Der 1. FC Köln hat das erste Jahr als Aufsteiger überstanden und den Klassenerhalt perfekt gemacht. Auch wenn am Ende nicht alle hundertprozentig zufrieden waren – einer ist es auf jeden Fall: Finanz-Geschäftsführer Philipp Türoff.
„Mit absoluter Priorität“FC-Boss feiert Saison aus spezieller Perspektive

Trotz des 1:5 im Gepäck nach der Rückreise aus München wurde am Montagabend (18. Mai 2026) beim 1. FC Köln ausgiebig gefeiert. In der Flora stand die Saisonabschlussparty an.
Die FC-Frauen freuten sich über das beste Saisonergebnis in der Historie, die Männer feierten den Klassenerhalt. Finanz-Geschäftsführer Philipp Türoff sprach über die Situation des FC nach dem erreichten Ziel. Er feiert den Klassenerhalt aus einer speziellen Perspektive.
Türoff: Transfererlöse werden direkt wieder in den Kader gesteckt
„Wenn man alles sacken lässt, fällt mein Fazit nach der ganzen Emotion doch sehr positiv aus. Wir haben den Klassenerhalt vorzeitig geschafft. Es gibt sehr viele Dinge, wo wir besser dastehen, als vor der Saison. Das ist sehr versöhnlich am Ende des Tages und bietet uns viele Möglichkeiten, uns weiter zu verbessern“, so Türoff.
Köln stand nach dem Abstieg 2024 noch bei einem Kaderwert von rund 60 Millionen Euro. Mittlerweile ist die Profimannschaft des FC 136,85 Millionen Euro wert. Das liegt auch an relativ teuren Zugängen nach dem Aufstieg, aber auch an der Entwicklung von einigen Spielern. Herauszuheben ist da Said El Mala (19), der alleine einen Wert von 35 Millionen Euro hat.
Der FC will auf dem Markt bei einem eventuellen Verkauf allerdings deutlich mehr erwirtschaften. Unter 50 Millionen Euro ist man wohl kaum gesprächsbereit. Türoff sagt zur El-Mala-Thematik: „Es geht ja nie um einzelne, auch wenn das natürlich ein übergeordnetes Thema ist, weil Dimensionen spekuliert werden, die wir als FC in der Vergangenheit nicht hatten. Trotzdem ist es aus der Sicht eines Finanzers auch das Element Transfererlöse. Was beim FC in den vergangenen Jahren, verglichen mit anderen, unterentwickelt war. Wir haben verhältnismäßig wenig Transfererlöse erzielt.“
Türoff ist froh über die geschaffenen Werte: „Jetzt bin ich erst einmal happy, dass es Spieler in unserem Kader gibt, für die es einen Markt gibt.“ An der Spitze stehen El Mala und Jakub Kaminski, der für die festgeschriebene Ablösesumme von 20 Millionen Euro gehen könnte. Sollten beide gehen, wäre es zwar nicht einfach, sie zu ersetzen. Aber die gewaltigen Einnahmen von rund 70 Millionen Euro würden natürlich Gestaltungsmöglichkeiten schaffen.
Türoff versichert, dass die Einnahmen in den Kader gesteckt werden: „Es ist anders als in vergangenen Jahren. Wir haben den FC so stabilisiert, dass wir mögliche Transfererlöse mit absoluter Priorität wieder in den Sport investieren können. Das ist eine ganz wichtige Voraussetzung. Und das war in der Vergangenheit nicht immer so. Da waren Transfererlöse nötig, um andere Dinge aufzuräumen oder zu stabilisieren.“
Der Finanzboss lässt durchblicken, dass er bei gewissen Summen bereit ist, auch die besten Spieler abzugeben: „Transfererlöse sind für uns auch ein wichtiges Element, um mit Blick nach vorne handlungsfähig zu sein.“

