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DFB-Stars mit anderem WegDie gescheiterte Sommermärchen-Generation

Andrea Pirlo und Gennaro Gattuso mit finsterem Blick votr einem Legendenspiel.

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Andrea Pirlo und Gennaro Gattuso warten als Trainer noch auf den ganz großen Wurf.

Aktualisiert:

Andrea Pirlo sollte Gennaro Gattusos Nachfolge als italienischer Nationaltrainer antreten. Daraus wird nichts. Es wäre ohnehin eine riskante Wahl gewesen.

Die Posse um Andrea Pirlo stürzt den italienischen Fußball ganz tief ins Chaos – als wäre die Krise nach drei verpassten WM-Teilnahmen in Folge nicht schon groß genug.

Der einstige Mittelfeld-Stratege war sich mit dem italienischen Verband FIGC eigentlich schon über den Job als Nationaltrainer einig. Dann wurden Pirlo vielfältige Kontakte nach Russland zum Verhängnis. Verbands-Boss Giovanni Malagò nahm angesichts der massiven öffentlichen Kritik Abstand von einer Verpflichtung. Daraufhin warfen dem Vernehmen nach der erst vor gut zwei Wochen verpflichtete Technische Direktor Paolo Maldini und sein Berater Leonardo hin. Italien präsentierte am Dienstag Roberto Mancini als neuen Nationaltrainer, er führte die Squadra Azzurra 2021 zum EM-Titel.

Neun Italien-Weltmeister wurden Trainer

Die Wunschlösung wäre Pirlo ohnehin nicht gewesen. Zuvor hatten sich die Italien-Bosse eine Absage von Pep Guardiola eingehandelt. Auch mit dem aber ohnehin noch an Brasilien gebundenen Carlo Ancelotti wurde gesprochen.

Mit Pirlo wäre nach Gennaro Gattuso bereits der zweite Sommermärchen-Weltmeister als Azzurri-Coach am Ruder gewesen. Gattuso, der Stratege Pirlo im italienischen Mittelfeld bei der WM 2006 den Rücken freigehalten hatte, musste nach der verpassten WM-Quali seinen Hut nehmen. 

Pirlo und Gattuso sind zwei von insgesamt neun (!) Weltmeistern aus dem Team von 2006, die nach der aktiven Laufbahn eine Trainer-Karriere eingeschlagen haben. Mit überschaubarem Erfolg.

Gattuso und Pirlo haben in ihrer Vita immerhin namhafte Vereine wie AC Mailand und SSC Neapel (Gattuso) oder Juventus Turin (Pirlo) vorzuweisen, aber das Prädikat Erfolgscoach haben sich beide noch nicht verdient. Gattuso, der mit Napoli 2020 immerhin Pokalsieger wurde, startet bei Lazio Rom zur neuen Saison bereits in seine zwölfte Trainerstation. Angefangen hat er 2013 als Spielertrainer.

Der damalige Kapitän Fabio Cannavaro war zuletzt mit Neuling Usbekistan bei der WM chancenlos. Der Weltfußballer von 2006 hat einen Großteil seiner Trainer-Laufbahn in Asien verbracht, in Italien bekam er beim Zweitligisten Benevento und bei Udinese Calcio eine Chance, blieb aber jeweils nicht lange. Im März 2025 standen der Wandervogel und Gattuso sich in der kroatischen Liga gegenüber – als Trainer von Dinamo Zagreb und Hajduk Split.

Auch Daniele De Rossi, Alessandro Nesta, Massimo Oddo, DFB-Schreck Fabio Grosso, Alberto Gilardino oder Filippo Inzaghi, dessen jüngerer Bruder Simone mit Inter Mailand in den vergangenen Jahren wesentlich erfolgreicher war, warten allesamt noch auf den großen Durchbruch als Trainer. Noch haben sie etwas Zeit, doch bislang muss man von einer gescheiterten Trainer-Generation sprechen.

Auffällig: Die deutschen Sommermärchen-Helden von 2006, die damals im Halbfinale dem späteren Weltmeister erst in der Verlängerung unterlagen, haben sich größtenteils gegen eine Karriere als Cheftrainer entschieden. 

Miroslav Klose ist aktuell der einzige aus dem Team, der Cheftrainer bei einem Profiteam ist. Er verdiente sich seine ersten Sporen im Nachwuchs des FC Bayern, seit 2024 steht er bei Zweitligist 1. FC Nürnberg in der Verantwortung. Torsten Frings versuchte sich nach seinen Anfängen als Co-Trainer bei Werder Bremen ebenfalls als Chefcoach: beim SV Darmstadt und dem SV Meppen. Seit April 2021 ist er vereinslos.

Jens Nowotny, der nur im Spiel um Platz drei zum Einsatz kam, arbeitet seit einigen Jahren als Co-Trainer im DFB-Nachwuchs, aktuell bei der U17. Als Assistenztrainer ist auch Oliver Neuville tätig, nach sieben Jahren im Profiteam von Borussia Mönchengladbach mittlerweile bei der U23 in der Regionalliga West. Torwart Jens Lehmann machte ebenfalls einen Trainerschein, gehörte zwischenzeitlich zum Trainerteam von Arsène Wenger beim FC Arsenal und Manuel Baum beim FC Augsburg.

Andere wie Sebastian Kehl, bis März dieses Jahres Sportdirektor bei Borussia Dortmund, oder Per Mertesacker, ab 2026 Sport-Geschäftsführer beim DFB und zuvor lange Leiter der Nachwuchsakademie des FC Arsenal, blieben dem Profifußball in anderer aktiver Rolle treu.

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