Zum Ende der Saison präsentiert sich der 1. FC Köln nicht mit seinem besten Gesicht. Eine Aufbruchstimmung kann so jedenfalls nicht entstehen. Ein Kommentar.
Fatale SignaleSo verspielt der 1. FC Köln sehr viel Kredit

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Kennst du das auch? 15 Minuten, bevor das Café schließt, willst du ein Spaghetti-Eis bestellen, doch die Bedienung hat die Geräte schon gereinigt und es heißt: „Gerne morgen wiederkommen!“ Garantiert nicht! Dann geht man doch lieber in eine andere Eisdiele! Klassischer Fall von Kunde vergrault.
Kommen wir zu unserem geliebten 1. FC Köln. Der hat den Betrieb trotz laufender Saison zwar noch nicht komplett eingestellt, sendet aber fatale Signale. Rund ums Geißbockheim hat man das Gefühl, dass einige mit einem Bein schon in der Sommerpause sind.
Am Samstag geht es auch um die Zukunft von Trainer René Wagner
Jahmai Simpson-Pusey verschlief das Anschwitzen vor dem Heidenheim-Spiel. Auch zahlreiche Kollegen waren dann im Spiel alles andere als hellwach. Der 1. FC Heidenheim, zuvor Tabellenletzter, siegte mit 3:1 im letzten Kölner Heimspiel. Dabei wurden die FC-Profis teilweise regelrecht vorgeführt. Von den Fans gab es ein Pfeifkonzert und nicht wenige forderten ihr Geld zurück.
Wer dachte, dass nach der Nicht-Leistung gegen Heidenheim die Zügel nochmals angezogen werden, der täuschte sich. Am Montag war trainingsfrei, am Dienstag rollten auf Trainingsplatz 1 die Bagger. Der Rasen wird komplett überarbeitet, Betreten verboten. Schon vor Ende der Saison macht der FC alles parat für die Sommerpause.
Natürlich gibt es noch Trainingsmöglichkeiten, doch im Franz-Kremer-Stadion arbeitete Interimstrainer René Wagner wenige Tage vor dem Spiel beim FC Bayern München (Samstag, 16. Mai 2026, 15.30 Uhr/Sky und Liveticker auf EXPRESS.de) lediglich mit einer kleinen Gruppe. Die anderen Spieler absolvierten zum Abschluss der Spielzeit schon Leistungsdiagnostiken. Auch am Mittwoch soll dies so sein.
So bleibt dem FC das Mannschaftstraining am Donnerstag und die Abschlusseinheit am Freitag vor dem wichtigen Spiel beim FC Bayern. Da geht es nicht nur um die Ehre, sondern auch um die Zukunft von Trainer Wagner. Bei einer weiteren Niederlage dürfte er es schwer haben, Cheftrainer zu bleiben.
Eigentlich könnte man nach dem vorzeitig erreichten Klassenerhalt mit einer gewissen Euphorie in die Sommerpause gehen. Doch gegen Heidenheim hat die Mannschaft schon viel Kredit verspielt. Es gibt Tausende Fans, die für den Trip nach München viel Geld bezahlen. Man kann nur hoffen, dass die Profis mit dem Geißbock auf der Brust alles geben, um sich gut in die Sommerpause zu verabschieden.
Die Fans wollen eine Mannschaft unterstützen, die Erfolgshunger, Siegeswillen, Biss und Ehrgeiz bis zur letzten Sekunde zeigt. Natürlich dürfen sich Spieler und Verantwortliche über den Klassenerhalt freuen, aber bitte erst nach dem letzten Spieltag!

