Wie kommt der neue Cheftrainer bei den FC-Spielern an? Jan Thielmann gab wenige Tage vor dem Frankfurt-Spiel als erster Spieler ausführlich Auskunft.
„Ein paar andere Wege als Lukas“So fällt das erste Wagner-Urteil aus der Mannschaft aus

Frischer Wind beim 1. FC Köln: Seit gut einer Woche ist der neue Cheftrainer René Wagner am Ruder, wird durch die Co-Trainer Armin Reutershahn und Lukas Sinkiewicz unterstützt.
Für Jan Thielmann ist die neue Situation gar nicht so neu. Das Eigengewächs des 1. FC Köln erlebt am Geißbockheim bereits seinen siebten Cheftrainer. Entsprechend nüchtern analysierte der ehemalige U21-Nationalspieler am Dienstag (31. März 2026) vor dem Spiel am Ostersonntag bei Eintracht Frankfurt den Wechsel von Lukas Kwasniok zu Wagner.
Thielmann über Wagner und neue Co-Trainer: „Tut uns gut“
„Jeder Typ Mensch und auch jeder Trainer hat gewisse Abläufe, die er anders macht. Da versucht man natürlich, den besten Weg zu finden, so eine Mannschaft anzupacken“, sagte Thielmann. „René hat da sicherlich ein paar andere Wege als Lukas gehabt, aber ich will jetzt da nichts bewerten. Kein Weg ist schlechter oder besser. Wir müssen uns jetzt einstellen auf Frankfurt und das können wir mit einem neuen Trainerteam, in dem auch die Co-Trainer einen gewissen frischen Wind mitbringen. Das tut uns, glaube ich, gut.“
FC-Sportboss Thomas Kessler entschied sich für eine interne Lösung, beförderte den bisherigen Kwasniok-Assistenten Wagner zu dessen Nachfolger. Kann das überhaupt neue Impulse bringen? Ja, ist sich Thielmann sicher: „Ich glaube, beides gibt einen Impuls – sowohl externe Menschen als auch interne Menschen“, betonte er und erläuterte: „Wenn man in eine Führungsrolle reinkommt, hat man immer noch eine andere Verantwortung und hat andere Themenbereiche. René muss sicherlich auch Pressekonferenzen halten, Themen, mit denen er sich vorher nicht beschäftigt hat. Jetzt machen wir die Übungen, die er möchte und die er für sinnvoll hält. Auch ein interner Wechsel ist immer gut für uns.“
Ihm persönlich falle es nicht schwer, sich auf einen neuen Chefcoach einzustellen. „Ich kann mich da recht schnell an Menschen gewöhnen“, sagte Thielmann, unterstrich aber auch, dass die vielen Trainerwechsel in kurzer Zeit „nicht gerade für Qualität“ sprechen.
Andererseits bewirke ein solcher Wechsel, dass „gerade Spieler, die hinten dran gestanden haben beim alten Trainer, jetzt vielleicht nochmal eine Chance haben. Deswegen ist man ein bisschen sensibler, was alle Trainingsinhalte angeht. Jeder bietet sich an und die Trainingseinheiten laufen gut. Ich sehe eine gute Qualität und auch eine gute Reaktion.“

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Jan Thielmann und René Wagner kennen sich schon aus der gemeinsamen Zeit unter Steffen Baumgart – und verstehen sich offensichtlich bestens.
Thielmann, der als erster Spieler seit dem Trainerwechsel vor die Medien trat, ließ deutlich durchblicken, dass er mit Kesslers Wahl zufrieden ist. „Er ist sehr herzlich, hat ein Ohr für jeden. Ich glaube, er kommt sowohl als Co-Trainer als auch als Cheftrainer sehr gut an die Mannschaft ran und hat einen unheimlich guten Draht, auch gerade zu erfahrenen Spielern“, sagte er über Wagner. Das soll bei Kwasniok zuletzt nicht mehr unbedingt der Fall gewesen sein. „Ich glaube, dass er eine gute Mischung finden wird aus Spielern, die neu dabei sind, und einem alten Stamm“, so Thielmann über Kwasnioks Nachfolger.
Thielmann: „Hätte ich mir auch beim Coach davor gewünscht“
Auch für die neuen Co-Trainer gab es ein Lob von einem der dienstältesten FC-Profis: „Beide sind sehr lebendig. Armin hat eine unfassbare Erfahrung und hat schon einige Trainerstationen miterlebt. Sinke bringt ein gewisses Temperament und Feuer mit. Es macht Spaß, denn beide ergänzen sich sehr gut.“
Kann der FC mit dieser Mischung den nächsten Einsatz eines Feuerwehrmannes verhindern? „Wir würden alle gut daran tun, ein gewisses Vertrauen in den Cheftrainer zu haben und ihn mal machen zu lassen. Das ist jetzt bei René so, aber das hätte ich mir auch beim Coach davor gewünscht oder bei dem Coach davor oder bei allen anderen“, sagte Thielmann, der den Medien eine Mitschuld an den häufigen Trainerwechseln gab. Grundsätzlich sei die Mannschaft noch in einer relativ komfortablen Situation: „Wir müssen schauen, dass wir relativ schnell ins Punkten kommen. Ich hoffe nicht, dass wir einen Feuerwehrmann brauchen.“
Der neue Cheftrainer kann – ganz anders als Kwasniok in den vergangenen Monaten – fast aus dem Vollen schöpfen. Nachdem am Montag bereits Alessio Castro-Montes und Joel Schmied wieder ins Mannschaftstraining eingestiegen waren, trainierte am Dienstag auch Tom Krauß nach seinen Kniebeschwerden wieder mit dem Team.
Damit belegen nur noch die Langzeitverletzten Timo Hübers und Luca Kilian das FC-Lazarett, Eric Martel fehlt nach seiner Gelb-Roten Karte im Derby gegen Mönchengladbach am Ostersonntag in Frankfurt zudem gesperrt. Wagner hat die Qual der Wahl, wird die ein oder andere unbequeme Entscheidung treffen müssen.
„Ich bin ein Freund vom Konkurrenzkampf“, sagte Thielmann. „Wir haben einige Nationalspieler, die aktuell noch weg sind und wenn die wieder zurückkommen, dann sind wir komplett. Bis auf die Langzeitverletzten haben wir dann alle wieder an Bord und es macht unfassbar viel Spaß, wieder mit mehr Jungs auf dem Platz zu stehen.“
Die Profis, die auf Länderspielreise sind, werden am Mittwoch oder spätestens Donnerstag am Geißbockheim zurückerwartet.

