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„Nein, nein, nein!“Matthäus winkt bei El Mala direkt ab

Said El Mala war beim FC wieder mal der entscheidende Mann. Sky-Experte Lothar Matthäus trat dennoch ganz entschieden auf die Bremse.

Der 1. FC Köln kann nach dem 1:1 beim Hamburger SV nicht wirklich aufatmen. Im Abstiegskampf hilft zwar jeder Punkt, aber die Situation bleibt extrem brenzlig.

Schon vor den Sonntagsspielen mit dem direkten Duell Bremen gegen Mainz steht fest, dass Köln den 26. Spieltag auf Platz 14 abschließen wird, einen Punkt vor dem Relegationsplatz.

El Mala bei der WM? „Versuche jetzt, Woche für Woche Gas zu geben“

Der Punktgewinn in Hamburg brachte aber mindestens zwei eindeutig positive Erkenntnisse. Der FC kann es auch nach Standards und Youngster Said El Mala (19) kann es auch per Kopf. Nach einem Eckball und Verlängerung durch Innenverteidiger Rav van den Berg (21) köpfte der U21-Nationalspieler kurz vor der Halbzeit im Volksparkstadion den so wichtigen Ausgleich.

„Sehr untypisch für ihn, dass er es mit dem Kopf getan hat. Ich glaube, es wird dem Jungen guttun, dass er in der Bundesliga mal wieder ein Tor gemacht hat“, sagte der Kölner Sportchef Thomas Kessler (40) bei Sky über den Treffer.

Es war bereits El Malas neuntes Saisontor. Kein Wunder, dass nach dem Spiel auch wieder über eine mögliche WM-Teilnahme des Top-Talents diskutiert wurde.

Bundestrainer Julian Nagelsmann (38), der El Mala im November erstmals nominiert, ihn dann aber nicht eingesetzt hatte, hatte entsprechende Überlegungen zuletzt in weite Ferne gerückt. El Mala müsse beim FC deutlich mehr spielen, um für den WM-Kader in Betracht zu kommen. Zuletzt stand der 19-Jährige dann zweimal in der Startelf.

Er selbst gab sich bei der Frage zur Nationalmannschaft zurückhaltend. „Ich kann dazu nichts sagen. Ich versuche jetzt, Woche für Woche Gas zu geben, an meinen Themen zu arbeiten, und dann wird man sehen, wohin es geht“, so der erfolgreichste Kölner Torschütze.

Auch Kessler war bemüht, die Diskussion um das FC-Juwel im DFB-Trikot nicht zu groß werden zu lassen. „Ich glaube, das wird jetzt nicht unser Thema sein. Sollte der Bundestrainer auf die Idee kommen, ihn einzuladen, wird er sich freuen. Und wenn nicht, wird er weiter Gas geben, weiter für uns arbeiten und in Zukunft wichtige Tore schießen. Dann ist es nur eine Frage der Zeit, bis er mal wieder dabei ist“, betonte der frühere Torwart.

Von Lothar Matthäus (64) bekam er bei dieser Mission energische Unterstützung. „Nein, nein, nein!“, rief der Sky-Experte bestimmt. „Wir sollten diesen Jungen jetzt nicht ins Schaufenster stellen und mit Nationalmannschaft und zusätzlichem Druck belasten. Er muss sich erst wieder selbst finden, diese Lockerheit zurückbekommen. Wichtig ist, dass er in Köln Leistung bringt und Punkte holt. Wenn er Topleistungen bringt, gehört er natürlich zum erweiterten Kreis“, so der Weltmeister-Kapitän von 1990.

Marvin Schwäbe applaudiert den mitgereisten Fans.

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