit wurde Skhiri zum Publikumsliebling, vor allem durch seine bärenstarken Leistungen. Aber: Der 31-Jährige konnte sich nach seinem Wechsel zur SGE nie nachhaltig durchsetzen, die Fans dort wurden von Jahr zu Jahr unzufriedener mit ihm. Mit Tunesien spielte er eine unterirdische WM 2026.

Die Fans des 1. FC Köln fragen sich deshalb: Wäre eine Skhiri-Rückkehr sinnvoll? Kann der Sechser an seine erfolgreiche FC-Zeit anknüpfen? Oder sollte sich Geschäftsführer Thomas Kessler (40) besser nach Alternativen umschauen? Diese Fragen haben sich auch die Scoutingexperten von „f30 football insights“ gestellt und Skhiri für EXPRESS.de mal genau unter die Lupe genommen:

Position: Skhiri erfüllt das Profil eines ballerobernden Mittelfeldspielers auf der Sechs, sein Einfluss auf die Offensive ist dagegen limitiert. In der Mainmetropole war er deshalb mehr für die defensiven Aufgaben vorgesehen. Er lässt sich im Spielaufbau häufig tief fallen, teilweise zwischen die Innenverteidiger, um sich den Ball abzuholen. Kaum ein Mittelfeldspieler ist in der vergangenen Saison häufiger in den Spielaufbau eingebunden worden als Skhiri.

Stärken:

  1. Laufintensität: Der Tunesier gilt seit jeher als Kilometerfresser, spult pro Spiel knapp 12 Kilometer ab und zählt dadurch zu den laufstärksten Spielern der Liga. Durch seine Laufstärke und gute Antizipationsgabe fängt er auch im Gegenpressing viele Bälle ab. Dadurch bringt er sein Team nach Ballverlust schnell wieder in Ballbesitz. In seiner letzten FC-Saison (2022/23) fing von allen Bundesliga-Spielern nur Leon Goretzka mehr Pässe ab. Dieses Level konnte Skhiri auch in Frankfurt halten.
  2. Zweikampf: Skhiri ist ein exzellenter Balleroberer, profitiert dabei nicht nur von seiner Laufstärke, sondern auch von seinem guten Stellungsspiel. Er ist auch im Eins-gegen-eins-Duell durchsetzungsstark und beweist ein gutes Timing im Attackieren erster und zweiter Bälle. Dazu ist er kopfballstark. Im Zentrum hat er zumindest in der eigenen Hälfte noch eine hohe Pressingeffizienz vorzuweisen. In einem kompakten Block vor der Abwehr ist er als „Staubsauger“ weiter sehr wertvoll. Dort hat er auch den größten Anteil seiner Defensivaktionen. Aber: In der abgelaufenen Saison zählte er mit nur 46 Prozent gewonnener Bodenzweikämpfe zu den zehn zweikampfschwächsten Mittelfeldspielern. In den Jahren zuvor war er in dieser Kategorie verlässlich einer der stärksten Bundesliga-Profis.
  3. Erfahrung: Mittlerweile eine der größten Stärken des Tunesiers. In seiner Vita stehen bereits 200 Einsätze in der Bundesliga und 123 Spiele in der französischen Ligue 1. Und auch international hat Skhiri schon ordentlich Erfahrung gesammelt, kam in allen drei europäischen Wettbewerben zum Einsatz (Champions League: acht Spiele; Europa League: zwölf Spiele; Conference League: zwölf Spiele). Für Tunesiens Nationalmannschaft stand er bereits 86 Mal auf dem Platz, bei der WM 2026 sogar als Kapitän.
  4. Ballsicherheit: Der 31-Jährige besitzt im Raum eine gute Übersicht, ist dadurch bei seiner Ballannahme nur schwer zu pressen. Seine Kurzpassquote von 85 Prozent kann sich sehen lassen. Dabei spielt er überwiegend Pässe auf die rechte Seite und behält auch unter Druck die Ruhe. Bei der WM fiel er sogar mit einer starken Passquote von 90 Prozent in Drucksituationen auf.
Zonaler Anteil der Tacklings, Balleroberungen und abgefangenen Pässe von Ellyes Skhiri in der Saison 2025/26.

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Zonaler Anteil der Tacklings, Balleroberungen und abgefangenen Pässe von Ellyes Skhiri in der Saison 2025/26.

Schwächen:

  1. Tempo: Das große Tempo hatte der tunesische Kapitän noch nie. Auffällig ist, dass weiterhin gerade bei defensiven Umschaltaktionen die Geschwindigkeit fehlt. In seinen bisher sieben Jahren in der Bundesliga war er nie schneller als 33,1 km/h. In der vergangenen Saison lag sein Topspeed bei 31,79 km/h. Im Ranking der schnellsten Bundesliga-Spieler landete er in der vergangenen Saison damit nur auf Platz 369.
  2. Linienbrechendes Passspiel und Offensive: Skhiris Spiel ist sehr risikoarm mit sehr wenig Progression. Zwar bringt er den Ball mit guter Präzision ins Mittelfeld, gegnerische Linien überspielt er dabei aber nur sehr selten (wenig Raumgewinn). Sein Anteil linienbrechender Pässe ist über die letzten vier Bundesliga-Spielzeiten kontinuierlich gesunken, von starken 19 Prozent auf mittlerweile unterdurchschnittliche 12,5 Prozent. Auch im vertikalen Passspiel hat er Defizite, seine langen Bälle sind häufig ungenau und zum Initiieren von Angriffen daher ungeeignet. Außerdem: Nur 16 Prozent der Ballbesitzpassagen, in denen er involviert ist, führen zu einem Torabschluss. Von allen Nicht-Absteigern der vergangenen Saison weist nur ein Mittelfeldspieler einen noch schwächeren Wert auf. Auch per Lauf ist sein Einfluss auf das Spiel mit dem Ball beschränkt: kaum vertikale Laufangebote, bleibt häufig auf einer Höhe mit dem ballführenden Spieler oder in dessen Rücken, dazu kaum längere Läufe mit Ball am Fuß. Skhiri sucht nur selten den Weg ins Angriffsdrittel und initiiert kaum Torgefahr (noch ganz anders als beim FC). Er verbleibt bei Angriffen absichernd hinter dem Ball, ist nicht der Spielertyp, der aus dem Spiel heraus in die Box nachstößt.Einzig bei Standards ist er ein offensiver Faktor. Skhiri besitzt ein gutes Timing im Luftzweikampf und wird dadurch bei Ecken und Freistößen torgefährlich. 50 Prozent seiner Abschlüsse entstehen aus Standardsituationen. In der Vorsaison blieb er allerdings torlos.
  3. Abnehmende Intensität: Im Verteidigen großer Räume ist er mittlerweile deutlich schwächer. Bei der WM ist er mit sehr geringer Intensität aufgefallen, komplett konträr zu seiner Kölner Zeit und den ersten Jahren in Frankfurt (nur 3,4 Zweikämpfe pro 90 Minuten). Von allen WM-Mittelfeldspielern mit mindestens 90 Minuten Einsatzzeit bestritt nur der mittlerweile verstorbene Südafrikaner Jaden Adams weniger.
VEEDEL-Umfrage3775 Stimmen

Ist Skhiri eine gute Álvarez-Alternative?

Ja, er ist günstiger und hat schon bewiesen, dass er es kann
Nein, Skhiri hat lange nicht mehr die Form seiner besten Jahre
Skhiri ist ein Guter, aber ich bin bei Rückhol-Aktionen grundsätzlich skeptisch

So hat sich Skhiri seit seiner FC-Zeit verändert: Anders als zu seiner Hoch-Zeit in Köln ist Skhiri nicht mehr der aggressive, balljagende Sechser. Stattdessen verlässt er sich zunehmend auf sein gutes Stellungsspiel. Seine Zweikampf- und Pressingintensität haben zudem in den vergangenen Jahren merklich nachgelassen. Er löst nur noch selten hohen Druck aus.

Der Tunesier zeigt zudem einen alarmierend negativen Trend im Pressingverhalten. Seit der Saison 2023/24 nimmt die Anzahl aggressiver Defensivaktionen bei ihm rasant ab. Waren es damals noch 10,5 aggressive Defensivaktionen unmittelbar nach gegnerischer Ballannahme, waren es in der abgelaufenen Saison nur noch mickrige 2,9.

Obwohl er beim FC auch der Aufräumer vor der Abwehr war, zeigte sich Skhiri im Köln-Trikot sehr torgefährlich. Alle 20 Bundesligatore schoss er für den FC, legte acht weiter auf. In der Saison 2022/23 war er mit starken sieben Toren sogar der beste FC-Torschütze.

Fazit: Mit seiner Laufstärke ist Skhiri prädestiniert, um im Abstiegskampf mit Biss voranzugehen. Da der FC noch händeringend nach einem Nachfolger für Eric Martel (ablösefrei nach Mainz) sucht, wäre Skhiri eine gute Besetzung. Er passt ins Profil (defensiv orientierter Abräumer mit guter Ballbehandlung unter Druck), das dem FC gut tut. FC-Trainer René Wagner setzt genau auf diese defensive Kompaktheit und Umschaltmomente aus dem Zentrum heraus. Beide Aspekte lassen sich gut mit Skhiris Spielstil vereinbaren.

Sollte der Tunesier zurück nach Köln kommen, wird er sich wohl mit Tom Krauß um einen Platz im zentralen Mittelfeld duellieren. Beide zusammen auf dem Platz dürfte eher kontraproduktiv sein, da sie ein ähnliches Spielerprofil besitzen. Dafür ergänzen sich beide am besten mit einem vertikaler denkenden Spielertypen wie Isak Johannesson oder Paul Okon-Engstler.

Fest steht, dass Skhiri zuletzt längst nicht mehr der Spieler war, den man aus seiner FC-Zeit gekannt hat. Die pragmatische Spielidee von Wagner sollte dem Noch-Frankfurter aber wieder viel mehr entgegenkommen. Zwar hat Skhiri seinen Leistungszenit bereits überwunden (Schlüsselrolle im FC-System daher eher unrealistisch), aber gerade mit seiner Erfahrung könnte er ein wichtiges Puzzleteil im Abstiegskampf sein.

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