René Wagner steht vor allem nach dem dürftigen Auftritt gegen Heidenheim gerade bei den Fans stark in der Kritik. Der FC-Trainer geht trotzdem selbstbewusst ins letzte Saisonspiel beim FC Bayern.
„Stehen voll hinter mir“München wird zum Wagner-Endspiel und Charakter-Test

Der Klassenerhalt ist zwar schon gesichert und auf dem Papier geht es für den 1. FC Köln bei den Bayern um nichts mehr, doch in Wahrheit entscheidet das Spiel in München über die Zukunft von René Wagner.
Denn nach dem Debakel gegen Heidenheim ist es längst nicht mehr in Stein gemeißelt, dass Wagner auch nächste Saison noch an der Seitenlinie steht. Es muss schon eine überzeugende Leistung her, am besten sogar Punkte, damit Thomas Kessler selbstbewusst in die Trainer-Diskussion mit dem Gemeinsamen Ausschuss gehen kann.
René Wagner: „Ich lese wenig bis gar nichts“
Das Wagner-Endspiel wird auch zum Charakter-Test für die Mannschaft. Denn die Truppe ist nach dem blutleeren Auftritt gegen den Letzten gefordert, sich auch für Wagner ins Zeug zu legen. Nochmal können sie ihren Coach nicht hängenlassen, das hätte wohl fatale Folgen. Dennoch nimmt Wagner die Mannschaft in Schutz.
„Ich will ihnen gegen Heidenheim weder Willen noch Charakter absprechen. Es ging um den Fokus. Wir müssen uns vorwerfen lassen, dass wir nicht konsequent genug waren“, sagte Wagner.
Er weiß insgeheim aber auch, dass seine Jungs ihn mit dieser Leistung in die Bredouille gebracht haben. Die Trainer-Entscheidung wurde daraufhin nicht wie angekündigt in dieser Woche getroffen, sondern verschoben. „Ich weiß, dass Ergebnisse in der Wahrnehmung eine Rolle spielen“, sagt Wagner, der immer noch auf ein Feedback von Thomas Kessler wartet.
Der FC-Trainer bekam nach Union und Heidenheim viel Gegenwind, viele trauen ihm den Job in der kommenden Saison nach den jüngsten Eindrücken nicht mehr zu. Er selbst versucht, das Echo der vergangenen Wochen so gut es geht auszublenden.
„Ich lese wenig bis gar nichts, das tut mir gut. Wenn ich mir jeden Tag Gedanken machen würde, würde es mir nicht gut gehen. Ich werde aber vom Staff ab und zu mit Samthandschuhen angefasst, weil sie sich Sorgen um mich machen.“
In München setzt Wagner gegen den haushohen Favoriten genau auf diesen Zusammenhalt innerhalb des Vereins. Denn das Vertrauen in seine Mannschaft ist nach wie vor groß. „Die Jungs stehen voll hinter mir. Das ist mir das Allerwichtigste“, sagt er. Das müssen sie am Samstag nun aber auch beweisen, damit Wagners Wunsch in Erfüllung geht. Denn er sagt: „Ich hoffe, dass ich den Job noch ganz lange machen darf.“

